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05.12.2008

"Einwurf" beim Ringtennis: Timo Hufnagel macht den Wilhelm Tell

PFORZHEIM. Timo Hufnagel wartete schon in der Sporthalle des Reuchlin-Gymnasiums. Und noch bevor ich meine Sportschuhe anziehen und mein Kameramann Marc Bächtold das Stativ aufstellen konnte, schritt der Ringtennis-Nationalspieler auf uns zu und fragte: „Wer von euch beiden ist denn entbehrlich?" Ich zeige spontan auf Marc, dieser wiederum meint: „Einer muss aber filmen." Schlechte Karten also für mich. „Was muss ich tun?"

„Ich zeig dir den Wilhelm Tell-Trick. Stell dich einfach fünf Meter weg von mir und setz dieses Hütchen auf." Gesagt, getan. Und ich konnte nicht mal mehr Luft holen, da hatte mir der Ringtennis-Crack mit seinem Sportgerät das Hütchen vom Kopf geschossen. Ich sag‘ nur: Hut ab! Das hätte auch ins Auge gehen können. „Ach was, meine Trefferquote ist hoch", meinte Hufnagel nur. Das Training konnte beginnen.

Die Würfe des Trainers der beiden kooperierenden Vereine TV Pforzheim und TV Kieselbronn sind gefürchtet – nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch international. Zahlreiche Deutsche Meistertitel im Einzel, Doppel und Mixed hat er schon gewonnen, 2006 bei der WM in Indien holte er zudem den Vizetitel im Einzel, mit der Mannschaft räumte der 31-Jährige Gold ab.

Zweimal in der Woche trainiert Hufnagel zusammen mit seinen Schützlingen und ehemaligen aktiven Ringtennisspielern- und spielerinnen entweder in der Turnhalle des Reuchlin-Gymnasiums oder auf der Anlage im Sportpark Bohrain. Gespielt wird in den Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed. Das Feld hat ungefähr die Maße eines Badmintonfeldes. Ein Spiel dauert zweimal zehn Minuten.

Über verschiedene Meisterschaften qualifizieren sich die Spieler von der Kreisebene über Landes- und Regionalmeisterschaften für die Deutsche Meisterschaft, dem Höhepunkt der Saison. Alle vier Jahre finden auch die Weltmeisterschaften statt. 2010 sind sie in Koblenz. „Dort will ich den Titel holen", meint Timo Hufnagel. Mit seinen Wurfkünsten dürfte das in zwei Jahren kein Problem sein.