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Im Mittelpunkt stand Leutrim Neziraj (vorne) am Ende der Partie in Hollenbach.
Im Mittelpunkt stand Leutrim Neziraj (vorne) am Ende der Partie in Hollenbach. © PZ-Archiv, Becker
01.11.2010

FC Nöttingen: Nezirajs Schubser sorgt für Aufregung

HOLLENBACH. Nein, es war kein gemütlicher Samstagsausflug für den FC Nöttingen. Das Gastspiel beim abstiegsbedrohten Aufsteiger FSV Hollenbach wurde für den Oberliga-Tabellenführer keineswegs zu einer entspannten Landpartie. Es war ein hartes Stück Arbeit für die Elf von Trainer Michael Wittwer. Am Ende ging seine Mannschaft dann mit 2:0 als Sieger vom Platz.

„Das Spiel stand lange auf des Messers Schneide“, sagte Wittwer nach der Partie. Erst in der Nachspielzeit war Ricardo Di Piazza der erlösende Endstand gelungen. „Aufgrund der ersten Halbzeit geht das Spiel in Ordnung“, so Wittwer. „Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit das Spiel aus der Hand gegeben haben.“

Hollenbach begann gegen den Tabellenführer forsch, störte früh und ließ die Nöttinger nur selten zur Entfaltung kommen. Doch mit zunehmender Spielzeit stand Hollenbachs Torhüter Tobias Röschl immer stärker im Brennpunkt. So blieb er gegen Metin Telle (2.), gegen Ricardo Di Piazza (22.) und Leutrim Neziraj (26.) Sieger. Auf Hollenbacher Seite sorgten Steffen Lauser (4.), Joseph Fameyeh (17.) und Manuel Hofmann (34.) für Gefahr vor dem Gehäuse von Torhüter Daniel Jilg. Mit dem 0:0 ging es in die Pause. Durchaus etwas schmeichelhaft für die Hausherren.

Mittelfeld schnell überbrückt

Doch nach dem Seitenwechsel legten die Nöttinger einen Blitzstart hin. Mit zwei, drei Doppelpässen wurde das Mittelfeld überbrückt und der FCN stieß in den Strafraum vor. Als die Situation allerdings schon fast geklärt schien, landete ein Abpraller auf dem Kopf von Telle, der aus kurzer Entfernung freistehend den Ball über die Linie drückte (46.). „Wir sind etwas gestockt, da ein gegnerischer Spieler schreiend auf dem Boden lag“, sagte FSV-Trainer Manfred Stephan. Diese Sekunden der Unaufmerksamkeit nutze der Tabellenführer.

Doch danach stellte Nöttingen das Fußballspielen ein. Hollenbach bekam die Partie in den Griff. Doch Fameyeh (55.), der an Jilg scheiterte, Maximilian Gebert (56.), der knapp am Tor vorbei schoss, vergaben beste Möglichkeiten. Geschockt war der FSV in der 75. Minute, als Torhüter Röschl mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz getragen werden musste. Neziraj hatte Hollenbachs Kapitän Dominik Streicher einen unnötigen Schubser mitgegeben, der dann unglücklich mit seinem Torhüter zusammenprallte. Er wurde vom Krankenwagen abgeholt – mit Verdacht auf Kreuzbandriss. Eine Untersuchung steht noch aus.

„Das war keine Absicht“

Der Angreifer war dann auch an der spielentscheidenden Szene beteiligt. In der Nachspielzeit foulte ihn Manuel Hofmann. Die Aktion wertete Schiedsrichter Michael Schroeter als Notbremse und stellte den Abwehrspieler vom Platz. Di Piazza verwandelte den Freistoß direkt. „Es tut mir leid für Hollenbachs Torhüter“, sagte Wittwer hinterher. „Unser Spieler wollte keinen verletzen. Das war bestimmt keine Absicht.“