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28.04.2010

FC Bayern im Champions-League-Finale ohne Ribéry

MÜNCHEN. Aus der Traum - der Endspiel-Bann der UEFA traf Franck Ribéry ins Mark und schockte auch den FC Bayern am Tag nach der magischen Fußball-Nacht von Lyon. Der französische Topstar wurde nach seiner Roten Karte im Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon entgegen den Erwartungen des Rekordmeisters am Mittwoch nicht nur für ein Spiel, sondern gleich für drei Partien gesperrt. Ribéry muss damit auch beim Champions-League-Finale am 22. Mai in Madrid zuschauen. Bayern-Trainer Louis van Gaal mochte nach der Landung auf dem Münchner Flughafen am Gepäckband spontan keinen Kommentar abgeben. Man hatte aber auf ein milderes Urteil spekuliert. „Wir hoffen, dass uns Franck im Finale wieder zur Verfügung steht“, hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch am Dienstagabend nach dem 3:0-Sieg gegen Lyon zuversichtlich verkündet. Man habe „großes Vertrauen in die UEFA-Gerichtsbarkeit, dass das gewünschte Ergebnis rauskommt“, sagte er. Doch daraus wurde nichts.

Den Tritt von Ribéry im Halbfinal-Hinspiel auf den Fuß von Lyons Mittelstürmer Lisandro Lopez bestrafte die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) kompromisslos. Drei Tage haben die Bayern nun Zeit für einen möglichen Einspruch, teilte die UEFA mit. In Lyon hatte Rummenigge angekündigt: „Wir werden auch kämpfen.“

Die private Rotlicht-Affäre, Verletzungen, nun die Final-Sperre - ausgerechnet die WM-Saison verläuft für Ribéry wie verhext. Unbedingt wollte er im Champions-League-Endspiel vor den Augen der Fußball-Welt und im Stadion von Real Madrid sein sportliches Können demonstrieren. Statt der internationalen Bühne kann er nun nur noch mithelfen, in den Ligaspielen gegen Bochum und Hertha sowie dem Pokalfinale gegen Werder Bremen aktiv zum Gewinn zweier nationale Trophäen beizutragen.

Es sind wahrlich schwierige Zeiten für Ribéry, dessen Zukunft ebenfalls ungeklärt ist. Geht er? Bleibt er? Verlängert er gar in München? Fragen über Fragen. Sein Marktwert fällt aktuell eher. In München haben sie ihm immerhin Unterstützung versprochen. „Bayern München ist eine große Familie und bei großen Familien hält man zusammen“, hatte Rummenigge verkündet. Für die schon mehrfach vertagten Vertragsgespräche mit Ribéry brauche man jedoch „Ruhe und Gelassenheit“, hatte der Bayern-Chef zuletzt gesagt. Und gelassen wird Monsieur Ribéry am Mittwoch nach dem finalen UEFA-Bannstrahl nicht reagiert haben - eher geladen.