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Im Griff eines starken Gegners befanden sich die Ispringer Kämpfer bei der deutlichen Niederlage in der Jahnhalle. Hier wirbelt Nendingens Weltmeister Frank Stäbler (in blau) KSV-Ringer Igor Besleaga über die Matte.   Ripberger
Im Griff eines starken Gegners befanden sich die Ispringer Kämpfer bei der deutlichen Niederlage in der Jahnhalle. Hier wirbelt Nendingens Weltmeister Frank Stäbler (in blau) KSV-Ringer Igor Besleaga über die Matte. Ripberger
10.01.2016

Eine Nummer zu groß: Ispringer Ringer verlieren ersten Halbfinalkampf

Wie ein Orkan fegte Titelverteidiger ASV Nendingen im ersten Halbfinalkampf zur deutschen Mannschaftsmeisterschaft über die Ringer des KSV Ispringen hinweg. Nach der klaren 6:20-Heimniederlage vor 1000 Zuschauern in der Jahnhalle Pforzheim ist der Traum vom Finale für den Bundesliga-Aufsteiger ausgeträumt.

Daran ließ auch Hallensprecher Carsten Koch keinen Zweifel, als er sich vom Publikum mit den Worten verabschiedete: „Wir sehen uns in der nächsten Saison wieder.“ Der Rückkampf am kommenden Samstag in der Balinger Sparkassen-Arena dürfte eine reine Formsache werden.

„Ich glaube, wir haben hier den alten und neuen deutschen Meister gesehen“, meinte KSV-Vorstand Werner Koch, der sich aber über die Höhe des Ergebnisses ärgerte. Denn nur wenige Ispringer Kämpfer riefen ihr volles Potenzial ab. Israil Kasumov gelang das mit Bravour. Der Russe sorgte für den einzigen Ispringer Glanzpunkt (75-Kilo/Freistil). Seinem Gegner, dem deutschen Topringer Samet Dülger, erteilte Kasumov mit mehreren spektakulären Überwürfen Flugunterricht.

Doch seine Vierer-Wertung durch technische Überlegenheit (17:1-Mattenpunkte) blieb nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn außer Kasumov punkteten lediglich die Griechisch-Römisch-Spezialisten Muhammed Yasin Yeter (66 Kilo: 1:0/5:3-Punktsieg gegen Benjamin Raiser) und Neven Zugaj (86 Kilo/1:0 gegen Florian Neumaier).

Ispringen rang allerdings nicht in Bestbesetzung. Der starke Russe Yuriy Belonovski hatte kein Ausreise-Visum erhalten, der Kroate Tonimir Sokol fehlte krank. Hinzu kam ein grippegeschwächter Michael Kaufmehl, dem beim 0:3 (1:15) gegen Piotr Ianulov die Luft ausging. Pech hatte Mihail Sava in der 66er-Freistilklasse beim knappen 7:10 gegen den kubanischen Weltklasseringer Yowlys Bonne Rodriguez.

Mit dem Schicksal haderte auch Ispringens Marcel Ewald (57 Kilo/Freistil), der beim 0:2 (1:4) gegen den Ex-Brötzinger Ghenadie Tulbea mehr hätte herausholen können. „Ich habe den Kampf taktisch verhauen“, übte der deutsche Meister Selbstkritik. Gar nichts zu holen gab es für Ceyhun Zaidov (61 Kilo/Greco) und für Nachwuchs-Ringer Arian Güney (98 Kilo/Freistil). Auch Ardo Arusaar (130 Kilo/Greco) und Igor Besleaga (75 Kilo/Greco) unterlagen. Wobei Besleaga an der Cleverness und Erfahrung von Weltmeister Frank Stäbler scheiterte.

Neuzugänge im Visier

„Beim 0:14-Pausenstand war die Sache bereits entschieden“, ärgerte sich KSV-Trainer Bernd Reichenbach. Das soll sich im Rückkampf nicht wiederholen. Und auch nicht in der kommenden Saison, für die der KSV sein Team verstärkt. Zwei deutsche Spitzenringer sollen kommen. Einer ist der deutsche Schwergewichtsmeister und WM-Teilnehmer Eduard Popp aus Neckargartach, der den Kampf gegen Nendingen in der Jahnhalle verfolgt hat.