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Umfangreiches Foto- und Videomaterial muss die Karlsruher Polizei jetzt sichten, um die Vorgänge bei der Randale der Fans von Giessen 46ers in der Karlsruher Europahalle aufzuklären.
Umfangreiches Foto- und Videomaterial muss die Karlsruher Polizei jetzt sichten, um die Vorgänge bei der Randale der Fans von Giessen 46ers in der Karlsruher Europahalle aufzuklären. © Vogel
14.01.2014

Ermittlungsgruppe untersucht Basketball-Randale

Zur Aufklärung der Geschehnisse am Rande des Basketballspiels zwischen der BG Karlsruhe und den Giessen 46ers am vergangenen Samstag in der Europahalle, hat die Karlsruher Polizei beim Revier Karlsruhe-West eine dreiköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Beamten verfügen über 50 Daten von kontrollierten Fans und müssen jetzt umfangreiches Video- und Bildmaterial ausgewerten.

Die Polizei bittet Besucher, die noch Film- oder Videoaufnahmen besitzen, diese der Polizei zur Aufklärung der Randale zur Verfügung zu stellen. Die Ermittlungsgruppe bittet unter Telefon (0721) 939-4611 um weitere Zeugenhinweise.

Schon vor dem Einlass hatten die Fans des Bundesligaabsteigers aus Gießen für Aufsehen gesorgt, weshalb sich die Security spontan zu Einlasskontrollen entschlossen hatte. Ein Großteil der Fans war offensichtlich schon vor dem Spielbeginn angetrunken. Die Supporter der Giessen 46ers hatten bereits während des Spiels Gegenstände auf das Spielfeld geworfen, darunter Becher mit Bier.

Obwohl nach der Schlusssirene die Fans zum Feiern des Sieges an die Bande gelassen wurden, beruhigte sich die aggressive Stimmung im 70 bis 100 Personen zählenden Gießener Pulk nicht. Sie wollten die Halle trotz Aufforderung der Security nicht verlassen. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurden durch BG-Anhänger und Mitarbeiter der Hallenbeleuchtung dabei unterstützt, die zur Hallenmitte drängenden Randalierer zu hindern, das Spielfeld zu betreten. Die Giessen-46ers-Fans bewarfen die Karlsruher weiterhin mit Klopapierrollen und anderen Gegenständen. Dann kam es zu Übergriffen einzelner Fans aus dem Raum Gießen.

Ein 26-jähriger Karlsruher Fan wurde dabei schwer verletzt. Glücklicherweise stellten sich die Verletzungen als nicht so schwerwiegend heraus wie ursprünglich angenommen. Er konnte inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Aus sportlicher Sicht hätten die überwiegend jugendlichen und jungen Erwachsenen eigentlich allen Grund gehabt, friedlich den Abend in der Europahalle ausklingen zu lassen, schließlich hatte ihr Team in der Pro A-Division (Zweite Liga) mit 84:82 gegen die BG Karlsruhe gewonnen. Am Ende mussten 19 Streifenwagen vor die Europahalle fahren, um die Mittelhessen einzukesseln, zu beruhigen und weitere Ausschreitungen zu verhindern. Sie ließen die Fans erst in den Bus einsteigen, nachdem sie die Personalien aufgenommen hatten. Der Bus wurde dann von Polizeiautos aus der Stadt eskortiert.

Ein Polizeisprecher konnte sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag nicht daran erinnern, dass die Polizei jemals zu Ausschreitungen bei einem Basketballspiel in der Europahalle gerufen wurde. Auch die Zuschauer waren teilweise über das Verhalten der Gießener entsetzt, denn so etwas ist im deutschen Basketball eher unüblich.