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26.11.2008

Ex-KSCler Mario Eggimann: "Es geht nur um die Punkte"

Sechs Jahre lang spielte Mario Eggimann für den Karlsruher SC, war Kapitän bei den Badenern. Am Samstag (15.30 Uhr) trifft er mit Hannover 96 auf seinen ehemaligen Verein. Für beide Mannschaften steht unheimlich viel auf dem Spiel. Hans Falsehr interviewte den Schweizer Nationalspieler für die PZ.

Pforzheimer Zeitung: Herr Eggimann, was überwiegt vor dem Spiel gegen Karlsruhe: die Vorfreude oder das Lampenfieber?
Mario Eggimann: Natürlich die Vorfreude. Denn Lampenfieber habe ich in diesem Zusammenhang nicht.

PZ: Haben Sie denn noch Kontakte in den Wildpark?
Eggimann: Ja, klar. Denn unser mannschaftlicher Zusammenhalt war ja nicht gespielt. Ich telefoniere noch häufig mit Christian Eichner oder Michael Mutzel. Dabei geht es dann aber gar nicht so sehr um Fußball, sondern viel mehr um private und allgemeine Themen.


PZ: Auch nicht im Vorfeld des bevorstehenden Spiels? Laufen da keine Wetten?
Eggimann: Da schon gar nicht. Vor diesem wichtigen Spiel blieben die Telefondrähte kalt. Jeder muss sich auf seine Aufgaben konzentrieren. Es geht nur um die drei Punkte.


PZ: Ihre neue Mannschaft rangiert auf Tabellenplatz 13 und ist meilenweit von ihrem selbst gesetzten Ziel entfernt. Woran liegt's?
Eggimann: Wir haben uns sehr hohe Ziele gesetzt, wollten besser abschneiden, als in der vergangenen Saison mit Platz acht. Es soll keine Ausrede sein: Aber wir hatten großes Verletzungspech und mussten auf bis zu acht Spieler verzichten.


PZ: Auch Sie selbst konnten Ihre letztjährige Leistung, die Sie noch im KSC-Trikot abgeliefert haben, noch nicht bestätigen. Macht Ihnen der geplatzte EM-Traum noch zu schaffen?
Eggimann: Eigentlich nicht. Denn inzwischen war ich ja wieder zweimal für die Nationalmannschaft im Einsatz – in der WM-Qualifikation gegen Lettland (2:1) in der zweiten Halbzeit und beim 2:1-Erfolg in Griechenland über die volle Spielzeit. Ich habe von Ottmar Hitzfeld eine neue Chance bekommen. Der neue Nationaltrainer war zufrieden mit mir. Aber auch ich hatte Verletzungspech. Das Bundesligaspiel gegen die Bayern habe ich wegen einer Platzwunde auf der Stirn verpasst. Und wenig später fiel ich wegen einer Oberschenkelzerrung aus. Erst in den letzten beiden Spielen stand ich wieder in der Startelf.


PZ: Aber den Wechsel nach Hannover haben Sie noch nicht bereut?
Eggimann: Nein, natürlich nicht. Ich wusste was ich tue. Nach sechs Jahren beim KSC war mir klar, dass dieser Neuanfang holprig werden könnte. Aber ich habe eine Luftveränderung gebraucht und gesucht. Allerdings ist es mir schon sehr schwer gefallen, meine zweite Heimat zu verlassen.


PZ: Dem KSC geht's sportlich momentan auch sehr schlecht. Wagen Sie eine Ferndiagnose?
Eggimann: Das möchte ich mir nicht anmaßen. Dazu bin ich zu weit weg. Das wäre meinen ehemaligen Mitspielern gegenüber auch respektlos. Außerdem: Wir haben genug eigene Probleme . . .


PZ: Sie können Ihrer neuen Mannschaft wertvolle Hinweise geben . . .
Eggimann: Ich kenne den KSC natürlich sehr gut.
Und der wichtigste Ratschlag
wird sein, den KSC auf keinen Fall
zu unterschätzen. Die Jungs haben große Qualitäten.


PZ: Wie sieht es mit einem Tipp aus?
Eggimann: Eigentlich müsste ich auf einen Sieg für uns tippen – 1:0. Aber das wird ein sehr schweres Spiel.
Und wenn dann ein Unentschieden dabei herauskommt – okay.
Ich hoffe einfach auf ein gutes,
auf ein großes Spiel. Und dabei soll der Bessere gewinnen.