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14.09.2016

Ein Auftakt nach Maß

Die Mission Abstiegskampf hat der FC Nöttingen so begonnen, wie man es sollte: Mit drei Punkten gegen den Abstieg. Der Aufsteiger gewann gestern Abend sein erstes Spiel in der Regionalliga Südwest gegen den FC 08 Homburg mit 2:1 (1:0). Der Erfolg gegen die zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten zählenden Saarländer war überraschend, aber nicht unverdient. Mario Bilger (40.) und Leutrim Neziraj (49.) schockten die Gäste, deren Anschlusstreffer (Eigentor von Simon Frank/82.) zu spät für die Wende kam.

„Ein großes Kompliment an die Jungs. Das war ein grandioser Job“, lobte FCN-Trainer Dubravko Kolinger nach der Partie seine ganze Mannschaft. Tatsächlich hatten die Nöttinger vor allem kämpferisch und läuferisch überzeugt, mit Robin Kraski einen überragenden Rückhalt und im entscheidenden Moment auch offensiv die Glanzlichter gesetzt. „Das war Leidenschaft und Kampf, genau das müssen wir bringen“, freute sich Leutrim Neziraj, der das 1:0 vorbereitet und das 2:0 erzielt hatte.

Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger vertraute weitgehend auf das Aufstiegsteam – mit zwei Überraschungen: Kraski hütete anstelle von Andreas Dups das Tor. Den freien Platz in der Verteidigung übernahm der junge Niklas Kolbe. Er spielte im Zentrum stark und abgeklärt, dafür rutschte Kapitän Timo Brenner nach rechts. Reinhard Schenker übernahm im defensiven Mittelfeld den Platz neben Felix Zachmann. In der offensiven Zentrale erhielten Michael Schürg als einzige Spitze und Niklas Hecht-Zirpel den Vorzug.

Fast 20 Minuten tat sich auf dem Platz wenig, dann hatten die Gäste plötzlich eine Doppelchance. Erst scheiterte Thierry Steinmetz alleine vor Kraski, der Abpraller landete bei Homburgs Kapitän Kai Hesse, der aber ebenfalls in Kraski seinen Meister fand (18.). Ein Fallrückzieher von Hesse (26.) ging knapp am Tor vorbei, dann zielte Steinmetz aus kurzer Distanz aufs kurze Eck, aber wieder war Kraski zur Stelle und hielt sein Team im Spiel (35).

Nöttingen tat sich offensiv schwer. Der Schrägschuss von Bilger knapp am langen Pfosten vorbei, war die erste vielversprechende Chance der Gastgeber. Dann kam der große Auftritt von Leo Neziraj. Sechs Minuten, nachdem er für den verletzten Hecht-Zirpel eingewechselt worden war, zog der Angreifer vom rechten Strafraumeck Richtung Tor, ließ mehrere Homburger Abwehrspieler stehen und passte dann noch klug quer ­– am langen Pfosten war Bilger zur Stelle (40.).

Nach der Pause hatte Timo Cecen die erste Chance für Homburg, doch Kraski fischte seinen Schlenzer aus dem Winkel. Praktisch im Gegenzug die Vorentscheidung: Eray Gür ging auf die Grundlinie durch und legte mustergültig auf Neziraj zurück, der überlegt abschloss.

Homburg brauchte lange, um sich von diesem Schock zu erholen. Da Nöttingen vergaß, bei Kontern den Sack zuzumachen, kamen die Gäste noch einmal zurück. Der eingewechselte Chadli Amri scheiterte zwar zunächst an Kraski, der Abpraller landete aber am Körper von Simon Frank und von dort im Tor (82.). Danach hieß es zehn Minuten zittern, ehe die Nöttinger die ersten drei Punkte der Saison feiern durften.