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Gleich mit sechs Pforzheimern nimmt es in dieser Szene Nöttingens Kapitän Timo Brenner (Mitte) beim Hinspiel in Pforzheim auf. Foto: PZ-Archiv
15.03.2018

FC Nöttingen gegen 1. CfR Pforzheim: Das Derbyfieber grassiert

Alles ist angerichtet für das große Derby: Wenn sich am Freitag um 19.00 Uhr im Panoramastadion im Oberliga-Derby der FC Nöttingen und der 1. CfR Pforzheim gegenüberstehen, ist Einsatz Trumpf. Die kleine, aber feine Fußball-Arena im Remchinger Ortsteil wird gut gefüllt sein – Nöttingens Vorsitzender Dirk Steidl rechnet mit 1500 Zuschauern – und auch die Witterung scheint mitzuspielen. Die Wettervorhersage kündigte für den Freitagabend trocken bei 8 bis 9 Grad an.

FC Nöttingen spielt remis gegen 1.CfR Pforzheim

„Das ist ein Derby, da steckt viel Brisanz drin“, sagt Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger. Sein Pforzheimer Kollege sieht es genau so: „Alle sind heiß. Das spürt man in jeder Trainingseinheit“, berichtet Gökhan Gökce.

Die Fans hoffen natürlich auf ein Torfestival – so wie beim 4:4 im Oktober 2015, als sich die beiden Teams letztmals in Nöttingen gegenüberstanden. Die beiden nächsten Derbys aber, beide im Pforzheimer Holzhofstadion, verliefen weitaus weniger aufregend. Sie endeten 0:0 und 0:1.

Nach der Papierform sind die Gastgeber heute in der Favoritenrolle. Im Panoramastadion haben die Nöttinger in dieser Saison sechs von acht Spielen gewonnen und nur einmal verloren, dabei gab es 20:7 Tore. Die Pforzheimer sind zwar auswärts bislang einen Tick stärker als daheim, haben von zehn Begegnungen in der Fremde aber fünf verloren und nur drei gewonnen.

Doch Dubravko Kolinger will von Vorteilen für sein Team nichts wissen. „In so einem Spiel gibt es keinen Favoriten. Da zählt die Tagesform. Da geht es aggressiv zur Sache“, sagt Nöttingens Trainer und erwartet auch „Zweikämpfe am Rande der Legalität“.

Das Hinspiel im Holzhofstadion haben die Nöttinger durch ein Tor von Ernesto de Santis 1:0 gewonnen. „Die wollen Revanche. Und die brauchen die Punkte im Abstiegskampf“, sagt Kolinger. Tatsächlich stecken die Pforzheimer im unteren Tabellendrittel fest. Allerdings sind die Umstände für den CfR in dieser Saison ausgesprochen günstig, weil es neben dem Karlsruher SC II (zieht seine Mannschaft zurück) wohl nur noch zwei Absteiger gibt. In diesem Fall hätten die Pforzheimer ein schönes Polster.

Beim Blick auf die Liga scheint es, als ginge es für den Tabellenneunten Nöttingen um nicht mehr viel. Der Rückstand zum Oberliga-Zweiten Villingen beträgt sieben Punkte. Die ursprünglich gute Ausgangsposition hat sich der FCN in den letzten Monaten vor allem auf fremden Plätzen verspielt. Aber die Nöttinger haben noch einige Nachholspiele – fast alle daheim. Im Rest der Saison müssen die Lilaweißen nur noch sechsmal auf Reisen, spielen aber neunmal daheim. Keine schlechte Ausgangsposition für eine kleine Aufholjagd. So sieht es auch Offensivspieler Eray Gür: „Wir denken von Spiel zu Spiel. Vielleicht geht dann am Ende noch was.“

In Sachen Taktik geben sich beide Trainer verschlossen. Der CfR setzte jüngst beim 1:1 daheim gegen den Göppinger SV defensiv auf eine Fünferkette. Das könnte auch heute in Nöttingen ein probates Mittel sein. „Ich habe taktisch ein, zwei Sachen im Kopf. Warten wir ab“, lässt sich Gökce nicht in die Karten schauen. Auch sein Nöttinger Kollege spielte beim jüngsten 1:0-Auswärtserfolg in Neckarsulm phasenweise mit Fünferkette. Hier ist aber eher die Rückkehr zur klassischen 4-2-3-1-Formation zu erwarten, zumal der FCN im heimischen Stadion mit breiter Brust auftreten kann.

Personell wird es nicht viele Änderungen geben. Bei Nöttingen ist der zuletzt gesperrt fehlende Abwehrspieler Sascha Walter zurück. Das Team stand in Neckarsulm aber auch ohne ihn sehr stabil. Ob Ernesto de Santis rechtzeitig zum Derby fit wird, ist nicht sicher. Am Donnerstag sollte der Angreifer, der vergangene Saison noch das CfR-Trikot trug und im Hinspiel das Tor des Tages erzielte, erstmals nach seiner langwierigen Sehnenentzündung im Fuß wieder mit der Mannschaft trainieren.

Beim 1. CfR ist der zuletzt gelb-rot-gesperrte Tim Schwaiger wieder dabei, den zuletzt Alen Delic im linken Mittelfeld gut ersetzt hat. Für Kustrim Lushtaku kommt das Derby wohl noch zu früh, vielleicht reicht es für den Spielmacher aber für einen Kurzeinsatz.

Respekt haben die Nöttinger vor allem vor Pforzheims Ein-Mann-Angriff Dominik Salz. „Er ist sehr präsent und kopfballstark. wenn er im Strafraum den Ball hat, müssen wir hellwach sein“, warnt Dubravko Kolinger seine Spieler. Beim CfR weiß man ebenfalls um die Schwere der heutigen Aufgabe. „Nöttingen hat eine abgezockte Mannschaft mit elf, zwölf gestandenen Oberligaspielern. Wir dürfen keine Fehler machen“, sagt Gökhan Gökce.

Hinweis der Polizei: Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Ellmendingen und Nöttingen ist gesperrt. Die Polizei wird deshalb das Durchfahrtsverbot vor und nach dem Spiel überwachen.

Das gibt es zum Derby auf PZ-news:

PZ-news sendet vor dem Oberliga-Derby ein Facebook-Livevideo aus dem Nöttinger Kabinentrakt. Link: https://www.facebook.com/pznews

Sie sind Fußballkenner? Dann testen Sie doch einmal Ihr Wissen rund ums Derby FC Nöttingen gegen 1. CfR Pforzheim. Link: www.pz-news.de/quiz

Alle Artikel zu den beiden Oberliga-Mannschaften finden Sie in Team-Dossiers auf PZ-news. Link: www.pz-news.de/fcn und www.pz-news.de/cfr

Derbygeschichte

16. 3. 2018

FC Nöttingen – 1. CfR Pforzheim

?:?

8. 9. 2017

1. CfR Pforzheim – FC Nöttingen

0:1

22. 4. 2016

1. CfR Pforzheim – FC Nöttingen

0:0

9. 10. 2015

FC Nöttingen – 1. CfR Pforzheim

4:4

23. 3. 2014

TSV Grunbach – FC Nöttingen

0:2

16. 9. 2013

FC Nöttingen – TSV Grunbach

1:0

6. 4. 2013

TSV Grunbach – FC Nöttingen

1:2

1. 10. 2012

FC Nöttingen – TSV Grunbach

0:0

9. 4. 2007

FC Nöttingen – 1. FC Pforzheim

2:1

14. 10. 2006

1. FC Pforzheim – FC Nöttingen

1:2

14. Mai 2004

FC Nöttingen – 1. FC Pforzheim

2:1

18. Oktober 2003

1. FC Pforzheim – FC Nöttingen

0:0

22. 3. 2003

1. FC Pforzheim – FC Nöttingen

2:0

19. 9. 2002

FC Nöttingen – 1. FC Pforzheim

2:3

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