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Vollbremsung: Christian Wagner mit seinem Pferd bei einer Übung im Westernreiten.  Foto: Faulhaber 

Endlich wieder Pferdesport: Westerrneriter und Gespannfahrer in Bilfingen zu Gast

Kämpfelbach-Bilfingen. Gleich zwei Veranstaltungen hat der Reit- und Fahrverein Kämpfelbach zuletzt ausgerichtet. Erst gab es ein Westernturnier auf der Anlange in Bilfingen, tags darauf hatten die Kutschenfahrer ihren großen Auftritt.

Beim Westernturnier zeigte sich der Himmel in schönstem Blau, die Besucher kamen in Scharen und die Westernreiter und Amazonen waren glücklich, dass es wieder ein Angebot gab nach einer langen pandemiebedingten Pause. „Wir wurden geradezu überrannt von den Anfragen, so dass die Startplätze innerhalb kürzester Zeit ausgebucht waren“, so Karl-Heinz Flach, der umtriebige Vorsitzende des RFV Kämpfelbachtal. 102 Reiterinnen und Reiter aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen gingen an den Start, darunter allerdings wenige wie Laura Kronenwett, Hanna Hegner, Lisa Wagner oder Lisa Kröner aus der Region. Letztere wurde unter anderem in der LK 3 All Around Champion – auch alle anderen schlugen sich in ihren Leistungsklassen hervorragend.

Nicht wie Western-Cowboys

Wer wilde Ritte verwegener Reiter in der Art von Film-Western erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Beim Westernreiten werden die alltäglichen Arbeiten eines Cowboys nachgeahmt. Reining (regieren) etwa ist das Trockentraining, um ein Rind zu beherrschen. Alle Disziplinen kommen aus der täglichen Arbeit. Das Pferd muss trittsicher seinen Weg finden, Vertrauen in den Reiter haben, aufmerksam und unerschrocken in allen drei Gangarten die Hindernisse überwinden.

Anspruchsvoll sind die ständigen Tempowechsel, die notwendig sind, wenn der Reiter aus schnellem Galopp quasi eine „Vollbremsung“ hinlegen muss: Das Pferd senkt seine Kruppe fast bis auf den Boden herab und schiebt dabei die Hinterbeine unter den eigenen Schwerpunkt. Durch einen speziellen Beschlag rutscht das Pferd auf den Hinterhufen, während es mit den Vorderbeinen bis zum Stillstand weiterläuft. Innerhalb von wenigen Metern kann das Pferd so zum Stehen kommen.

Ergebnisse unter badenwuerttemberg.ewu-bund.com

26 Gespanne am Start

Auch bei den Gespannfahrerinnen und -fahrern war die Freude über den kurzfristig anberaumten Fahrertag beim RFV Kämpfelbachtal riesig. In Bilfingen war es die 23. Auflage der Veranstaltung. Die Trophy-Wertung fiel allerdings flach, da in der Saison kaum Wettbewerbe stattgefunden hatten.

Mit 26 in den verschiedenen Disziplinen startenden Gespannen war die Teilnehmerzahl zwar deutlich geringer als in den Jahren vor Corona, was aber den Spaß und die Freude der Teilnehmenden und der zahlreichen Besucher nicht minderte. Sieben Wettbewerbe waren ausgeschrieben, und wie üblich ging an den bekannten Gespannen auch nach einem äußerst trainingsarmen Jahr kein Weg vorbei.

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Auf Erfolgskurs: Verena Canbaz aus Kleinvillars mit Maya und Speedy vor der Kutsche. Foto: Faulhaber

Zusätzliche Erfolge

Das Hindernisfahren der Pony-Einspänner beherrschte Verena Canbaz zudem klar. Rang eins und zwei waren der Lohn für sie und ihre winzigen, fehlerfrei und rasant agierenden Shettys. Verena Canbaz gewann zudem den Zweispännerwettbewerb mit den Publikumslieblingen Speedy und Biene Maja und damit auch die „Bilfinger Peitsche“. Michael Ring, Wolf- Dieter Iding und Susanne Becker lautete schließlich die weitere Reihenfolge im Wettbewerb der Pferde- Einspänner.

Karl-Heinz Flach zog eine rundum positive Bilanz. Der Vorsitzende würdigte das hohe Engagement der Mitstreiter und auch des viel gelobte Küchenteams.