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Mächtig strecken muss sich der FC Nöttingen in der Relegation. Im letzten Ligaspiel gegen Hollenbach war der Einsatz von Theodor Bräuning (im Luftzweikampf) und Reinhard Schenker jedenfalls zu wenig. Trainer Gerd Dais grübelt. Der Druck vor den Entscheidungsspielen ist groß.  Hennrich
Mächtig strecken muss sich der FC Nöttingen in der Relegation. Im letzten Ligaspiel gegen Hollenbach war der Einsatz von Theodor Bräuning (im Luftzweikampf) und Reinhard Schenker jedenfalls zu wenig. Trainer Gerd Dais grübelt. Der Druck vor den Entscheidungsspielen ist groß. Hennrich
22.05.2016

FC Nöttingen: Auf Trainer Dais wartet viel Arbeit

Wenn die alte Theaterweisheit, wonach einer missglückten Generalprobe eine glänzende Premiere folgt, auch auf den Fußball anwendbar sein sollte, dann kann für den FC Nöttingen alles nur gut werden. Denn der Regionalliga-Anwärter leistete sich am Sams-tag zum Oberliga-Abschluss bei der 2:4-Heimniederlage gegen den FSV Hollenbach erschreckende Schnitzer – vor allem in der Abwehr.

Da nützte das passable Umschaltspiel ebenso wenig wie die Tatsache, dass der FCN deutlich mehr Druck entwickelte. Aber hinten ging es einfach zu lasch zu. Auf Gerd Dais, den Trainer des Vizemeisters, wartet jedenfalls vor der Aufstiegs-Partie am Donnerstag zu Hause gegen Rot-Weiß Frankfurt noch eine Menge Arbeit.

„Fokus auf Rot-Weiß Frankfurt“

„Wir sollten nicht den Kopf hängen lassen. Das Spiel hatte nicht die riesige Bedeutung für uns“, beschreibt Dais die Tatsache, dass sich sein Ärger in Grenzen hält. Er gibt die Marschrichtung vor: „Wir richten von Montagabend an den Fokus auf Rot-Weiß Frankfurt“. Hessens Vizemeister kreuzt dann in Nöttingen auf. Trainerkollege Ralf Stehle steht ihm bei: „Es ging für beide Mannschaften um nichts mehr. Nöttingen wird sich am Donnerstag steigern. Im Vorjahr ist auch der baden-württembergischen Vizemeister aufgestiegen.“ Jedenfalls freut er sich über den sechsten Rang und die beste Platzierung aller Zeiten für die Elf aus dem Hohenlohischen.

Dabei beginnt doch alles so gut für die Nöttinger. Nachdem zuvor der zu den besten Akteuren zählende Marc Schneckenberger noch mit der Hacke am Ball ist, lenkt Hollenbachs Maximilian Egner das Spielgerät aus einem Meter Entfernung in die eigenen Maschen (24.).

Doch der FCN leistet sich eine Viertelstunde später einen ebenso krassen Fehler: Ein Rückpass von Holger Fuchs zu dem nach langer Zeit wieder aufgebotenen Torwart Robin Kraski ist so ungenau, dass der pfeilschnelle Deutsch-Kongolose Boris Nzuzi das Leder erwischt und zur Hollenbacher 2:1-Führung vollendet. In der 47. Minute ist Timo Brenner nicht auf der Höhe, als Nzuzi erneut die Unkonzentriertheit des FCN ausnützt und auf 3:1 erhöht. Ein Distanzschuss Schneckenbergers in der 50. Minute zum 2:3 lässt Hoffnungen auf ein versöhnliches FCN-Ergebnis aufkeimen, doch Einwechselspieler Jan Schreiber macht in der 87. minute mit einem 15-Meter-Schuss zum 4:2 für Hollenbach alles klar.

Torhüter Kraski, den kaum eine Schuld an der Niederlage trifft, übt Kritik an sich und seinen Kameraden: „Wir hatten zwar 80 Prozent vom Spiel, aber nichts reingekriegt. Bei vier Gegentoren kann ich nicht zufrieden sein.“ Dagegen tröstet Eray Gür seine Mitstreiter: „Wir sollten das nicht so ernst nehmen. Viele von uns kämpften halbherzig und hatten schon das Spiel am Donnerstag im Kopf.“