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Kritische Töne schlägt Michael Wittwer nach dem 1:4 seiner Mannschaft in Karlsruhe an. Hennrich 

FC-Nöttingen-Trainer Wittwer auch am Tag nach dem 1:4 beim KSC noch sauer

Komplettversagen, lautet das harte Urteil des Trainers. Auch 24 Stunden nach der 1:4-Niederlage beim Karlsruher SC II war Michael Wittwer noch stinksauer. Für den Chefcoach des Oberliga-Spitzenreiters FC Nöttingen war der Auftritt seiner Mannschaft am Sonntagnachmittag im Karlsruher Wildpark ein Buch mit sieben Siegeln.

„Von der Nummer eins bis zur Nummer elf war keiner auf dem Platz, nichts hat gepasst. Dabei hatten wir vor dem Spiel alles besprochen und auf alles hingewiesen“, wettert Wittwer.

Nach dem bitteren Aus im badischen Pokal-Halbfinale gegen die SpVgg Neckarelz nun also diese schallende Ohrfeige im Titelrennen. Der Nöttinger Trainer hat’s nicht leicht in diesen Tagen. Erneut sieht sich Wittwer mit rätselhaften Formschwankungen seiner Oberliga-Mannschaft konfrontiert. Woran das liegt? „Das fragen wir uns auch. Anspruch und Wirklichkeit klaffen manchmal ziemlich weit auseinander. Es ist unverständlich. Wir müssen uns intern unterhalten“, kündigt Wittwer für diese Woche etwas intensivere Gespräche mit den Spielern an.

An der Chemie innerhalb der Mannschaft liegt es nicht, ist Timo Brenner überzeugt. „Da ist alles im Lot. Der Zusammenhalt stimmt.“ Der Kapitän betont auch, dass sich die Mannschaft in Karlsruhe gewehrt habe. „Einstellung und Wille waren da. Nach dem 0:2 haben wir Gas gegeben und auch das 1:2 gemacht. Es war aber so ein Spiel, wo es einfach nicht läuft“, so Brenner.

Auch was Prognosen über den weiteren Verlauf der Saison angeht, zeigt sich der Nöttinger Kapitän ziemlich nüchtern. „Es war doch klar, dass wir nach dem Sieg gegen Ulm in den folgenden drei schweren Spielen gegen Karlsruhe, Bissingen und den CfR keine neun Punkte holen. Wir sind nicht die Übermannschaft.“ Aufsteigen wollen die Nöttinger auf jeden Fall. Die Spieler wollen das, wie Timo Brenner betont, und auch der Verein, der in dieser Woche die Lizenz für die 4. Liga beantragen wird. Stichtag ist der 15. April.

Das Titelrennen in der Oberliga wird auf jeden Fall sehr spannend und wird sich vielleicht erst am letzten Spieltag entscheiden. Nöttingen und Ulm biegen Kopf an Kopf auf die Zielgerade ein. Weder Michael Wittwer noch sein Kapitän möchten Prognosen darüber abgeben, wer aufgrund des Restprogrammes (siehe Kasten) die besseren Karten haben könnte. Nöttingen und Ulm müssen noch gegen den derzeit starken CfR Pforzheim antreten. Der könnte das Zünglein an der Waage sein.