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Große Begrüßung vor großer Kulisse: die Spieler der TGS Pforzheim beim Einlaufen.  Foto: Ripberger 
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Schwerstarbeit musste die TGS-Abwehr mit (von links) Max Schwarz, Michal Wysokinski und Finn Malolepsy gegen BHC-Kreisläufer Rafael Baena verrichten, der mit den Rhein-Neckar-Löwen zweimal deutscher Meister war.  Foto: Ripberger 
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Vor allem über den Kreis mussten die Pforzheimer gegen die großen BHC-Abwehrspieler ihr Glück versuchen. Hier setzt sich der vierfache Torschütze Michal Wysokinski gegen Fabian Gutbrod (links) und Csaba Szücz durch.  Foto: Ripberger 

Eine Halbzeit auf Augenhöhe - TGS Pforzheim verliert im DHB-Pokal gegen den Bergischen HC

Pforzheim. Am Ende gab es für Sieger und Verlierer gleichermaßen Applaus. Beim standesgemäßen 35:23 (17:14)-Erfolg der Handball-Erstligisten Bergischer HC im DHB-Pokal beim Drittligisten TGS Pforzheim war die erhoffte Überraschung für die Gastgeber zwar ausgeblieben. Aber wirklich gerechnet hatte damit natürlich niemand.

Und so sah man am Ende fast nur zufriedene Gesichter, auch und vor allem wegen der ersten Halbzeit, in der die Pforzheimer dem großen Favoriten über weite Strecken Paroli geboten hatten.

„Hochzufrieden“, zeigte sich Timo Hufnagel, der als Mitglied des Trainerteams zusammen mit Kapitän Florian Taafel die Mannschaft betreut hatte, da der neue Cheftrainer Michael Rost urlaubsbedingt nicht anwesend sein konnte. „Das Team hat sich kämpferisch top präsentiert und die Vorgaben gut umgesetzt.“ Dass sich mit zunehmender Spieldauer die Klasse des Erstligisten durchgesetzt habe, sei zu erwarten gewesen.

Tatsächlich begannen die Gastgeber mit den Neuzugängen Max Schwarz und Nikolai Gerstner stark. Schwarz mit zwei Einschüssen und Roy James sorgten auch für die umjubelte 2:1 und 3:2-Führung der Pforzheimer.

Der Bergische HC verzichtete zunächst lange auf einige seiner Stars, allen voran Torhüter Christopher Rudek, der Schwede Linus Arnesson sowie die Isländer Arnor Thor Gunnarson und Ragnar Johannsson. Doch mit Spielern wie Sebastian Damm und Fabian Gutbrod konnte BHC-Coach Sebastian Hinze dennoch ein Team aufbieten, das für Klasse und Qualität stand. Vor allem der Mittelblock in der Abwehr mit vier Hünen mit Gardemaß war beeindruckend.

Lösungen über den Kreis

Da mussten die Pforzheimer spielerische Lösungen finden – und fanden sie auch oft über den Kreis und über die Außenpositionen. Michal Wysoskini, Gerstner, Marco Kikillus, Florian Taafel und Davor Sruk sorgten dafür, dass die TGS bis zum 10:9 für die Bergischen auf Tuchfühlung blieb. Auch Lukas Salzseeler, der die Außenposition für den schon nach wenigen Minuten verletzten Fabian Dykta übernahm, zeigte sich respektlos. So wurden die Gastgeber beim Stand von 17:14 für den Bergischen HC mit freundlichem Applaus der mit mehr als 1000 Zuschauern gut gefüllten Halle in die Pause verabschiedet. „Aggressiv in der Abwehr mit langen Angriffen“, erklärte Max Schwarz das Erfolgsrezept.

Nach dem Seitenwechsel ging es dann ruckzuck. Gerade mal elf Minuten brauchte der Bundesligist, um durch Tore vor allem von Arnesson und Johannsson auf acht Tore davonzuziehen (24:16). „Da hat der BHC dann gezeigt, was er drauf hat“, sagte TGS-Außenspieler Marco Kikillus. „Da hatten wir zu wenig Tempo im Spiel und haben es dem Gegner einfach gemacht“, analysierte Max Schwarz.

Bis zum 29:22 blieb das Ergebnis aus Pforzheimer Sicht erträglich, dann wurde es noch sehr deutlich. Das lag aber auch daran, dass die Gastgeber wie abgesprochen auch jedem jungen Spieler auf der Bank Einsatzzeiten gönnten.

Komplimente für die Pforzheimer gab es am Ende von Sebastian Hinze: „Die TGS ist sicherlich eine der viel besseren Drittligisten. Das ist eine eingespielte Mannschaft, taktisch gut ausgebildet, mit einer körperlich präsenten Abwehr und einem sehr disziplinierten Positionsangriff“, lobte der Trainer des Erstligisten aus dem Bergischen Land den unterlegenen Gegner.