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18.07.2017

„Druck kann auch leistungsfördernd sein“

PZ-Interview mit KSC-Neuzugang Kai Bülow (31) über seine Rolle als Kapitän und die Chancen auf den Wiederaufstieg

PZ: Herr Bülow, haben Sie es erwartet, dass Sie Kapitän des Karlsruher SC werden?

Kai Bülow: Erwartet habe ich nichts, aber ich freue mich riesig darüber. Mir war bekannt, dass es ein Neuzugang werden sollte, wenn es nicht Orle wird. Ich freue mich über das Vertrauen des Trainers und der Mannschaft.

PZ: Sie erwähnten Dirk Orlishausen, der viele Jahre Kapitän war. Haben Sie mit ihm über diese Sache geredet?

Klar, Orle war jahrelang beim KSC Kapitän, er ist natürlich mein erster Ansprechpartner. Mit seiner Erfahrung im Verein, mit seiner positiven Einstellung ist er ganz wichtig für uns.

PZ: Was sehen Sie als Ihre Hauptaufgabe als KSC-Spielführer?

Eine spezielle Aufgabe habe ich mir nicht gestellt. Ich werde versuchen dazu beizutragen, dass es klappt, eine erfolgreiche Saison zu spielen.

PZ: Erfolgreiche Saison heißt – auch ganz offiziell – Aufstieg. Ist das richtig, so offensiv ein Ziel auszugeben oder könnte das die jungen Spieler zu sehr unter Druck setzen?

Druck kann doch auch leistungsfördernd wirken. Wir wollen schauen, dass wir gut starten, dass wir die Leute mitreißen.

PZ: Auffällig bisher: Sie harmonieren im zentralen Mittelfeld prima mit Andreas Hofmann. Liegt das daran, dass Sie beide schon 31 Jahre alt sind und daher über viel Erfahrung verfügen?

Schön, dass das so wahrgenommen wird, das ist ein Kompliment. Wir kommunizieren viel auf dem Platz und wir haben beide auch das gleiche Verständnis, wie man diese Rolle im defensiven Mittelfeld auszufüllen hat. Wir wissen, dass wir aufeinander angewiesen sind, dass wir immer schauen: Wo läuft der andere hin? Wir haben versucht, das im Training und den Testspielen zu automatisieren. Wir sind auf einem guten Weg – es sieht ganz gut aus.

PZ: Bei der Generalprobe gegen Braunschweig lief vieles gut. Die Defensivarbeit, das Flügelspiel und auch das Umschaltspiel. Der Trainer sah noch Verbesserungspotential bei Standards. Woran muss Ihrer Meinung nach noch gefeilt werden?

Es gibt überall Verbesserungspotential, wir können uns täglich verbessern. Da gibt es Kleinigkeiten, die man von außen nicht so ganz sieht. Aber: Da sind Interna, daran werden wir eben auch intern arbeiten.

PZ: Ist ein erfahrener Profi wie Sie vor einer Partie wie gegen Osnabrück noch nervös?

Klar, das gehört dazu und ist ganz wichtig. Wenn man auf den Platz geht, sollte man nicht gelangweilt sein, sondern angespannt und konzentriert. Für mich wird die Partie gegen den VfL mein erstes Spiel in der 3. Liga. Darauf bin ich sehr gespannt …

PZ: Das heißt: Kennen Sie das Team des VfL nicht?

Selbstverständlich habe ich mich mit der 3. Liga befasst, obwohl ich in der 2. Bundesliga gespielt habe, Ich habe zuletzt vor sechs Jahren in der 2. Liga gegen Osnabrück gespielt. Ich weiß, dass das sehr schwere Begegnungen waren. Und, dass der VfL vergangene Saison lange um den Aufstieg mitspielte. Was uns da erwartet ist klar: Viel Arbeit.

PZ: Ein Heimspiel zum Saisonauftakt. Da ist ein Sieg geradezu Pflicht, oder?

Wir werden alles dafür tun, dass wir diese drei Punkt holen. Aber: Das ist immer so, wir wollen jedes Spiel gewinnen.