Mit einem Doppelschlag  entschied Timo Brenner (Mitte) das letzte Saisonspiel des FC Nöttingen gegen Denzlingen. Leutrim Neziraj (links) und Felix Zachmann (rechts) freuen sich mit dem Torschützen. Michael Fuchs saß zum letzten Mal auf der Trainerbank.
Mit einem Doppelschlag entschied Timo Brenner (Mitte) das letzte Saisonspiel des FC Nöttingen gegen Denzlingen. Leutrim Neziraj (links) und Felix Zachmann (rechts) freuen sich mit dem Torschützen. Michael Fuchs saß zum letzten Mal auf der Trainerbank. 
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FC Nöttingen: Brenner-Tore versüßen Abschied

NÖTTINGEN. Mit dem 2:0-Sieg zum Saisonabschluss gegen Denzlingen ist Fußball-Oberligist FC Nöttingen nicht nur der Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz gelungen, auch Trainer Michael Fuchs wurde der Abschied versüßt.

Bis auf das Ergebnis war die Partie gegen den bereits abgestiegenen FC Denzlingen aber eigentlich nur eine willkommene Nebensache. Vielmehr ging es im Panorama-Stadion darum, dem scheidenden Trainer sowie den Akteuren Sascha Paseka (Grunbach) und Marco Wildersinn (Rot-Weiß Essen) eine standesgemäße Bühne zu bieten. Dass die Gäste aus Südbaden unter dem Strich nur zum Punktelieferanten für den Oberliga-Neunten taugten, kündigte sich früh an, als Timo Brenner die Begegnung mit einem Doppelschlag (7./13.) entschied und dabei die gegnerische Abwehr ziemlich schlecht aussehen ließ. Der Rest war Schaulaufen. Pech für die Lila-Weißen allerdings, dass der eingewechselte Marco Mössner nach der Pause noch zwei hundertprozentige Möglichkeiten frei vor dem Tor vergab. Aber auch die Denzlinger zeigten Abschlussschwächen, als Mittelstürmer Tobias Ruf mehrfach aus kurzer Distanz an FCN-Keeper Matthias Dörrich scheiterte.

„Der ‚Matze‘ hat unglaublich auf der Linie pariert“, lobte Fuchs seinen Schlussmann. „Das Spiel war teilweise wie ein offener Schlagabtausch. Aber auch wir haben zu viele Torchancen des Gegners zugelassen. Und das ärgert mich.“ Mehr zu meckern gab es für Fuchs allerdings kaum. Und, er hinterlässt seinem Nachfolger Michael Wittwer eine intakte Mannschaft mit hungrigen, jungen Spielern.

In den Abschied mischten sich aber auch nachdenkliche Worte: „Ich musste in Nöttingen erst Vertrauen zurückgewinnen, weil mein letzter Abschied hier nicht ganz so leicht und freundlich ablief wie der jetzige“, erinnert sich der Fußball-Lehrer. Außerdem sieht Fuchs das gescheiterte Experiment mit den Ex-Profis Thomas Ollhoff und Gilles Ekoto-Ekoto als zusätzliches Hemmnis für eine bessere Platzierung. „Wir hätten uns aber auch warm anziehen können, wenn die Zusammenarbeit mit unserem U23-Team und der A-Jugend nicht so gut geklappt hätte“, fügt er hinzu.

In seiner neuen Funktion als eine Art Sportdirektor hinter den Kulissen wird sich Fuchs beim FCN sowohl um Spieler-Neuverpflichtungen als auch um die Jugend kümmern. „Mal schauen, ob ich mich in dieser Rolle genauso wohlfühle wie auf der Trainerbank. Aber ich freue mich darauf“, sagt er. Die Mannschaft übernehmen wird Michael Wittwer, der im Moment noch in den USA seinen Urlaub verbringt. Ihm steht für die kommende Saison bereits ein Kader von 16 Mann zur Verfügung, darunter die Neuzugänge Michael Cycon (Kieselbronn) und Ignazio Scozzari (1. FC Pforzheim). Gut möglich, dass auch noch Ex-Profi Dubravko Kolinger als A-Lizenz-Inhaber den Posten des Co-Trainers übernimmt. „Das wäre eine Option, wird aber erst nach der Rückkehr von Michael Wittwer entschieden“, betont FCN-Vorstand Dirk Steidl.

Mindestens zwei neue Spieler stehen noch auf dem Nöttinger Wunschzettel – ein Mann für die rechte Abwehrseite und ein Stürmer. Letzterer könnte vielleicht Marius Schäfer heißen, der mit dem Liga-Rivalen SV Spielberg abgestiegen ist. „Wir müssen mal sehen, ob es da eine Möglichkeit gibt. Er ist aber auf alle Fälle ein interessanter Spieler“, sagt Steidl. Und noch einen Abschied hat der FCN zu melden: Nach sechseinhalb Jahren verlässt auch Routinier Christian Simon (40/FC Nöttingen II) die Lila-Weißen. Er wird mit dem Landesliga-Zweiten FC Birkenfeld in Verbindung gebracht.