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Früherer VfB-Teamchef Babbel kritisiert die häufigenTrainerwechsel beim VfB Stuttgart.
Markus Babbel © dpa
12.10.2010

Ex-VfB-Trainer Babbel rüffelt Stuttgarter Spieler

STUTTGART. Jetzt hat sich auch Markus Babbel in die Diskussion um seinen Nachfolger Christian Gross beim kriselnden VfB Stuttgart eingeschaltet. „Beim VfB muss sich jeder Spieler mal selbst hinterfragen, ob er alles für seinen Job tut. Es kann doch nicht sein, dass dort jedes Jahr der Trainer ausgewechselt wird“, sagte der ehemalige Teamchef des schwäbischen Fußball-Bundesligisten im Interview des „Berliner Kurier“ (Dienstag-Ausgabe). „Erst Veh, dann ich, jetzt hat es Gross schwer.“

Gross hatte Babbel am 6. Dezember 2009 abgelöst, nachdem der VfB unter dem ehemaligen Nationalspieler auf den Relegationsplatz abgestürzt war. Babbel hatte die Stuttgarter erst ein gutes Jahr vorher von Armin Veh in einer ähnlich kritischen Situation übernommen. Als Teamchef führte er den Verein noch auf Rang drei und in die Champions League. Das Aus kam dann, während Babbel in Köln den Trainerschein machte. Inzwischen steht der Europameister von 1996 mit Hertha BSC Berlin an der Tabellenspitze der Zweiten Bundesliga.

Veh hatte den VfB im Februar 2006 übernommen, als er unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni ebenfalls auf Talfahrt gewesen war. Der Augsburger holte mit Stuttgart in der Saison 2006/2007 den vorerst letzten Meistertitel und schaffte danach den Sprung in den UEFA-Pokal-Wettbewerb. Aber am 23. November 2008 war auch für ihn dann Schluss.

Unter Gross ist der VfB inzwischen ans Tabellenende abgestürzt. An sieben Spieltagen gelang nur ein Sieg (7:0 gegen Borussia Mönchengladbach) bei sechs Niederlagen. In der vergangenen Saison hatte der Schweizer die Stuttgarter vom 16. Platz in den UEFA-Cup gebracht. Der VfB war damals beste Rückrunden-Mannschaft der Liga.

Am Samstag kommt es zum Keller-Knüller beim Vorletzten FC Schalke 04. Diese richtungsweisende Partie könnte über die weitere sportliche Zukunft des Schweizers bei den Schwaben entscheiden. Weder Vorstand, noch Management oder Aufsichtsrat haben bislang von einem Ultimatum gesprochen. Aber seit Wochen kursieren Spekulationen über potenzielle Nachfolger. Vor allem Christoph Daum wird immer wieder genannt, mit dem die Stuttgarter 1992 Meister geworden sind. dpa