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11.04.2009

Erst schnell, dann müde, aber es genügt: 1. FC Pforzheim besiegt Sandhausen II

Man kann vieles im Fußball falsch machen. Etwa mit schlechter Technik, verkehrter Taktik, fehlendem Kampfgeist oder mangelnden Laufwegen. Aber eines muss man auf jeden Fall beachten: Man muss immer ein Tor mehr schießen als der Gegner. Und wenn es dann nach spannendem Hin und Her auch noch viele Tore insgesamt sind, dann hat sich das Eintrittsgeld fürs Stadion schon gelohnt. So zum Beispiel am Samstagnachmittag im Brötzinger Tal, wo der 1. FC Pforzheim mit 3:2 gegen SV Sandhausen II gewonnen hat.

Siege gegen Sandhausen mögen die Fans. Das sind noch alte Reflexe aus einer Zeit, als der FCP gegen die erste Mannschaft von Sandhausen gespielt hat. Als man sich noch keine Gedanken über eine Zukunft in der Verbandsliga machen musste. Als der Fußball in der Goldstadt für mehr Aufsehen gesorgt und mehr Ansehen genossen hatte.

Aber das ist jetzt Schnee von gestern. Was zählt ist der Sieg. Ein knappes 3:2 zwar, aber besser als die 1:6-Schlappe aus der Hinrunde. Vor allem gilt: Mit diesem Sieg hat sich der FCP wohl für die nächsten Wochen selbst aus dem Abstiegskampf gekickt. Gleichzeitig drückte er Sandhausen tiefer in den Abstiegsstrudel.

In den ersten 20 Minuten des Spiels sah es so aus, als könnten die Pforzheimer die hohe Niederlage der Vorrunde ausmerzen. Martin Maier, der zwei Tore vorbereitete, schoss das 1:0 in der fünften Minute. Bruno Martins erhöhte 13 Minuten später schon auf 2:0. So hätte es weiter gehen können, wird sich nicht nur FCP-Trainer Rudi Herzog gedacht haben. Es wäre dann ein ruhiger Nachmittag geworden.

Doch die Zuschauer im Brötzinger Tal erlebten eine frühe Wende. Brechten und Blum trafen in der 23. und 34. Minute zum 2:2-Ausgleich. So einfach wollten sich die Sandhausener nicht abspeisen lassen. Mit den drei Punkten aus dieser Partie hätten sie im Tabellenkeller etwas Luft holen können. Allein Bruno Martins hatte etwas gegen eine Punkteteilung. In der 39. Minute markierte er das 3:2.

Dann gab es den Pausentee und danach ein recht einseitiges Spiel, das den Puls der FCP-Fans in die Höhe trieb. Während die Pforzheimer in der ersten Hälfte ein enorm hohes Tempo gegangen waren und sich die Treffer sehr schön herausgespielt hatten, mussten sie in der zweiten Hälfte der schnellen Gangart Tribut zollen. Nun rannten die Sandhauser besonders druckvoll immer in Richtung FCP-Tor. Und die Pforzheimer rannten hinterher. Eine Hand voll hochkarätiger Chancen konnten die Gegner nicht in Zählbares verwandeln. Und wenn die Abwehr nicht mehr mithalten konnte, griff eben Torhüter Patrick Weigl ein. Einen weiteren Treffer wollte er nicht zulassen, einen weiteren konnten seine Mitspieler nicht schießen. Nach vorne ging nichts mehr zusammen, und hinten brannte die Hütte.

Aber in der aktuellen Situation des 1. FC Pforzheim ist es letztlich egal. Ein Sieg ist ein Sieg, und mit den drei Punkten liegt das Team nun bis Sonntag auf Rang sieben. Noch wichtiger: zum 13. Platz (SV Sandhausen II) und 14. Platz (TSV Amicitia Viernheim – 1:1 gegen SpVgg Oberhausen) sind es nun neun Punkte Differenz bei noch acht ausstehenden Spielen. Im Brötzinger Tal kann man vorläufig aufatmen. Die Schmach, in der nächsten Saison siebtklassigen Fußball zu sehen, bleibt den Fans wohl erspart.