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Abklatschen mit den Fans:  Für Dubravko Kolinger (rechts) und den FC Nöttingen läuft es im Panoramastadion erstaunlich gut.
Abklatschen mit den Fans: Für Dubravko Kolinger (rechts) und den FC Nöttingen läuft es im Panoramastadion erstaunlich gut. © Gössele
29.11.2010

FC Nöttingen: Heimkomplex? Von wegen!

Es ist das letzte Heimspiel im Jahr 2010 gewesen – und der FC Nöttingen hat es eindrucksvoll gestaltet. Wie schon in den Wochen zuvor gegen die Spvgg Neckarelz (3:0), den SGV Freiberg (3:2) und den SV Linx (6:1) verwöhnten die Lila-Weißen das gewohnt anspruchsvolle Publikum im Panoramastadion auch gegen die TSG Balingen (4:2) mit schönen Kombinationen und feinem Offensivfußball.

„Über 90 Minuten gesehen war das eine richtig tolle Leistung“, sprach Michael Wittwer, der Trainer des Fußball-Oberligisten seiner Elf ein riesiges Kompliment aus. „Die beiden Gegentore sind für mich nicht relevant. Viel wichtiger war, dass wir zu jeder Zeit Chancen kreiert haben – aus dem Spiel heraus, mit Hinterlaufen. Da war alles drin, was Fußball schön macht.“

Ähnlich wie Wittwer beurteilten auch Dirk Steidl und die auswärtige Presse den Auftritt des FCN. „Die Leistung der gesamten Mannschaft war klasse“, meinte der Nöttinger Vereinschef am gestrigen Montag, während der „Zollern-Alb-Kurier“ schrieb, dass sich die TSG Balingen zwar unter Wert verkauft hatte, wohl aber auch in Bestform nicht viel hätte ausrichten können.

Einzige Saisonniederlage

Zuhause ist der FC Nöttingen in dieser Saison einfach eine Macht – auch wenn das Team seine bislang einzige Niederlage vor heimischem Anhang kassiert hat (0:2 gegen den SV Waldhof Mannheim). Die übrigen acht Partien im Panoramastadion wurden jedoch alle gewonnen. Zum Vergleich: In der gesamten Spielzeit 2009/2010 waren dem FCN lediglich sieben Heimsiege gelungen. Hinzu kamen zwei Unentschieden und acht Niederlagen. Immer wieder war von einem Heimkomplex die Rede.

Es stellt sich also die Frage, was diesen Wandel ausgelöst hat? Woher kommt die neugewonnene Stärke auf dem eigenen Platz? Dafür fehlt den Nöttingern jegliche Erklärung. „Ich habe überhaupt keine Ahnung“, hatte Coach Wittwer vor wenigen Wochen gesagt. Im Grunde wird es dem 43-Jährigen auch egal sein – so lange sein Team zuhause weiter so eindrucksvoll spielt. Jerôme Nell