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Ansprache in einer Auszeit: Trainer Andrej Klimovets (Mitte) will mit der TGS Pforzheim nach dem wechselhaften Saisonauftakt die Kurve kriegen.   Ripberger/PZ-Archiv
Ansprache in einer Auszeit: Trainer Andrej Klimovets (Mitte) will mit der TGS Pforzheim nach dem wechselhaften Saisonauftakt die Kurve kriegen. Ripberger/PZ-Archiv
Als Rückhalt im Tor hat sich Neuzugang Daniel Sdunek entpuppt.   Becker/PZ-Archiv
Als Rückhalt im Tor hat sich Neuzugang Daniel Sdunek entpuppt. Becker/PZ-Archiv
28.10.2015

Drittligist TGS Pforzheim ist auf der Suche nach Orientierung

Die Mannschaft, die man bei der TGS Pforzheim vor der Saison zusammengestellt hatte, sah vielversprechend aus. Neuzugänge wie Torhüter Daniel Sdunek, Kreisläufer Christian Heuberger sowie die Rückraumspieler Valentin Hörer und Filip Prsa sollten dem Handball-Drittligisten einen Leistungsschub verpassen.

Doch bislang ist dieser Schub ausgeblieben. 8:8 Punkte und der achte Tabellenplatz sind nicht ganz das, was man sich bei der Turngesellschaft im neuen Domizil Bertha-Benz-Halle erhofft hatte. Abteilungsleiter Wolfgang Taafel sagt: „Wir suchen noch nach der Konstanz, es hakt an einigen Stellen.“ Und Trainer Andrej Klimovets gesteht: „Wir wollten schon ein paar Spiele mehr gewinnen.“ Die TGS ist noch in der Orientierungsphase.

Woran es genau hakt, verdeutlicht der Blick auf die Statistik. Während die TGS mit knapp 24 Gegentreffern pro Spiel die beste Abwehr der Liga hat, herrscht im Angriff in diesem Jahr Flaute. Mit knapp 26 Treffern pro Spiel ist Pforzheim in der Offensivkategorie Vorletzter, nur hauchdünn vor dem Liga-Schlusslicht SG H2Ku Herrenberg. Symptomatisch war das letzte Heimspiel gegen Konstanz. 20 Gegentore sind ein starker Wert, doch weil die TGS-Angreifer selbst nur 19 Mal trafen, ging die Mannschaft leer aus. Das ist erstaunlich, da Pforzheim mit Florian Taafel einen der gefährlichsten Torjäger der Liga in seinen Reihen hat.

Andrej Klimovets bittet angesichts des holprigen Saisonstarts um Geduld. „Wir brauchen mehr Bewegung im Angriff. Und es dauert, bis das blinde Verständnis da ist“, verweist der Trainer auf die Neuzugänge, die einzubauen sind. Dazu brauche es Zeit und Training.

Es zeigt sich aber auch, wie hart der einzige schwerwiegende Abgang die Mannschaft getroffen hat. Kreisläufer Michal Wysokinski war nicht nur von seiner Statur her ein gewichtiger Akteur. Christian Heuberger sollte mit seiner langjährigen Profi-Erfahrung den abgewanderten Polen ersetzen, doch dann verletzte sich der Neuzugang im ersten Spiel und fehlte mehrere Spiele. Davor Sruk musste einspringen. Der junge Neuzugang machte seine Sache nicht schlecht, aber Wysokinski war halt nicht so einfach zu ersetzen.

Dass die Zahl der Gegentore so niedrig ist, liegt auch an einem anderen Neuzugang. Torhüter Daniel Sdunek, der vom Zweitliga-Aufsteiger Bittenfeld gekommen war, schlug auf Anhieb ein. Zusammen mit Jonathan Binder ist die TGS zwischen den Pfosten nun exzellent besetzt. „Ein guter Torhüter macht die Hälfte der Mannschaft aus“, sagt Klimovets und lobt den 35-jährigen Sdunek als „richtig gute Verstärkung“.

Insgesamt ist der Kader der Pforzheimer in dieser Saison deutlich breiter aufgestellt. Aus dem eigenen Nachwuchs kamen Florian und Julian Rost für die Außenpositionen, außerdem haben Fabian Dykta und Adrian Enders ihre langwierigen Verletzungen überwunden, von der SG Pforzheim/Eutingen ist Hagen Körner zurückgekehrt. Vor allem Dykta, der auf der Mittelposition zuhause ist, traut der Abteilungsleiter eine starke Entwicklung zu. Der junge Mann habe Schnelligkeit und Explosivität. „Jetzt muss er noch lernen, bei hohem Tempo die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagt Wolfgang Taafel.

Wohin führt der Weg der TGS in dieser Saison? Noch wagt Taafel keine Prognose: „Es ist in der Tabelle nach ganz oben und nach ganz unten nicht sehr weit.“ Das Ziel ist klar: Man will einige Plätze besser abschneiden als vergangene Saison (Rang neun). Taafel hofft, dass sein Team am Samstag das Nachholspiel in Großsachsen gewinnt: „Dann sieht es schon wieder besser aus.“ Andrej Klimovets sieht die Zukunft ganz pragmatisch: Es gelte, von Spiel zu Spiel besser zu werden, sich als Mannschaft weiterzuentwickeln. „Dann werden wir sehen, wo wir am Saisonende stehen.“