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Zerknirscht: Dirk Schuster nach dem Aus in Augsburg.  Gambarin
Zerknirscht: Dirk Schuster nach dem Aus in Augsburg. Gambarin
15.12.2016

Ex-Augsburg Coach Dirk Schuster sagt dem KSC ab - Kommt Labbadia?

Die Hoffnungen bei den Verantwortlichen des Karlsruher SC, einen Toptrainer als Nachfolger des wegen Erfolglosigkeit freigestellten Tomas Oral schon jetzt zu präsentieren, sind erloschen! Der in Augsburg entlassene Dirk Schuster wird nicht neuer Cheftrainer im Wildpark.

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Dabei hatten sich Präsident Ingo Wellenreuther und Sportdirektor Oliver Kreuzer Hoffnungen gemacht, Schuster in den Wildpark zum Fußball-Zweitligisten locken zu können. Kreuzer bezeichnete Schuster als „interessante Trainer-Personalie.“ Wellenreuther kündigte sofort nach dem Schuster Rauswurf in Augsburg an, dass der KSC-Sportdirektor bei „Schu“, wie er als Spieler nur hieß, anrufen werde, um alle Möglichkeiten abzuklopfen. Aber: Zu einem Treffen von Kreuzer mit Schuster kam es erst gar nicht.

 Kreuzer führte am Donnerstag um die Mittagszeit ein Info-Gespräch mit Ronny Zeller, dem Berater von Dirk Schuster. Dabei erklärte der Grunbacher: „Ich habe Oliver Kreuzer mitgeteilt, dass Dirk Schuster aktuell dem KSC als Cheftrainer nicht zur Verfügung steht.“ Das heißt: Schuster nimmt erst gar nicht auf dem Trainer-Nachfolger-Karussell des KSC Platz. Der 48 Jahre alte Schuster war zu keiner Stellungnahme zu erreichen, ließ sein Handy klingeln, ohne das Gespräch anzunehmen. Für ihn war wohl der Wechsel aus der ersten Liga zum Drittletzten der zweiten Liga nicht sehr reizvoll.

Dabei wäre Schuster bei den Fans sicher gut angekommen. War er doch zu seiner aktiven Zeit beim KSC einer der großen Fanlieblinge. Der Ex-Nationalspieler, vier für die DDR, drei für die BRD, der auch für den 1. FC Köln in der Bundesliga spielte, danach in der Türkei bei Antalyaspor und Österreich bei FC Admira Wacker Mödling Auslandserfahrung sammelte, hat seit 25 Jahren mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt in Karlsruhe-Durlach. Gerade mal ein halbes Dutzend Kilometer vom Wildpark entfernt. Auch das war wohl nicht interessant genug.

Kommt Bruno Labbadia?

Brisant hätte die Verpflichtung Schusters für Ronny Zeller werden können. Zeller, einer der angesehensten Trainerberater im deutschen Profifußball, berät neben Dirk Schuster auch Jo Zinnbauer. Und Zinnbauer, im Moment Chefcoach beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen, ist auch einer der heiß gehandelten Nachfolger für den entlassenen Tomas Oral. Auch im KSC-Trainer-Lostopf: Mirko Slomka und Franco Foda. Während Foda eine Ausstiegsklausel  hat, die den KSC fast eine halbe Million Euro kosten könnte, scheint Zinnbauer den FC St. Gallen leichter – sprich: billiger – verlassen zu können.  

Allerdings: durchaus möglich, dass keiner aus diesem Trio das Trainingszepter Anfang 2017 im Wildpark schwingt. Denn: Zuletzt soll auch Bruno Labbadia von den KSC-Bossen ernsthaft als Oral- Nachfolger diskutiert worden sein.

Wann die Entscheidung fällt, da hält man sich seitens des KSC bedeckt. Kreuzer hofft, noch vor Weihnachten „klarer zu sehen.“ Was auch immer da heißen mag.

Bezüglich Dirk Schuster ist auch eine Rückkehr zum SV Darmstadt 98 für Präsident Rüdiger Fritsch offenbar kein Thema. „Das Gute liegt nicht in der Vergangenheit, das Gute liegt in der Zukunft“, sagte Fritsch am Donnerstag.

Schuster war mit den „Lilien“ in drei Jahren zwei Mal aufgestiegen und schaffte vergangene Saison den Klassenerhalt in der Bundesliga. Dass Schuster den SV Darmstadt im Sommer trotz laufenden Vertrags Richtung Augsburg verließ, verlief nicht ohne Misstöne.

Reuter zur Schuster-Trennung: „Ich weiß von keiner Schlägerei“

Manager Stefan Reuter hat Spekulationen um außersportliche Gründe für die Trennung von Trainer Dirk Schuster widersprochen. „Es kommen immer wieder Gerüchte und Meldungen. Ich möchte einfach nochmal sagen, dass es sportliche Gründe waren, die den Ausschlag gegeben haben, dass wir einen Wechsel auf der Trainerposition vollziehen“, sagte der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg am Donnerstag.
„Ich weiß nichts von einer Schlägerei. Dirk Schuster hat einen Cut, der am Sonntagmorgen genäht wurde, aber das hat nichts mit unserer Entscheidung zu tun“, antwortete Reuter auf eine entsprechende Frage. „Er hat gesagt, er ist gestürzt, und ich habe keinen Grund, das nicht zu glauben. Das kann jedem Mal passieren.“ Wegen Magen-Problemen und des Sturzes habe Schuster beim Training am Sonntag gefehlt. Er wurde vom Co-Trainer vertreten.
Überraschend klar positionierte sich Kapitän Paul Verhaegh. „Am Ende hat auch die 100-prozentige Überzeugung innerhalb des Teams gefehlt“, so Verhaegh. dpa