760_0900_115164_200517_EP_VFB_eer29420.jpg
Sascha Stegemann entschied per Videoassistent auf Elfmeter für Wiesbaden. Der VfB verlor deshalb 1:2.  Foto: Eibner 

Erfolgreicher Protest des VfB wäre ein Novum

Stuttgart. Sportdirektor Sven Mislintat äußerte erst seinen Unmut über den „Skandal“, dann legte der VfB Stuttgart Einspruch ein. Im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga gehen die Schwaben gegen die Wertung der 1:2-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden juristisch vor. Grund sei, dass das Verhalten des Schiedsrichters bei der Entstehung des Siegtreffers „nach unserer Überzeugung einen Regelverstoß darstellt, der einen unmittelbaren Einfluss auf das Endergebnis des Spiels hatte“, begründete Mislintat am Mittwoch.

DFB am Zug

Der Deutsche Fußball-Bund wird nach dem Einspruch der Stuttgarter zunächst Stellungnahmen der Beteiligten einholen und kündigte an: „Zu gegebener Zeit wird dann über den weiteren Fortgang des Verfahrens entschieden.“ Andere Einsprüche in dieser Zweitliga-Saison hatten allerdings keinen Erfolg und scheiterten vor dem DFB-Sportgericht.

Hintergrund des Ärgers von Mislintat und des VfB-Protests ist der Videobeweis aus der Nachspielzeit des verpatzten Re-Starts nach der Coronavirus-Saisonunterbrechung. Erst nach einem Eingreifen aus dem Kölner Videokeller, nach Sichtung der Videobilder und Rücksprache mit dem Videoassistenten Robert Kampka hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Handelfmeter entschieden.

Der DFB wertete den Elfmeter nach einem mutmaßlichen Handspiel von VfB-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui „regeltechnisch korrekt“. Der Verband räumte aber einen Fehler bei der Anwendung des Videobeweises ein. Kampkas Empfehlung an Stegemann, sich die umstrittene Szene auf einem Bildschirm im Stadion anzuschauen, erachte man als „nicht angebracht“, da es sich zuvor nicht um eine klare Fehleinschätzung Stegemanns gehandelt habe. dpa