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01.06.2017

Erinnerungen an alte FCP-Zeiten: „Das Hin und Her war deprimierend“

PZ-Interview mit Achim Roos, früherer Fußballer von Oberligist 1. FC Pforzheim, über Lust und Frust von Aufstiegsspielen

PZ: Aus der Regionalliga Südwest hat in diesem Jahr erneut kein Team den Aufstieg geschafft, so wie Ihr Ex-Verein 1. FC Pforzheim 1990/91 als Meister in der Oberliga bleiben musste ...

Achim Roos: ... wenn du Meister bist, solltest du aufsteigen. So wie es jetzt mit den Regionalligen ist, ist es einfach nur furchtbar.

Wie damals führt nur ein Nadelöhr vom Amateur- in den Profifußball. Inwieweit lässt sich die Konstellation vergleichen?

Es gibt den großen Unterschied, dass die Oberliga damals viel amateurhafter war, während in der Regionalliga Profi-Mannschaften unterwegs sind. In unserem Fall war von außen auch nicht unbedingt die Erwartungshaltung da, dass wir aufsteigen, auch weil in der Aufstiegsrunde 1860 München der große Favorit war.

Der FCP spielte damals in einer Gruppe mit den Löwen, mit dem KSV Hessen Kassel und Borussia Neunkirchen einen Zweitliga-Aufsteiger aus, während die Plätze für die 3. Liga heutzutage in Hin- und Rückspielen vergeben werden. Welches System finden Sie besser?

Wenn der Meister schon nicht direkt aufsteigen kann, bin ich für die K.o.-Entscheidung. Am besten wäre vielleicht sogar ein Spiel auf neutralem Platz, so dass der aufsteigt, wer an dem Tag besser ist. Klar ist: Wenn du Gruppenspiele hast, kann viel taktiert werden.

Wie lief denn damals die Aufstiegsrunde für den FCP?

Für mich war das Hin und Her deprimierend. Wir haben gegen 1860 mit 1:4 verloren und waren damit vom Aufstieg ganz weit weg. Nach einem 2:1 in Neunkirchen waren wir dann wieder dran. So ging das von Woche zu Woche. Am Ende blieben dann einfach schöne Fußball-Erlebnisse, weil man mal in Kassel vor 12 000 Zuschauern oder in München vor 27 000 gespielt hat. So wie es damals lief, ist nur leider unsere Meisterschaft in Vergessenheit geraten.

Wie groß war der Frust?

Da muss ich ausholen, denn wir hatten eine besondere Situation. Meister geworden sind wir mit Trainer Bobby Jovanic. Der verhandelte aber wohl mit Sandhausen und unsere Vereinsführung hat ihn abgelöst, da man vermutete, dass er mit dem FCP nicht aufsteigen wollte. Dann kam Manfred Krafft, der die Jungen, die wie ich hoch wollten, kaum noch spielen ließ. Zudem hat er mit uns trainiert, als wären wir in der Saisonvorbereitung. So war uns nach der ersten Trainingswoche klar, dass es nichts werden konnte.