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Erfolgsgeschichte in Sandhausen: Gerd Dais hat aus dem Abstiegskandidaten SVS in kurzer Zeit einen Aufsteiger gemacht. Foto: Stratenschulte
Erfolgsgeschichte in Sandhausen: Gerd Dais hat aus dem Abstiegskandidaten SVS in kurzer Zeit einen Aufsteiger gemacht. Foto: Stratenschulte
23.04.2012

Ex-FCN-Trainer Dais könnte im Pokal wieder auf Nöttingen treffen

Einst führte Gerd Dais als Trainer den FC Nöttingen in die Regionalliga. Seine größten Erfolge feierte er aber mit dem SV Sandhausen. Zunächst führte der Ex-Fußballprofi die Kurpfälzer von der Oberliga in die 3. Liga. Und am Samstag schaffte das Dais-Team mit einem Sieg in Münster am drittletzten Spieltag sogar den Sprung in die 2. Liga. Im PZ-Interview spricht Dais über sportliche Erfolge, Feierlichkeiten und ein mögliches Wiedersehen mit dem FC Nöttingen im badischen Pokalfinale.

PZ: Herr Dais, wie viel Schlaf haben Sie in den vergangenen beiden Tagen bekommen?

Gerd Dais: Ich habe ganz normal geschlafen. Wir haben zwar nach dem Spiel in Münster noch ein bisschen gefeiert, aber am Sonntag war trainingsfrei. Und jetzt läuft das Training wieder normal.

PZ: Sind die Bier- und Sektduschen, die es nach Erfolgen gibt, für Sie ein schönes Erlebnis oder eher ein notwendiges Übel?

Gerd Dais: Wenn es dazu kommt, hat man ja immer etwas gewonnen. Dann ist das natürlich eine schöne Sache. Das nimmt man gerne in Kauf.

PZ: Sie sind vor 14 Monaten als Trainer nach Sandhausen zurückgekehrt und haben aus einem Fast-Absteiger einen Aufsteiger gemacht. Wie geht das?

Gerd Dais: Ich habe das eine oder andere verändert, das hat sich ausgezahlt.

PZ: Was haben Sie im Einzelnen verändert?

Gerd Dais: Ich habe das System von 4-4-2 auf 4-1-4-1 umgestellt, habe Daniel Ischdonat wieder ins Tor und Kristjan Glibo ins defensive Mittelfeld gestellt. Das gab uns mehr Sicherheit.

PZ: Haben Sie vor der Saison mit dem Aufstieg gerechnet?

Gerd Dais: Nein. Unser Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz, insgeheim haben wir uns auf Platz fünf gesehen.

PZ: Sie haben den Ruf, einen eher defensiven oder pragmatischen Fußball spielen zu lassen. Stört Sie das?

Gerd Dais: Ich weiß nicht, wie die Leute darauf kommen. Wir haben in der 3. Liga die zweitmeisten Tore geschossen. Natürlich gehört eine gute Defensive auch dazu. Es nützt dir nichts, wenn du drei Tore erzielst und vier bekommst. Als ich 2011 nach Sandhausen zurückkam, hatte die Mannschaft die schlechteste Abwehr der Liga mit den meisten Gegentoren. Da habe ich den Hebel angesetzt, das hat sich ausgezahlt.

PZ: Sie sind ja ein Jahr, nachdem Sie in Sandhausen entlassen wurden, zurückgekehrt. Hatten Sie nie Bedenken, wieder nach Sandhausen zu gehen?

Gerd Dais: Nein, beide Seiten haben sich nach der Trennung immer korrekt verhalten. In den Jahren zuvor sind wir von der Oberliga in die 3. Liga aufgestiegen. Es wäre fatal und tragisch gewesen, wenn das alles wieder kaputt gegangen wäre.

PZ: Ist das Stadion in Sandhausen zweitligatauglich?

Gerd Dais: Das eine oder andere muss noch gemacht werden. Direkt nach dem letzten Heimspiel am 5. Mai rücken die Bagger an, denn für die 2.Liga brauchen wir eine Rasenheizung und einen frischen Rasen. Außerdem wird eine neue Tribüne gebaut.

PZ: Jetzt steht das badische Pokal-Halbfinale gegen Neckarelz an. Welchen Stellwert hat das Spiel, da Sandhausen schon für den DFB-Pokal qualifiziert ist?

Gerd Dais: Das Spiel hat einen hohen Stellenwert. Wir werden da mit der bestmöglichen Aufstellung antreten. Wir sind Titelverteidiger im Pokal. Aber es wird gegen Neckarelz nicht einfach, Die wollen auch mit aller Macht ins Pokalfinale.

PZ: Aber das Pokalfinale würde eure Sommerpause verkürzen.

Gerd Dais: Die paar Tage nehmen wir gerne in Kauf. Der Termin ist ja schon am 9. Mai.

PZ: Und im Finale dann am liebsten gegen Ihren Ex-Verein Nöttingen?

Gerd Dais: Wir wollen den Cup verteidigen – egal ob gegen Nöttingen oder gegen Spielberg.