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Freud und Leid: Während die Spieler von Eintracht Trier (in Weiß) jubelnd abdrehen, ärgern sich die Nöttinger über den Gegentreffer zum 1:3. Becker 

FC Nöttingen beendet Saison wohl als Letzter

Seit Wochen ist klar, dass der FC Nöttingen im Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga Südwest eigentlich keine Chance mehr hat. Zu groß ist der Abstand zum rettenden Ufer. Seit Samstag ist der Abstieg mehr oder weniger amtlich. Nach der 1:3 (1:2)-Heimniederlage gegen Eintracht Trier können die Lilaweißen aus eigener Kraft nur noch den 16. und damit viertletzten Platz erreichen. Bei wahrscheinlich sechs Absteigern war’s das wieder einmal. Vier Spieltage vor Saisonende.

Wie es aussieht, werden die Nöttinger auch die Rote Laterne nicht mehr los. Die Partie gegen Trier zeigte einmal mehr: Es reicht halt nicht für die Regionalliga. Dabei war Trier – ebenfalls hochgradig vom Abstieg bedroht – nicht einmal besonders stark. Aber die Moselstädter nutzten die Aussetzer in der Nöttinger Deckung gnadenlos aus.

Muhamed Alawie brachte Trier in Führung, als die Nöttinger Innenverteidigung nicht im Bilde war (7. Minute). Per Elfmeter glich Niklas Hecht-Zirpel aus (13.). Er war selbst von Florian Riedel gefoult worden. Doch Christos Papadimitriou brachte Trier postwendend wieder in Führung (15.). Die Vorarbeit kam per Flanke von Jonathan Zinram, den Nöttingens Mario Bilger nicht energisch genug störte. Beim 1:3, erneut durch Muhamed Alawie (66.), war die gesamte Nöttinger Deckung nach einer Ecke von Josef Cinar nicht im Bilde. Michael Dingels durfte ungehindert per Kopf für den Torschützen auflegen.

Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger war enttäuscht. Vor allem von der ersten Halbzeit. „Das war ungenügend. Bei den Standards waren wir wieder nicht eng genug beim Mann. So gewinnst du in der Regionalliga kein Spiel. Kolinger gab sich aber auch – wie immer – kämpferisch, trotz der aussichtslosen Tabellensituation. „Wir machen weiter, wir lassen uns nicht hängen.“

Trotz des Sieges war auch Triers Trainer Rudi Thömmes nicht zufrieden. „Man merkt meiner Mannschaft an, dass sie verunsichert und verängstigt ist. Das frühe Tor tat uns gut, aber danach bekamen wir trotzdem keine Ruhe ins Spiel.“ Keine Ruhe gaben auch die 80 mitgereisten Trierer Fans. Sie feuerten ihre Mannschaft 90 Minuten lautstark und leidenschaftlich an. Vorbildlich.

Nöttingen musste ohne die verletzten oder kranken Spieler Mattia Maggio, Reinhard Schenker, Simon Frank und Andreas Dups auskommen. Nach der schwachen ersten Hälfte begann die zweite Halbzeit mit zahlreichen guten Möglichkeiten für die Platzherren. Meist war Niklas Hecht-Zirpel Ausgangspunkt von gefährlichen Aktionen.

Vor dem Tor allerdings fehlten die letzte Entschlossenheit und auch die Präzision. Ganz vorne im Zentrum hatte Michael Schürg keinen guten Tag. Gegen die starken Trierer Innenverteidiger Josef Cinar und Michael Dingels bekam der Nöttinger Torjäger keinen Stich.