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Erste Erfahrungen im DFB-Pokal sammelte der FC Nöttingen (links Timo Brenner) vor einem Jahr, als der Oberligist in Reutlingen gegen Hannover 96 (rechts Mohammed Abdellaoue) mit 1:6 verlor. DPA-Archiv
Erste Erfahrungen im DFB-Pokal sammelte der FC Nöttingen (links Timo Brenner) vor einem Jahr, als der Oberligist in Reutlingen gegen Hannover 96 (rechts Mohammed Abdellaoue) mit 1:6 verlor. DPA-Archiv
17.06.2013

FC Nöttingen: Erst die Arbeit, dann das Pokalvergnügen

Das Glückslos Schalke 04 wird dem FC Nöttingen in der ersten Runde des DFB-Pokals viel Aufmerksamkeit und hohe Einnahmen bescheren. Auf den Fußball-Oberligisten wartet im Vorfeld der Partie, die im Zeitraum 2. und 5. August (Freitag bis Montag) stattfinden wird, aber auch jede Menge Aufregung und ungelöste Probleme. Vor dem Pokalvergnügen wartet jede Menge Arbeit. Die PZ beantwortet einige der vielen Fragen, die sich stellen.

Kann der FC Nöttingen wie gewünscht im Karlsruher Wildparkstadion spielen?

Die Stadt Karlsruhe ist als Stadionbesitzer grundsätzlich gewillt, das möglich zu machen, wie Helga Riedel vom Presseamt der Fächerstadt sagt. Doch zunächst muss das mit allen zuständigen Institutionen und Behörden (Polizei, Ordnungsamt, Fanprojekte) abgestimmt werden. Auch der Zweitligist Karlsruher SC, der am gleichen Wochenende ebenfalls ein Pokal-Heimspiel (gegen Wolfsburg) hat, ist in die Gespräche eingebunden. Mit der Polizei muss geklärt werden, ob der erwartete Ansturm von mehreren Tausend Schalke-Fans in Karlsruhe zu Sicherheitsproblemen führen kann. So würde zum Beispiel ein Aufeinandertreffen des Karlsruher SC mit Schalke 04 als sogenanntes „Risikospiel“ eingestuft.

Wie hoch wäre die Miete für ein Spiel im Wildparkstadion?

Das weiß im Moment noch niemand zu sagen. Allzu hoch aber wohl nicht, wenn man davon ausgeht, dass der Karlsruher SC laut einem Gemeinderatsbeschluss von 2011 eine Jahresmiete von 150000 Euro zahlt.

Wann wird genau gespielt?

Das will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) „zeitnah“ festlegen, wie die DFB-Pressestelle verlauten lässt. Vor einem Jahr dauerte es zweieinhalb Wochen, bis die Termine standen. Dabei können die Vereine zwar Wünsche äußern, doch das letzte Wort haben meistens die Sicherheitsfachleute. So muss gewährleistet werden, dass sich die Wege von Fans verfeindeter Clubs – zum Beispiel die Fußballanhänger aus Dortmund und Gelsenkirchen – am Spieltag nicht zufällig kreuzen. Falls zwei Spiele in Karlsruhe stattfinden, ist zudem davon auszugehen, dass eher nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gespielt wird. Der Nöttinger Vorsitzende Dirk Steidl nimmt es gelassen: „Da haben wir keinen Einfluss drauf.“

Welchen Zuschauerandrang darf Nöttingen erwarten?

Einen großen, denn Schalke hat viele Fans in ganz Deutschland. Der Nöttinger Vorsitzende Dirk Steidl setzt seine Schätzungmit 10000 bis 15000 wohl eher bescheiden an. Zum Vergleich: Als 2011 der südbadische Landesligist Teningen im Freiburger Stadion gegen Schalke antrat, kamen 21000 Zuschauer. Das könnte auch für das Nöttinger Spiel eine realistische Schätzung sein. Schließlich hatte Steidl bereits gestern morgen die ersten 500 Bestellungen vorliegen, aus ganz Baden-Württemberg, aber auch aus Gelsenkirchen und Berlin. Insgesamt ist das Wildparkstadion für knapp 30000 Zuschauer zugelassen.

Wie viel Geld kann Nöttingen im Pokal verdienen?

Sicher ist das Fernsehgeld für die erste Pokalrunde von knapp 110000 Euro. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Spiel – die wiederum hängen von vielen Faktoren ab. Von den Zuschauereinnahmen bekommt jeder beteiligte Verein rund 40 Prozent, außerdem kann man mit der Bewirtung der Stadiongäste gutes Geld verdienen. Auf der Gegenseite stehen Ausgaben für die Stadionmiete oder für den Ordnungsdienst. Sicher scheint, dass der FCN 2013 mit Schalke besser abschneidet als vor einem Jahr, als man mit dem Spiel gegen Erstligist Hannover 96 nach schwieriger Stadionsuche nach Reutlingen ausweichen musste, was mit hohen Zusatzkosten verbunden war. Außerdem blieb die Kulisse mit 3500 Fans eher spärlich. Rückblickend beziffert Steidl den Gewinn aus der DFB-Pokal-Teilnahme 2012 mit rund 80000 Euro.

Wie kann der FC Nöttingen ein so großes Spiel organisatorisch stemmen?

Falls tatsächlich im Wildparkstadion gespielt werden darf, setzt Steidl ganz auf eine Kooperation mit dem Karlsruher SC – sowohl beim Ordnungsdienst, als auch bei der Gastronomie und dem Ticketverkauf. Der Oberligist würde also zahlreiche Aufgaben an den erfahrenen Zweitligisten auslagern. Ähnlich war man auch 2012 mit dem SSV Reutlingen verfahren.