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Ausgeglichen besetzt ist der Kader der Rutronik Stars um Marina Markovic (am Ball), die hier von ihrer einstigen Teamkollegin Maja Vucurovic von PEAC Pecs bedrängt wird. Foto: Ripberger
Ausgeglichen besetzt ist der Kader der Rutronik Stars um Marina Markovic (am Ball), die hier von ihrer einstigen Teamkollegin Maja Vucurovic von PEAC Pecs bedrängt wird. Foto: Ripberger
13.10.2017

Ein Lob für die Bank der Rutronik Stars Keltern

Keltern-Dietlingen. Dass es bei den Rutronik Stars Keltern am Ende noch einmal knapp wurde, mag manchen Zuschauer am Donnerstagabend in Keltern-Dietlingen überrascht haben, Christian Hergenröther aber nicht. „Wir spielen Eurocup, was erwarten Sie denn? Dass wir jedes Spiel mit 20 Punkten gewinnen?“, beantwortete Kelterns Basketballtrainer entsprechende Fragen mit Gegenfragen. Er war am Ende „einfach zufrieden“, dass seine Sterne zum internationalen Auftakt mit 77:69 gegen PEAC Pecs die Oberhand behalten hatten.

Zwischenzeitlich führten die Gastgeberinnen mit 19 Punkten, in der letzten Spielminute war Pecs plötzlich wieder auf vier Punkte dran und in Ballbesitz. Es durfte gezittert werden.

Um die K.o.-Runde zu erreichen, muss man in der Gruppe F zwei Teams hinter sich lassen. Das dürften die beiden ungarischen Mannschaften aus Pecs und Miskolc (DVTK) sein. Carolo Baskets aus dem französischen Charleville-Mézères gilt als großer Favorit und hat zum Auftakt den DVTK 68:58 geschlagen. Am kommenden Mittwoch muss Keltern nach Frankreich.

Das Spiel gegen Pecs war auch so etwas wie ein Duell der Konzepte. Bei den Ungarn steckt ein Großteil des Budgets in den Top-5-Spielerinnen, zu denen auch Ex-Stern Maja Vucurovic zählt. Das Quintett bereitete Keltern auch richtig Probleme. Bei den Sternen ist das Budget breiter gestreut. Der Kader umfasst ein knappes Dutzend Spielerinnen, die auf Top-Niveau agieren können. Und das gab gegen Pecs den Ausschlag. „Wir hatten einen ungeheuren Input von der Bank“, freute sich Christian Hergenröther. Auf der Statistiktafel fielen vor allem die 16 Zähler von Tatsiana Likhtarovich und die 12 Punkte von Schaquilla Nunn auf, die beide nicht zur Startformation gehörten. Auch zwei Dreier von Romina Ciappina kamen zur rechten Zeit. Die Gäste aus Ungarn hingegen bekamen Probleme, wenn ihre Stammspielerinnen Verschnaufpausen brauchten.

„Das sind nicht meine 16 Punkte. Es war gute Teamarbeit, gute Pässe“, gab Tatsiana Likhtarovich nach dem Spiel alle Komplimente zurück. Tatsächlich konnten die Gastgeberinnen auf lange Sicht auch als Team ihre Stärken unter dem Korb ausspielen und holten 22 Offensivrebounds, der Gegner nur zehn. Die breite Bank wird man auch in den kommenden Wochen gut brauchen können.

Keltern wird sich an die Intensität im Eurocup erst wieder gewöhnen müssen. In der Bundesliga dominierten die Sterne zuletzt bei klaren Siegen. Das nächste Duell in der heimischen Liga wird sich aber eher wie Eurocup anfühlen. Der amtierende Meister TSV Wasserburg kommt am morgigen Sonntag (17.30 Uhr) in die Speiterling-Sporthalle nach Dietlingen. Viele Beobachter glauben, dass diese beiden Teams den Titel unter sich ausmachen. Dass Keltern Wasserburg schlagen kann, haben die Rutronik Stars schon gezeigt. „Wir haben sie im Champions Cup vor der Saison geschlagen. Wir haben sie vergangene Spielzeit zweimal besiegt. Aber am Ende ist Wasserburg doch Meister geworden“, blickt Sterne-Spielmacherin Stina Barnert zurück. Dass die Müdigkeit an der Motivation für das Spiel gegen Wasserburg zehren könne, glaubt Hergenröther nicht. „Wer da nicht motiviert ist . . .“, weiß er um die Bedeutung der Partie, sagt aber auch: „Die Entscheidung über den Titel fällt erst im April.“