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Enttäuscht: Michael Schürg (links) und Mario Bilger vom FC Nöttingen schafften es nicht ins BFV-Pokalfinale. Gössele, PZ-Archiv 

FC Nöttingen fliegt gegen Neckarelz aus dem BFV-Pokal

Der Traum vom siebten badischen Pokalfinale in Serie und vom erneuten Einzug in den DFB-Pokal ist für den FC Nöttingen geplatzt. Mit 1:3 (0:1) unterlag der Fußball-Oberligist gestern im Halbfinale im heimischen Stadion dem Regionalligisten Spvgg Neckarelz. Die Gäste waren robuster und abgezockter, siegten durch die Tore von Maximilian Albrecht (33. Minute), Fabian Gondorf (71.) und Tim Grupp (88./Elfmeter) nicht unverdient und treffen nun im Endspiel auf den FCA Walldorf. Der Nöttinger Treffer zum 1:1 durch Mario Hohn (61.) ließ die Nöttinger kurzzeitig hoffen, dass der siebte Pokalstreich doch noch gelingen möge – vergebens.

Im Sommer 2015 hatten die Nöttinger im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München ihren großen Auftritt. Eine Wiederholung wird es nun so schnell nicht geben. Bei Nöttingen stand Winterneuzugang Claudio Bellanave gegen seinen Ex-Verein erstmals in der Startformation, auch Colin Bitzer und Mario Hohn, der für den verletzten Simon Frank spielte, waren neu im Team. Und die Gastgeber taten sich gegen eine robuste und zweikampfstarke Neckarelzer Elf vor der Pause schwer. Selten gelang es dem Oberligisten, gegen die groß gewachsenen Abwehrspieler der Gäste gefährlich vors Tor zu kommen, es gab viele vermeidbare Ballverluste. „Das ist der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann, dass wir da zu fahrig gespielt haben“, so FCN-Trainer Michael Wittwer.

Mit den Fingerspitzen dran

In einer über weiten Strecke offenen ersten Halbzeit setzte der Neckarelzer Maximilian Albrecht mit einem Freistoß, den FCN-Torhüter Andreas Dups mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte lenkte, den ersten Akzent (10.). Danach wurden die Gastgeber zweimal mit Freistößen von der rechten Seite durch Reinhard Schenker gefährlich, beide Male konnte Thorben Schmidt aus seinen Kopfballchancen kein Kapital schlagen (12./14.).

Albrecht gab nach einer halben Stunde weitere Proben seiner Schussstärke. Erst jagte er den Ball erneut an die Latte, der Abpraller kam zum Dave Gnaase, der aber an Dups scheiterte (32.). Doch nur eine Minute später zielte Albrecht besser und ließ Dups aus 22 Metern keine Chance – 0:1. Fast hätten die Gäste noch vor der Pause ein zweites Tor nachgelegt, doch Gnaase traf aus kurzer Distanz freistehend den Ball nicht richtig (43.).

Mit Schwung aus der Kabine

Nach der Pause spielten die Nöttinger sofort entschlossener und schwungvoller. Mit der Einwechslung von Michael Schürg, Niklas Hecht-Zirpel und Eray Gür nach 57. Minuten erhöhte sich der Druck weiter. Es war aber keiner der Offensivspieler, sondern Linksverteidiger Mario Hohn, der von der linken Seite den Ausgleich erzielte (61.). Was wie eine verunglückte Flanke wirkte, war aber eine gewollte Aktion: „Ich habe gesehen, dass der Torwart in der Mitte stand und ins kurze Eck gezielt“, so Hohn.

Gegentor nach Konter

Die Nöttinger hatten nun ihre beste Phase und hätten durch Leo Neziraj und Schürg sogar in Führung gehen können. Doch das Tor fiel bei einem Konter auf der Gegenseite. Neckarelz erspielte sich auf der linken Seite eine Überzahl, Mario Cancar legte mustergültig für Fabian Gondorf auf und der traf mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze. „Das war der Knackpunkt“, stellte Gästetrainer Peter Hogen fest. Nöttingen gab nicht auf, die besseren Chancen hatten aber weiter die Gäste. Als Felix Zachmann auf der Strafraumgrenze Henrik Hogen zu Fall brachte, verwandelte Tim Grupp den fälligen Elfmeter zur Entscheidung (88.).