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Auch dieser Wurf von Saarlouis wird eine Beute von SG-Torhüter Bastian Rutschmann.  Foto: Hennrich 

Ein Krimi ohne Happy-End: Pforzheim/Eutingen kassiert Ausgleich Sekunden vor Schluss.

Was für Drama in der Bertha-Benz-Sporthalle: Sekunden vor der Schlusssirene kassiert die SG Pforzheim/Eutingen in einem hochklassigen Drittliga-Topspiel gegen den Titelfavoriten HG Saarlouis den 23:23-Ausgleich. Ein Tor, das für hitzige Diskussionen sorgte. Denn Saarlouis war unmittelbar vor dem Treffer durch Tom Paetow ein Wechselfehler unterlaufen.

Also hätte es Ballbesitz für Pforzheim, und nicht für die Gäste, geben müssen. Bei der nur noch Sekunden dauernden Spielzeit wäre dies wohl der sichere 23:22-Sieg für die SG gewesen.

Ein Protest gegen die Spielwertung wurde durch die SG daher angekündigt. Nun hat man drei Tage Zeit. Der Sportliche Leiter der SG, Wolfgang Lipps, erklärte gestern gegenüber der PZ, man werde sich aber genau überlegen, ob man das Verfahren wirklich durchziehen will. Denn ein erfolgreicher Protest würde wohl ein Wiederholungsspiel bedeuten. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wollen“, so Lipps.

Der Vorfall in der Schlussphase trübte ein wenig die gute Stimmung die wegen der bärenstarken Leistung der SG eigentlich hätte herrschen müssen. So wollte Alexander Lipps „auch gar nicht über Einsprüche oder Proteste reden, sondern über die Leistung meiner Jungs, die bis zur 50. Minute sensationell gut gewesen ist“, wie es der Trainer formulierte. „Wir nehmen aus dieser Partie wirklich sehr viel Positives mit“, so der SG-Coach.

Starke Torhüter

Früh zeichnete sich ab, dass Ex-Zweitligist Saarlouis wie erwartet eine absolute Reifeprüfung für das junge Team der SG werden würde. Tore waren zunächst Mangelware, was zum einen an der guten Abwehrarbeit beider Teams lag. Im Tor standen aber auch zwei Meister ihres Faches. Pforzheims Bastian Rutschmann war wieder in Topform, aber sein Gegenüber Patrick Schulz stand ihm in Nichts nach. So stand es zur Pause 10:9 für den Gastgeber.

Verletzungen bremsen SG

Die SG kam stark aus der Kabine. Julian Broschwitz führte klug Regie, assistiert von Tom Schlögl, Jonathan Buck, Paul Lupus, Nico Schöttle und Pascal Kirchenbauer. Doch als Kirchenbauer wegen einer Verletzung an der Hand und Paul Lupus in der 49. Minute gar nach einem Riss der Achillessehne ausfielen, wurde es eng im Spielaufbau. Der Vorsprung von 21:16 schmolz dahin. „Pauls Verletzung war ein Knackpunkt. Am Ende fehlte ein wenig die Cleverness. Schade, denn wir haben super gespielt“, meinte SG-Abwehrchef Ingo Catak.

Torhüter Bastian Rutschmann fügte hinzu: „Wir haben in den letzten fünf Minuten vorne und hinten den Faden verloren. Da müssen wir einfach cleverer sein. Heute war eindeutig mehr drin.“ Zum Gegentreffer, der das umstrittene 23:23 bedeutete, meinte der Ex-Profi: „Den muss ich halten, das ist mein Anspruch.“ Allerdings ging dieser fatale Treffer eher auf das Konto der nicht energisch genug zupackenden SG-Abwehr, als auf das des Keepers.