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Pokalspiel mit Haken und Ösen: Reichenbachs Nico Bretzinger (rechts) gegenNöttingens Gelb-Rot-Sünder Felix Zachmann (links) und Elfmeter-VerursacherSascha Paseka..  GES
Pokalspiel mit Haken und Ösen: Reichenbachs Nico Bretzinger (rechts) gegenNöttingens Gelb-Rot-Sünder Felix Zachmann (links) und Elfmeter-VerursacherSascha Paseka.. GES
15.08.2012

FC Nöttingen: Ominöse Pfiffe, verbale Ausrutscher und eine ungewollte Zusatzschicht

NÖTTINGEN. Nein, in Ruhe vorbereiten konnte sich der FC Nöttingen in dieser Woche noch nicht auf seinen sportlichen Jahres-Höhepunkt. Die Kicker des Fußball-Oberligisten hätten sich gerne etwas geschont, weil sie ja am Sonntag um 14.30 Uhr im Reutlinger Stadion den Bundesligisten Hannover 96 in der 1. Runde des DFB-Pokals empfangen.

Doch fünf Tage zuvor mussten die Nöttinger im badischen Pokalwettbewerb (3.Runde) beim Verbandsligisten TSV Reichenbach ran. Und dort mussten sie auch noch in die Verlängerung, um mit 4:2 (2:2, 0:1) die Oberhand zu behalten. Im Achtelfinale geht es nun zum Derby beim FC Birkenfeld.

Ein bisschen hat sich auch Michael Wittwer geärgert. Dabei sieht der Trainer die unfreiwillige Zusatzschicht nicht als großes Handicap. „Das sind junge Burschen, die haben sich bis Sonntag regeneriert“, sagt er. Geärgert hat er sich, weil sein Team über weite Strecken nicht so gespielt hat, wie er sich das vorstellt. Und weil sein Team zu viele Chancen ausließ.

So genügte „ein ominöser Pfiff? (Wittwer), um die Nöttinger in die Verlängerung zu schicken. Nach diesem Pfiff zeigte nämlich Schiedsrichter Ivo Leonhardt in der 90. Minute auf den viel zitierten „ominösen Punkt“ im Nöttinger Strafraum. Elfmeter für Reichenbach. Der aus Weiler stammende Robin Müller trat an und verwandelte eiskalt zum 2:2. Die Verärgerung im Nöttinger Lager war groß, weil Holger Fuchs aus kurzer Entfernung angeschossen worden war – ob an die Brust oder den Arm konnten die meisten Zuschauer gar nicht sagen. Nöttingens Felix Zachmann kassierte auch noch die Gelb-Rote Karte. „Eigentlich darf einem Spieler da nichts rausrutschen, aber wenn man selbst Fußball gespielt hat, versteht man das auch“, sagt Michael Wittwer.

Noch so ein Elfmeter

Ihm selbst war schließlich 20 Minuten früher auch „etwas rausgerutscht“. Da hatte der Schiedsrichter schon einmal Elfmeter für Reichenbach gepfiffen. Auch dabei war ein Nöttinger (Sascha Paseka) am Arm getroffen worden. FCN-Keeper Sascha Rausch parierte zwar den Strafstoß von Florian Benz, doch Wittwer musste fortan hinter die Bande.

Von dort gewann Nöttingens Trainer aber auch positive Erkenntnisse. Trotz Unterzahl dominierte sein Team in der Verlängerung klar. Mario Bilger verwandelte nach Foul an Leutrim Neziraj einen Elfmeter, der nach Konzessionsentscheidung roch, zum 3:2, Ricardo Di Piazza legte bei einem Konter das 4:2 nach. Neziraj hatte zuvor bereits die Reichenbacher Führung durch Kolsch (29.) mit dem 1:1 (51.) beantwortet und nach Bilgers 2:1 (87.) schien Nöttingen bereits im badischen Achtelfinale.

Ein Großteil der NöttingerKicker bekam gestern und heute frei – zum Regenerieren. Freitag und Samstag wird für das große Spiel gegen Hannover trainiert. ok