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Am Start in Mailand: Dieter Dölz, Hans Eberwein und Holger Sievert (von links). Foto: Privat
Am Start in Mailand: Dieter Dölz, Hans Eberwein und Holger Sievert (von links). Foto: Privat
14.06.2019

Drei Fahrer des Würmtalexpress bei Mailand – Sanremo am Start

Mailand/Pforzheim. Beim Klassiker Mailand – San Remo schnupperten drei Rennradfahrer des Würmtalexpress aus Pforzheim die Luft großer, internationaler Radfernfahrten. 296 Kilometer und knapp 2000 Höhenmeter waren bei der 49. Auflage auf identischer Strecke zu bewältigen. 900 internationale Starter machten sich auf den Weg. Vom Mailänder Stadtrand ging es durch die Lombardeiebene, im Piemont über den Passo del Turchino, hinunter nach Genua und entlang der ligurischen Riviera nach Sanremo.

Als pünktlich um 7.00 Uhr der Startschuss fiel, waren die Pforzheimer Hans Eberwein, Dieter Dölz und Holger Sievert im ersten Block mit 200 Gleichgesinnten dabei. Ebenso Davide Formolo, der Radprofi vom deutschen Bora Hans Grohe Team und der frühere Weltklassefahrer Johann Museeuw aus Belgien.

Begleitet von vorausfahrenden Motorrädern ging es im Renntempo sehr flott über gefährlich miserabele Straßenverhältnisse. Nach eher flachen 100 Kilometern mit vielen Abzweigungen, Kreisverkehrdurchfahrten und entsprechendem Ziehharmonikaeffekt im Feld, zeigte die Tachonadel dennoch einen Durchschnitt von 41 km/h. „500 Watt hat mein Radcomputer oft angezeigt“, sagte Dieter Dölz später.

Mit den ersten Bergen kam erfrischender Regen und das Fahrerfeld wurde in vielen Gruppen auseinandergezogen. Leider zollte Holger Sievert bei Rennkilometer 70 mit einer Reifenpanne (Ventilschaden) dem schlechten Geläuf Tribut und musste die Kollegen ziehen lassen.

Über eine Serpentinenstrecke ging es den Turchino schnell hinab ans Mittelmeer. In Genua war die Hälfte geschafft. Nach rund 200 Kilometern wurde beim zweiten von drei Verpflegungsstopps gehalten, um Flüssigkeiten aufzutanken. Denn die Temperaturen stiegen trotz sehr böigem Wind langsam Richtung 30 Grad. Vor den letzten, berühmt berüchtigten, Bergen Capo Berta, Cipressa und Poggio gab es noch einmal eine weitere Stärkung beim letzten Verpflegungshalt bei Kilometer 250.

Die routinierten Pforzheimer Pedaleure hatten den kompletten Winter und das Frühjahr mit zum Teil langen Ausfahrten auf der Straße fleißig mehrere Tausend Trainingskilometer gesammelt und meisterten auch diese Herausforderungen. Sie fuhren mit einer Nettozeit von 8:57 Stunden (Eberwein), 9:01 Stunden (Dölz) und 9:05 Stunden (Sievert) über die Ziellinie, also einem Schnitt zwischen 32 und 33 km/h. Der Sieger schaffte es in 7:57 Stunden. Der letzte gewertete Teilnehmer lag bei 12:34 Stunden.“ Die Profis schaffen es unter sieben Stunden“, wusste Hans Eberwein, der sich noch schnell ein Selfie mit Davide Formolo sicherte.