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Auf Augenhöhe wollen sich Timo Brenner (rechts) und Dominik Salz beim morgigen Derby begegnen.Ketterl
Auf Augenhöhe wollen sich Timo Brenner (rechts) und Dominik Salz beim morgigen Derby begegnen.Ketterl
21.03.2014

Doppelinterview zum Derby: „Kleinigkeiten werden dieses große Spiel entscheiden“

Fußball ist kein Eiskunstlauf. Was banal klingt, wird am Sonntag, 11 Uhr, im Stadion bei den sieben Eichen in Engelsbrand-Grunbch offensichtlich werden – zumindest wenn man Timo Brenner und Dominik Salz glaubt.

Denn während beim Eistanz meist garantiert ist, dass die Topplatzierten auch eine glänzende Darbietung vorführen, erwartet das Duo beim Derby zwischen dem Oberliga-Ersten TSV Grunbach und dem Oberliga-Zweiten FC Nöttingen keinen Gala-Fußball. „Da wird nicht der ganz feine Fußball geboten werden“, sagt Nöttingens Kapitän Brenner im PZ-Interview. Und Grunbachs Vize-Spielführer Salz meint: „Wir werden kämpfen, wir werden fighten. Nur so kann man auf diesem Platz gewinnen.“

PZ: Herr Salz, sind die Grunbacher derzeit neidisch auf den FC Nöttingen?

Dominik Salz: In welchem Bezug sollten wir neidisch sein?

Weil der FC Nöttingen im Aufstiegsfall auf jeden Fall Regionalliga spielen darf. In Grunbach ist das wegen des Stadions ja noch nicht so sicher...

Salz: Als Nöttingen 2004 in die Regionalliga aufgestiegen ist, sind ja auch viele Dinge im Stadion passiert. Ich vertraue da dem Verein, er hat es bisher immer hinbekommen – beispielsweise mit dem Zaun, der vor dem Pokalspiel gegen Waldhof Mannheim in Nachtschichten montiert wurde. Wenn wir überhaupt oben bleiben sollten, was noch ein langer Weg ist, wird der Verein das schon schaffen. Aber ich mache mir darüber keine Gedanken – ich muss Fußball spielen.

Und ist der FC Nöttingen beim Blick auf die Tabelle neidisch auf den TSV Grunbach?

Timo Brenner: Natürlich wäre man gerne selbst Erster. Wenn der Konkurrent, der nur ein paar Kilometer entfernt liegt, vor einem steht, tut das schon weh. Aber es ist noch lange zu spielen und im Moment können wir uns beide nicht beschweren.

Grunbach hat derzeit die beste Abwehr und den besten Angriff. Wie könnt Ihr diese Elf überhaupt knacken?

Brenner: Die letzten Jahre hat das ja gut geklappt. Klar, Grunbach ist jetzt noch etwas stärker als letztes Jahr. Aber wir versuchen unser Spiel zu machen, dann sind auch wir schwer zu schlagen – auch wenn wir nicht den besten Sturm und die beste Abwehr haben.

Genau genommen hat Nöttingen die zweitbeste Offensive und die zweitbeste Defensive...

Brenner: ...na dann passt das ja...

....was hat sich der TSV Grunbach überlegt, um da die Oberhand zu behalten?

Salz: In unserem kleinen Stadion sind so normale Fußball-Gesetze ja komplett überflüssig. Da ist alles möglich, da kann auch der Erste gegen den Letzten verlieren. Wir werden kämpfen, wir werden fighten. Nur so kann man auf dem Platz gewinnen.

Das heißt: Es gibt keine besondere Taktik, weil ohnehin nur Kick and Rush möglich ist?

Salz: Spielerischer Glanz ist auch durch den holprigen Platz fast unmöglich. Aber Nöttingen ist eine Kampfmannschaft – und da sind wir mittlerweile auf Augenhöhe.

Brenner: Und einen kleinen Platz haben wir ja selbst auch...

Salz: ...stimmt, der hat ja auch nicht gerade Idealmaße...

Brenner: ...daher sind wir das ja gewohnt. Und zur Platz-Beschaffenheit: Wir trainieren bei uns auf dem Trainingsplatz – schlechter kann der Platz in Grunbach gar nicht sein.

Salz: Und wir trainieren zurzeit ja oft auf dem guten Kunstrasen beim 1. CfR Pforzheim...

Brenner: ...dann wird das für euch ja eher eine Umstellung. Aber beim Derby wird wohl eh nicht der ganz feine Fußball geboten, sondern es geht eher über den Kampf. Und dann ist der Platz egal.

Ist der Druck für Grunbach größer, weil Ihr als Tabellenführer und Favorit in das Derby geht?

Salz: Wir waren in den letzten fünf Jahren zu 80 Prozent auf Platz eins – außer in der letzten Saison. Mit Druck können wir also ganz gut umgehen. Aber ich denke, dass wir dieses Jahr auch einfach das Zeug dazu haben, da oben zu stehen. Und dass wir da hingehören, haben wir jetzt auch bewiesen. Ich glaube, dass die drei Mannschaften – Walldorf, Nöttingen und wir – wirklich alle auf einem Level spielen.

War das Prickeln des Derbys denn in dieser Trainingswoche schon in den Kabinen zu spüren?

Brenner: Beim Abschlusstraining ist das mit Sicherheit so, gerade Freitag und Samstag kommt die Anspannung ganz automatisch. Aber Anfang der Woche ging es noch. Da haben wir uns erstmal einen Anpfiff von unserem Trainer abgeholt, weil wir am Wochenende so schlecht gespielt haben.

Salz: Wir haben am Montag auch noch einen Anschiss bekommen, wegen der zweiten Halbzeit in Karlsruhe. Klar, je näher das Spiel kommt, desto mehr wird darüber geredet.

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