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Seine größten Erfolge feierte Torwart Marjan Petkovic im Trikot von Eintracht Braunschweig.   Steffen
Seine größten Erfolge feierte Torwart Marjan Petkovic im Trikot von Eintracht Braunschweig. Steffen
19.02.2016

Ex-Profi Marjan Petkovic ist zurück in seiner Heimat in Sternenfels

Eigentlich wollte Marjan Petkovic noch ein, zwei Jahre auf Profiniveau Fußball spielen. Doch da war das Versprechen an die Gattin: Wir kehren zurück in die Heimat, nach Sternenfels in den Enzkreis. In ihrem Heimatort betreibt Valeska Petkovic die Pension Krone. Wer es heute als Torwart in die Bundesliga schafft, der spielt nicht wie Marjan Petkovic einst mit 18 Jahren noch im Tor des TSV Güglingen in der Kreisliga A. Früher war ein 36-Jähriger im besten Torhüteralter. Heute gilt er als Opa. „Das ist schade“, sagt Marjan Petkovic. Im Sommer hat er nach sechs Jahren den Zweitligisten Eintracht Braunschweig verlassen: „Mit 18 hätte ich niemals gedacht, dass ich es in die Bundesliga schaffe.“

Die Gattin und die beiden Töchter im Alter von sechs und neun Jahren wollten zurück in die Heimat: „Hier in Süddeutschland hat sich aber als Torwart nichts ergeben“, sagt Petkovic, der im vergangenen Sommer bei Drittligist Sonnenhof Großaspach als Torwarttrainer hätte einsteigen können. „Da habe ich noch zu sehr wie ein Spieler gedacht“, sagt Petkovic. Jetzt ist das Leben als Profi vorbei, Zeit für ein neues, in dem er seine Frau nun als Herbergsvater unterstützt.

Als Handlungsreisender in Sachen Profifußball hat Petkovic schon viele Hotels kennengelernt. „In den letzten ein, zwei Jahren mit einem anderen Blick“, sagt er. „Ich habe Fünf-Sterne-Hotels erlebt, bei denen der Service unterirdisch war.“ Klein, aber fein, das ist die Devise der Petkovics. Sein Braunschweiger Ex-Trainer Torsten Lieberknecht hat sich neulich gemeldet, als er von den Übernachtungsmöglichkeiten im Hause Petkovic hörte: „Schön, dann können wir bei den Auswärtsspielen in Karlsruhe und Sandhausen ja in eurem Hotel übernachten.“

Das Problem: Mehr als 22 Mann kommen in der Sternenfelser Krone nicht unter. Die Entourage eines Proficlubs ist einfach zu groß. Das ist bei Amateurvereinen anders. „Diese Fußball-Nische wollen wir besetzen“, sagt Petkovic. Die Profis fahren in die Türkei oder nach Portugal. Und die Amateure? Also bietet er Kurztrainingslager in der Pension an. Der Sportplatz ist nicht weit weg, in der Nähe gibt es eine Soccerhalle und einen Klettergarten.

Auch das Teambuilding kommt nicht zu kurz. „Man bekommt unglaublichen Durst, wenn man die Gaststube der Krone betritt“, sagt Steffen Baumann, der Vorstand der Sportfreunde Lauffen. Soso.

Vereinshymne geschmettert

Der Unterländer Bezirksliga-Tabellenführer war unlängst übers Wochenende mit den Fußballern dort. Jetzt kennen die Lauffener auch württembergischen Wein, den aus Sternenfels. „Nicht nur deshalb war das eine prima Sache“, sagt Baumann. Petkovic lobt die Premieren-Gäste aus Lauffen: „Ich habe noch nie erlebt, dass eine Mannschaft ihre Vereinshymne so inbrünstig schmettert“, sagt Marjan Petkovic.

Nebenbei feilt er an einer weiteren Karriere. „Ich möchte Torwartrainer werden, will dabei aber nichts geschenkt bekommen und die notwendigen Scheine machen.“ Der Ex-Profi kann sich einen Job im Jugendfußball gut vorstellen. Beim VfB Stuttgart hat er deshalb im vergangenen Sommer reingeschnuppert, in der Hoffenheimer Jugendakademie ein Praktikum absolviert. Derzeit ist er als Hospitant am DFB-Förderstützpunkt Heilbronn tätig. Ein Comeback als Spieler bei einem Club in der Region schließt er im Moment aus. „Dafür habe ich zu viel zu tun“, sagt er.

Ab und an hat er zuletzt bei Clubs wie in Güglingen oder Lauffen im Training vorbeigeschaut und mit den Torhütern gearbeitet. „Unser Torwart hat ein paar Tage nicht laufen können“, sagt der Lauffener Steffen Baumann. Das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.