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Keine Chance:  Nöttingens Stürmer Leutrim Neziraj (rechts) gegen Simon Zweifel (links) und Ulrich Klar vom FV Illertissen.
Keine Chance: Nöttingens Stürmer Leutrim Neziraj (rechts) gegen Simon Zweifel (links) und Ulrich Klar vom FV Illertissen. © Gössele
27.03.2011

FC Nöttingen: Der Vorsprung schmilzt weiter

NÖTTINGEN. Drei Spiele in Folge ohne Sieg: Das hat es für den FC Nöttingen in dieser Saison noch nicht gegeben. Am Samstag kam der Oberliga-Spitzenreiter auch gegen den FV Illertissen nicht über ein mageres 0:0 hinaus.

Kein Wunder also, dass der einst so komfortable Vorsprung des Tabellenführers dahinschmilzt wie der letzte Schnee an den Hängen des Nordschwarzwaldes. Nach dem 1:1 in Reutlingen und dem bitteren 0:3 in Walldorf schafften die lilaweißen Gipfelstürmer gegen Illertissen nicht die erhoffte Wende. Zwar rangiert die Mannschaft von Trainer Michael Wittwer nach wie vor an der Spitze der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg, neun Punkte vor dem SV Waldhof. Der schärfste Rivale im Titelrennen hat allerdings zwei Spiele weniger auf dem Konto als die Nöttinger, kann also noch auf drei Punkte Differenz herankommen und im Heimspiel gegen die Nöttinger am 15. April sogar gleichziehen.

Doch das sind alles Rechenspielchen, an denen sich Nöttingens Trainer Wittwer überhaupt nicht beteiligen möchte. Von einer Krise seiner Mannschaft will er schon gar nicht sprechen: „Wir haben jetzt ein Spiel verloren in diesem Jahr. Ich war noch nie besonders euphorisch, deshalb bin ich auch jetzt nicht besonders enttäuscht“, versucht der Trainer, trotz der aktuellen Durststrecke die Ruhe zu bewahren.

Aufregen konnte sich der Coach aber über seinen Stürmer Leutrim Neziraj. Denn der hatte in 73. Minute die Riesenchance zum 1:0. Nach einer tollen Kombination über Felix Zachmann und Thomas Ollhoff stand „Leo“, wie sie ihn in Nöttingen nennen, allein vor dem gegnerischen Tor, zögerte aber zu lange. „Der muss rein, da gibt es überhaupt keine Entschuldigung“, redete Wittwer Klartext. Dabei hatte der Trainer vor der Partie noch überlegt, Neziraj auf der Bank zu lassen und dafür Timo Brenner stürmen zu lassen. Doch am Samstagmorgen entschied er sich doch noch einmal anders.

Dass die Nöttinger offenbar auch ihr Glück aufgebraucht haben, offenbarte sich in der 83. Minute. Nach einer Freistoßflanke von Thomas Ollhoff bugsierte Metin Telle den Ball geschickt ins Tor. Doch der Linienrichter winkte Abseits. Eine Fehlentscheidung, wie die Videobilder zeigen. Als Ollhoff den Ball spielte, stand Telle noch deutlich vor den gegnerischen Abwehrspielern. „Das war nie und nimmer Abseits“, ärgerte sich der Stürmer – zurecht.

Der Punktgewinn für Illertissen war aber nicht unverdient. Die Gäste aus Bayern versteckten sich nicht, hatten vor allen durch Fernschüsse von Kapitän Steffen Kuhn recht gute Chancen. „Wir sind sehr, sehr zufrieden, denn wir haben relativ wenige Chancen der Nöttinger zugelassen“, freute sich Gästecoach Karl-Heinz Bachthaler.