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Im Pokal will sich KSC-Trainer Christian Eichner weniger aufregen müssen.  Foto: Uli Deck/dpa 

Eichner: Karlsruher SC soll ohne Gegentor in zweite Runde des DFB-Pokals einziehen

Karlsruhe. Der vereinsinterne Auftrag und die öffentlichen Erwartungen sind klar: Der Fußball-Zweitligist Karlsruher SC muss an diesem Freitagabend (18 Uhr) beim Oberligisten TSG Neustrelitz erfolgreich in den DFB-Pokal 2022/23 starten und in die zweite Runde einziehen. Nicht nur aus finanziellen Gründen, wie Christian Eichner sagt, das Weiterkommen wäre knapp 420 000 Euro wert, sondern auch, „um sportlich einen Schritt nach vorne zu kommen“ und damit im bisher verkorksten Saisonverlauf eine Wende einzuleiten.

Trainer erhöht Erfolgsdruck

Trainer Christian Eichner weicht dem auf ihm und seiner Mannschaft lastenden Erfolgsdruck nicht aus, sondern erhöht ihn sogar noch ein bisschen: „Wir haben den Anspruch, zu Null weiterzukommen“ – also ohne Gegentor. Wie schwer das werden kann, erfuhr „Eiche“ schon als Spieler vor ziemlich genau 15 Jahren, als der damals erstklassige KSC schon einmal Erstrundengast bei der TSG Neustrelitz war. Am 5. August 2007 wurden die Wildparkprofis erst in der Nachspielzeit durch Treffer von Sebastian Freis (106.) und Stefan Buck (120.) ihrer Favoritenrolle gerecht.

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Kreativität gefragt: Torjäger und Vorlagengeber fehlen beim VfB

Der KSC hat sich intensiv, auch mit Beobachtungen vor Ort, auf das „für uns extrem wichtige Spiel“, so Eichner, an diesem Abend vorbereitet und bringt seinen Gastgebern durchaus „Respekt und Wertschätzung“ (Eichner) entgegen. „Die TSG spielt richtigen Männer-Fußball“, sagte der KSC-Coach am Donnerstag, „und ist auch mit einer gewissen körperlichen Größe ausgestattet. Das ist ein sehr robuster Gegner mit einer entsprechenden Zweikampfführung.“ Außerdem warnte Eichner vor dem Neustrelitzer Umschaltspiel und fordert eine „Tiefensicherung“ von seinen Spielern. Darüber hinaus sollen die Wildparkprofis die Neustrelitzer Spieler ins Laufen bringen und zu Fehlern verleiten.

Der Karlsruher Cheftrainer kündigte an, dass aller Voraussicht nach der 18 Jahre alte Nachwuchskeeper Max Weiß das blau-weiße Tor hüten wird. „Das hat jedoch nichts mit der Leistung von Kai Eisele zu tun. Er bekam auf Grund seiner Erfahrung die ersten beiden Punktspiele. Und wir haben nicht acht Gegentore bekommen, weil er im Tor stand. Aber Max braucht auch Spielpraxis und wir haben uns schon vor dem ersten Pflichtspiel gedacht, dass er im Pokal zwischen den Pfosten steht.“ Schon eine Woche später, beim Zweitligaspiel in Fürth (Freitag, 5. August), könnte dann der lange verletzte Marius Gersbeck auf seinen Stammplatz zurückkehren.

Einige Fragezeichen im Team

In der Viererkette (Thiede, Gordon, Franke, Heise) und im zentralen Mittelfeld (Breithaupt, Wanitzek, Gondorf) sind keine personellen Änderungen zu erwarten. Gespannt darf man sein, mit wem Eichner die Außenbahnen (links: Rossmann oder Nebel/rechts: Cueto oder Arase) und die Angriffsmitte (Kaufmann, Schleusener, Rapp) besetzt. Der bisher langzeitverletzte Leon Jensen, der seit seinem Wechsel im Sommer 2021 in die Fächerstadt noch kein einziges Pflichtspiel für den KSC bestritten hat, könnte erstmals im Aufgebot der Badener auftauchen.    

Mögliche Aufstellung: Weiß – Thiede, Gordon, Franke, Heise – Breithaupt – Cueto (Arase), Wanitzek, Gondorf, Rossmann (Nebel) – Schleusener (Rapp, Kaufmann).