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Trainer Kuno Kühner (links) mit Vereinschef Alfred Gerwig.. Hepfer
Trainer Kuno Kühner (links) mit Vereinschef Alfred Gerwig.. Hepfer
07.12.2017

Ex-Bundesliga-Spieler Kuno Kühner betreut die Dennacher Faustballerinnen

Die gute Laune von Alfred Gerwig spricht Bände. Denn mit Kuno Kühner hat der Vereinschef des TSV Dennach offenbar seinen Wunschkandidaten für den Trainerposten in der 1. Faustball-Bundesliga gefunden.

Der ehemalige Erstliga-Spieler aus Knittlingen und mehrfache deutsche Meister betreut seit einer Woche die Dennacher Faustballerinnen und tritt damit die Nachfolge von Erfolgscoach Rudolf Reuster an, der sein Amt nach dem Weltcup-Finale in Brasilien freiwillig zur Verfügung gestellt hatte (PZ berichtete).

„Es ist kein Abschied im Unfrieden“, versichert Reuster. „Ich werde das Team weiter als Zuschauer begleiten. Es war aber an der Zeit, dass in der Mannschaft neue Reize gesetzt werden.“ Das soll nun mit Kühner gelingen. Und davon ist besonders Gerwig überzeugt. „Ich habe selber noch gegen ihn gespielt und glaube, dass er ein Glücksfall für unseren Verein ist“, sagt der TSV-Chef.

Auf alle Fälle kennen und schätzen sich beide Trainer seit Jahren. Insofern wird der sportliche Übergang im Neuenbürger Teilort wohl auch nicht allzu holprig über die Bühne gehen. Kühner bringt jede Menge Erfahrung mit. Begonnen hat der heute 61-Jährige seine Faustballer-Laufbahn in der Heimat beim TSV Knittlingen. Dort spielte er schon als 15-Jähriger in der ersten Mannschaft. Über die schwäbische Auswahl und die Jugend-Nationalmannschaft ging es für ihn stetig aufwärts. Seine sportlich erfolgreichste Zeit hatte Kühner von 1972 bis 1982 beim TV Schluttenbach nahe Ettlingen, wo er als Spielertrainer in der Bundesliga die deutsche Meisterschaft gewann. Später war der quirlige Abwehrspieler unter anderem bei Erstligist TV Waibstadt sowie beim TV Wünschmichelbach aktiv und holte im Seniorenbereich weitere nationale Titel. Von 2005 bis 2007 coachte er außerdem den TV Hohenklingen in der 2. Liga. Beim TV Bretten stand er als Co-Trainer in der Frauen-Bundesliga und als Nachwuchs-Coach an der Seitenlinie.

„Wir Faustballer sind Idealisten und leben für unseren Sport“, sagt Kuno Kühner, der vor allem die Aufgabe hat, junge Talente wie Tabea Kälber oder Elena Kull in das Dennacher Bundesliga-Team um Schlagfrau Sonja Pfrommer zu integrieren. „Mir gehen viele Ideen durch den Kopf, die aber nicht von heute auf morgen umzusetzen sind. Ich muss erst mal sehen, wie die Spielerinnen ticken“, betont der neue TSV-Coach.

Klar ist ihm auch, dass die Erwartungshaltung nach diversen deutschen Meistertiteln und Erfolgen im Europapokal erheblich gestiegen ist. Zuletzt habe die Leistung des Teams aber stagniert, obwohl großes Potenzial vorhanden sei, bewertet Kühner die aktuelle sportliche Situation und ergänzt: „Es muss wieder Stabilität her.“

An seine neue Wirkungsstätte bringt der Trainer auch Tochter Laura Schinko mit, die als Abwehrspielerin in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist. Die 22-Jährige zählt zum Nationalkader und hat bisher für den Bundesligisten Vaihingen gespielt. Auf Kuno Kühner, seine Tochter und die TSV-Truppe wartet die erste größere Bewährungsprobe am Samstag, 6. Januar, beim Hallen-Europacup im schweizerischen Jona. „Dort wollen wir nach Möglichkeit unseren Titel verteidigen“, sagt Vereinschef Alfred Gerwig und legt damit die Latte äußerst hoch.