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Nicht nur an einem, sondern an gleich vier Toren war Mario Bilger gegen Nöttingen beteiligt. Foto: PZ-Archiv
12.10.2012

FC Nöttingen: Die neue Leichtigkeit beim Torschuss

Als Mario Bilger in der 83. Minute vom Platz ging, wurde er lautstark gefeiert. Den Applaus hatte sich der Mittelfeldspieler des FC Nöttingen redlich verdient. Beim 5:1 (3:0)-Sieg der Lila-Weißen gegen den SSV Reutlingen in der Fußball-Oberliga hatte der Linksfuß das 3:0 (42.) und 5:1 (79.) selbst erzielt, den Elfmeter zum 2:0 durch Reinhard Schenker herausgeholt (38.) und das 4:1 durch Niklas Hecht-Zirpel (75.) mustergültig vorbereitet. Lediglich am frühen 1:0 durch Leutrim Neziraj (8.) war Bilger nicht beteiligt.

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Mit seinen beiden Treffern hat der Mittelfeldspieler in der internen Torschützenliste jetzt mit fünf Toren die Nase vorne – vor Neziraj und Hecht-Zirpel (je 4). „Aber um die interne Torjägerkanone geht es keinem. Hauptsache wir machen unsere Tore“, versicherte der 24-Jährige lächelnd. Dabei waren alleine Bilgers Tore im Nöttinger Panoramastadion das Eintrittsgeld wert. Beim 3:0 traf er mit einem satten Innenristschuss via Innenpfosten. Auch beim „Tor des Monats“ zum 5:1, als er eine Ecke an der Strafraumgrenze direkt nahm, flog der Ball nach dem Vollspannschuss via Innenpfosten ins Netz. Das Toreschießen fiel den Nöttingern an diesem Abend scheinbar leicht. Dabei war ihnen das zuletzt so schwer gefallen. Sechs Tore hatten die Nöttinger in den ersten fünf Heimspielen erzielt, jetzt also fünf im sechsten.

Entsprechend entspannt war Michael Wittwer. „Wir haben das heute besser gemacht, was zuvor nicht geklappt hatte“, sagte der FCN-Trainer. Gemeint war damit vor allem die Konsequenz vor dem Tor. Fast schon melancholisch ergänzte der Trainer: „Wenn wir das immer so gemacht hätten, würden wir weiter in der Tabelle weiter vorne stehen.“

Leise Kritik trotz des Erfolgs

Die eine oder andere kritische Anmerkung hatte das Nöttinger Personal aber auch zum deutlichen Sieg. Zum Beispiel zu der Szene in der 47. Minute, als Reutlingens Torhüter Timo Hammel bereits ausgespielt war, doch weder der ballführende Leutrim Neziraj noch Bilger es schafften, den Ball im leeren Tor unterzubringen. Wäre in dieser Szene das 4:0 gefallen, hätten sich die Nöttinger eine kurze Zitterphase erspart.

Zunächst musste Bilger nach einer Ecke per Kopf auf der Linie klären (60.), dann gelang Reutlingens Torjäger Marcel Brandstetter das 1:3 (66.), ein Tor, das vor allem FCN-Keeper Sascha Rausch wurmte. Denn zum einen hatte Rausch die Hand schon am Ball („Da kann man pfeifen, muss man aber nicht“), zum anderen endete damit nach 362 Minuten die Nöttinger Serie ohne Gegentor. „Ich ärgere mich sehr“, gestand der FCN-Keeper, „aber ein 5:1 ist allemal besser als ein 0:0“, ordnete er das Ergebnis schnell richtig ein.

Warum die Nöttinger Abwehr zuletzt so standhaft war, wusste er auch: „Die Mannschaft arbeitet defensiv richtig gut. Und das fängt schon bei den Angreifern an.“ Und wenn die dann auch noch treffen, so wie am Donnerstagabend, bleiben keine Wünsche mehr offen.