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Schlägt seit dieser Saison in Calmbach auf: Der einstige britische Nationalspieler Craig Gascoyne. Foto: Knöller
Schlägt seit dieser Saison in Calmbach auf: Der einstige britische Nationalspieler Craig Gascoyne. Foto: Knöller
12.10.2018

Ex-Nationalspieler Craig Gascoyne trainiert den TV Calmbach

Bad Wildbad-Calmbach. Schwaben und Schotten wird nachgesagt, besonders sparsam, wenn nicht sogar geizig zu sein. Für die Tischtennisabteilung des schwäbischen Turnvereins Calmbach (TVC) trifft das gewiss nicht zu. Der in der zweithöchsten württembergischen Liga, der Verbandsklasse, angesiedelte Club hat keine Kosten und Mühen gescheut, einen Schotten als Spielertrainer zu verpflichten – zumindest einen Halbschotten. Craig Gascoyne ist der Sohn eines Schotten und einer Engländerin. „Mir gefällt es hier in Calmbach. Die Atmosphäre stimmt und alle im Verein sind wie eine große Familie“, sagt er auf Englisch, weil er Deutsch noch kräftig büffelt.

Als Jugendlicher hat der heute 35-Jährige einst für England, Schottland und Jersey das Nationaltrikot übergestreift. Die britischen Teams vertrat er bei Welt- und Europameisterschaften sowie Commonwealth-Spielen. Gascoynes größter Erfolg: Bronze bei der Schüler-Weltmeisterschaft.

Auch als Trainer verfügt der Mann, den die Liebe in das romantische Schwarzwaldörtchen Zavelstein verschlagen hat, über reichlich internationale Erfahrung. Zwischen 2004 und 2006 coachte er das englische Nachwuchsteam. In den folgenden zehn Jahren zeigte er auf der Kanalinsel Jersey den dortigen Jugendlichen, wie sie mit dem kleinen Zelluloidball umzugehen haben. Als er vor knapp einem Jahr, dank seiner Lebensgefährtin Ramona, in den Kreis Calw zog, schloss er sich zunächst für ein Jahr dem TSV Kuppingen an, der zur Stadt Herrenberg gehört. In der ersten Mannschaft, die in der Oberliga Baden-Württemberg mitmischte, kam er nur selten zum Einsatz. Dafür umso häufiger in der zweiten Garnitur des Vereins.

Weil Calmbach I aktuell eine Klasse höher als Kuppingen II agiert, ist es für Gascoyne schwer, als neue Nummer eins des TVC Fuß zu fassen. Nach den ersten drei Saisonpartien wartet er auf sein erstes Erfolgserlebnis, ebenso wie die Mannschaft um die starken Gebrüder Christian und Daniel Metzler, zwei Eigengewächsen.

Ziel: Der Klassenerhalt

Mit 1:5 Zählern steht der Absteiger aus der Verbandsliga Württemberg, der zur „Sportmannschaft des Jahres 2017 im Kreis Calw“ gewählt wurde, ebenfalls noch ohne Sieg da. Doch das kann und soll sich an diesem Sonntag ändern, wenn Gascoyne & Co. an einem Doppelspieltag die TTF Altshausen II (10.30 Uhr) und den SC Staig II (14.30 Uhr) empfangen.

Für den international erprobten Tischtennis-Crack steht fest: „Wir sind ein gutes Team mit einer guten Mentalität. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir die Klasse erhalten werden.“ Er weiß genau, woran es hapert: „Uns mangelt es noch an Stabilität.“

Dass es bisher noch nicht so richtig klappt, liegt auch an seinem „Zeitmanagement“, wie der Mann aus Nottingham bedauert. Sein Brot verdient er nämlich hauptsächlich in der Bad Liebenzeller Paracelsustherme, wo er in der Sauna dank seiner Aufgüsse für gute Stimmung sorgt.

Sein trockener englischer Humor garantiert ebenso dafür, dass in der Calmbacher Tischtennisabteilung die Stimmung nicht in den Keller sackt. Anders als sein Fast-Namensvetter, das einstige Enfant Terrible des englischen Fußballs, Paul Gascoigne, sorgt er ruhig und bedacht für Klarheit und nicht für Trubel und Aufregung rund um die Platten. Und das ist im Tischtennis schon ein Wert an sich.