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Jubel im goldenen Konfettiregen: Neuenbürgs Handballer feiern den lange angestrebten Aufstieg in die Oberliga. Fotos: PZ-Archiv/Ripberger
Jubel im goldenen Konfettiregen: Neuenbürgs Handballer feiern den lange angestrebten Aufstieg in die Oberliga. Fotos: PZ-Archiv/Ripberger
Was dieser Mann so alles schultert: Neuenbürgs Trainer Erkan Öz hat sich Spieler Felix Kracht aufgeladen.
Was dieser Mann so alles schultert: Neuenbürgs Trainer Erkan Öz hat sich Spieler Felix Kracht aufgeladen.
02.05.2019

Endlich in der Oberliga: Nach vielen Anläufen schafft der HC Neuenbürg den Aufstieg

Neuenbürg. Ein Fan des HC Neuenbürg brachte es am Abend des größten Erfolgs in der Vereinsgeschichte auf den Punkt: „Was lange währt, wird endlich wahr!“ Insgesamt dreimal – letztmals 2018 – waren die Ballwerfer aus dem Enztal jeweils knapp am Aufstieg in die höchste Spielklasse Baden-Württembergs gescheitert.

Nun war es am vorletzten Spieltag endlich so weit: Nach dem Erfolg gegen die SG Stutensee-Weingarten und gleichzeitigen Patzern der Verfolger Heidelsheim/Helmsheim und Birkenau krönten die Gelb-Blauen eine erfolgreiche Saison mit dem Gewinn der Badenliga-Meisterschaft. Bereits in der zweiten Saison nach dem Aufstieg aus der Verbandsliga konnte der HC Neuenbürg damit das ersehnte Ziel erreichen.

Die Truppe um Kapitän Marius Angrick und den erfahrenen Marco Langjahr hat sich den Titel redlich verdient. So führte man fast die gesamte Saison über das 14er- Feld an und musste in den Partien gegen die härtesten Konkurrenten lediglich einmal das Punktepaar dem Gegner überlassen.

Torhungriger Angriff

Zudem hatten die „Foxes“ mit fast 30 durchschnittlich erzielten Treffern den torhungrigsten Angriff und gingen in der heimischen Stadthalle nur einmal als Verlierer vom Parkett. Und strauchelte der Titelaspirant tatsächlich einmal, so ließen prompt zumeist auch die Verfolger Federn.

Für den Vorsitzenden Rainer Sorg, der diese Meisterschaft als tollen Erfolg bezeichnete, war darüber hinaus Erkan Öz in seinem ersten Jahr auf dem Buchberg ein Trainer, der bei guter Harmonie jederzeit alles im Griff und stets einen Matchplan parat hatte. Eine gute Auswechselbank sowie der eigentlich als Torhüter-Trainer auf den Buchberg gekommene Goalie Florin Panazan waren für Sorg weitere Garanten für den Erfolg.

Dennoch ist man sich in der Führungsebene des HC Neuenbürg bewusst darüber, dass die kommende Saison in sämtlichen Bereichen eine große Herausforderung bringen wird. Auch auf dem Buchberg hat man registriert, dass in den vergangenen Jahren der Badenligameister zumeist sofort wieder abgestiegen ist.

Jetzt versuchen die HCN-Verantwortlichen, diesem Trend entgegenzuwirken und das homogene Team so zu verstärken, um auch eine Liga höher konkurrenzfähig zu werden.

Erste Neuverpflichtungen

Nachdem Artur Pietrucha und Paul Nonnenmacher in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen, vermeldet der HCN bislang die Verpflichtung der Rückraumspieler Philipp Karasinski und Raphael Blum, die zuletzt das Trikot der SG Heidelsheim/Helmsheim trugen. Blum ist in der Region bekannt, weil er als Handballer bei der TGS Pforzheim groß wurde. Ähnlich ist es bei Rechtsaußen Colin Sandkühler, der von Phönix Sinzheim kommt und früher bei der SG Pforzheim-Eutingen war. Zudem hofft man auf dem Buchberg auf ein Comeback von Kevin Langjahr, der fast die gesamte Saison 18/19 verletzt ausgefallen war und sich in den vergangenen Wochen einer Hüftoperation unterzogen hat.

Dennoch ist man sich auf dem Buchberg darüber im Klaren, dass der angestrebte Klassenerhalt eine Herkulesaufgabe wird.

Vor den finanziellen Herausforderungen ist man beim HCN nicht bange – dank der guten Rückendeckung durch den Förderkreis, wie der Vorsitzender Rainer Sorg anmerkt. Ihm bereitet aber die Hallennutzung in der langen Vorbereitungszeit zur neuen Saison Kopfzerbrechen. In der Neuenbürger Stadthalle wird nämlich von Mai bis September eine längst fällige, grundlegende Dachsanierung vorgenommen. Daher ist ein geregelter Trainingsbetrieb monatelang nicht möglich.