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Nach langer Pause greift der Pforzheimer Denis Thomalla wieder für den 1. FC Heidenheim an. Foto: Baumann
Nach langer Pause greift der Pforzheimer Denis Thomalla wieder für den 1. FC Heidenheim an. Foto: Baumann
21.12.2017

Ex-Büchenbronner Denis Thomalla: „Ich schaue positiv in die Zukunft“

Pforzheim/Heidenheim. Denis Thomalla ist wieder da: Kurz nach Ende seiner halbjährigen Verletzungspause bot das Achtelfinale im DFB-Pokal dem Fußballer aus Pforzheim eine nicht alltägliche Bühne. Allerdings wurde der 25-jährige Offensivspieler gegen Bundesligist Frankfurt nur eingewechselt – und sein Zweitliga-Team unterlag der Eintracht nach Verlängerung mit 1:2.

PZ: Das Heidenheim-Spiel stand am Mittwochabend natürlich im Schatten des 2:1-Erfolgs des FC Bayern im Klassiker gegen Borussia Dortmund. Was meinen Sie, sollte Fußball-Deutschland noch vom Pokalkampf auf der rauhen Ostalb wissen?

Denis Thomalla: 90 Minuten lang haben wir gut dagegengehalten, auch noch als ich eingewechselt wurde, war es fifty-fifty. In der Verlängerung hatten wir dann einfach nicht mehr genug Kraft. Auf jeden Fall hat man im Bett noch länger darüber nachgedacht, konnte nicht einschlafen. Aber nun gilt es, Energie zu tanken, für die Rückrunde.

PZ: Nochmal zum Pokalspiel: Wie war da denn das Wetter?

Denis Thomalla: Hm, wie war das Wetter? Es war trüb und kühl. Mal hat es ein bisschen geschneit, manchmal ein bisschen geregnet. Aber warum fragen Sie?

PZ: Naja, Frank Schmidt, Heidenheims Trainer-Original, hatte ja vorige Woche gesagt: „Es muss uns egal sein, ob es schneit oder Kuhscheiße regnet“ ...

Denis Thomalla: Also Kuhscheiße hat es natürlich nicht geregnet. Unser Trainer macht immer coole Sprüche, da lacht man sich manchmal den Arsch ab. Er ist ehrlich und haut auch dazwischen, wenn es nicht läuft. Außerdem sind Frank Schmidt und dieser familiäre Verein ein perfektes Paar.

PZ: Und zur Motivation vor Pokalspielen hat Schmidt bestimmt schon öfter von der Erstrunden-Sensation erzählt, die ihm 1994 mit dem TSV Vestenbergsgreuth gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München gelang, oder?

Denis Thomalla: Irgendwas in die Richtung habe ich mitbekommen, aber er hat darüber, glaube ich, nichts erzählt.

PZ: Seit drei Spielen sind Sie wieder mit dabei, aber wie war es ein halbes Jahr pausieren zu müssen?

Denis Thomalla: Die Reha-Zeit ist natürlich nicht schön, aber man lernt sich und seinen Körper neu kennen. Man darf nicht in ein Loch fallen. Natürlich habe ich auch gesehen, dass es für uns nicht gut lief, habe da mitgefiebert, mitgeweint.

PZ: Wenn es um eine Hüft-Operation geht, denkt der Außenstehende nicht an einen 25-jährigen Leistungssportler wie Sie ...

Denis Thomalla: Ja, das sagen viele. Es ging einfach nur um Knochenteile, die nicht in die Hüfte gehört haben. Um die Überbeine, oder wie man das nennt, hat sich ein Spezialist in Ravensburg gekümmert. Zur Reha bin ich dann zwischen Pforzheim und Karlsruhe gependelt.

PZ: Vor dem Pokalspiel haben Sie bei Heidenheim bis 2020 verlängert: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Heidenheim durchweg in der 2. Liga spielen?

Denis Thomalla: Ich denke, die Chance ist hoch.

PZ: Heißt das, trotz derzeit Platz 14 ist der Abstieg für Heidenheim diese Saison kein Thema – und der Aufstieg in die Bundesliga sowieso niemals?

Denis Thomalla: Letzte Saison sind wir tatsächlich gut gestartet, aber in der Rückrunde in ein Loch gefallen. Diese Saison war der Start dann richtig schlecht. Wichtig war dann, dass wir die letzten sechs Spiele des Jahres nicht mehr verloren haben.

PZ: Bedeutet die Entscheidung, in Heidenheim zu verlängern, dass Sie den Traum vom Durchbruch in der Bundesliga zu den Akten gelegt haben?

Denis Thomalla: Ach, im Fußball geht alles ganz schnell: Schnell ist man abgeschrieben, schnell ist man der Held. Während meiner Verletzungspause habe ich aber nie das Gefühl gehabt, dass ich hier abgeschrieben bin. Überhaupt fühle ich mich mit meiner Familie wohl in Heidenheim. Wenn ich nun eine gute Vorbereitung habe, wieder 100 Prozent fit werde, kommt alles andere vielleicht von alleine. Ich schaue positiv in die Zukunft.

ZUR PERSON

Der 25-jährige Fußball-Profi Denis Thomalla ist beim SV Büchenbronn groß geworden. Über die Jugend des Karlsruher SC kam Denis Thomalla 2010 nach Hoffenheim. Für die TSG 1899 hatte er vier Bundesligaeinsätze. 2013 ging Thomalla zu RB Leipzig, 2014 zum SV Ried in Österreich, ehe er im Herbst 2015 für Lech Posen aus Polen sogar in der Europa League spielte. Seit zwei Jahren stürmt der Pforzheimer für Zweitligist 1. FC Heidenheim. Thomalla ist verheiratet und Vater eines Sohns. rks