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Auf geht’s, Jungs! Thomas Ollhoff setzt mit dem FC Nöttingen zum Liga-Endspurt an.  Foto: PZ-Archiv, Eibner
Auf geht’s, Jungs! Thomas Ollhoff setzt mit dem FC Nöttingen zum Liga-Endspurt an. Foto: PZ-Archiv, Eibner
10.06.2011

FC Nöttingen glaubt an das Wunder

Oliver Kahn packte Ottmar Hitzfeld an den Schultern und brüllte ihm die Botschaft seines Lebens ins Gesicht: „Immer weitermachen! Immer weitermachen!“ Das war nach dem sensationellen Last-Minute-Titelgewinn des FC Bayern im Jahr 2001. Die Münchener feierten nach dem Treffer von Patrik Andersson in der dritten Minute der Nachspielzeit die Meisterschaft, Schalke 04 blieb nur der Titel „Meister der Herzen“.

Immer weitermachen! Immer weitermachen! Das ist auch das Motto des FC Nöttingen am letzten Spieltag in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg, nachdem man nach 34 Spieltagen auf Platz eins, diesen am vergangenen Spieltag an den SV Waldhof Mannheim abgeben musste.

Die Ausgangslage ist jetzt klar: Nöttingen (78 Punkte) muss heute im Heimspiel (15.30 Uhr) gegen den FC Villingen gewinnen, um die Waldhof-Buben (80) noch abzufangen. Die Mannheimer dürfen dagegen daheim gegen Illertissen nicht gewinnen. Pikant: Nöttingen und Mannheim haben die gleiche Tordifferenz (+43). Der FCN hat mit 80:37 Toren (Mannheim 65:22) aber öfters getroffen.

Wie ist die Stimmung im Nöttinger Lager vor dem Saisonfinale? „Am Dienstag war sie noch etwas gedrückt“, erzählte FCN-Mittelfeld-Ass Thomas Ollhoff gestern, „jetzt ist sie aber wieder okay.“

Enttäuschung wegwischen

Und die Spannung vor dem letzten Heimspiel, sie steigt. Trainer Michael Wittwer hat in den letzten Tagen beschwörend auf seine Jungs eingeredet. „Er hat gesagt, wir sollen alles ausblenden. Die Enttäuschung nach der 1:4-Pleite in Balingen wegwischen und ins letzte Spiel gehen, als könnten wir selbst aus eigener Kraft noch Meister werden“, verrät Thomas Ollhoff. Er selbst glaubt an das Wunder, „wenn wir unser Spiel gewinnen.“ Denn Mannheim habe mit Illertissen das zweitstärkste Defensivteam der Liga vor der Brust, gegen die man erst einmal gewinnen müsse. Ollhoff drückt Illertissen jedenfalls kräftig die Daumen. Seinem Kumpel Daniel Reule, mit dem er in Mannheim schon zusammengespielt hat, dagegen nicht. „Vor dem letzten Spiel hatten wir bisher keinen Kontakt. Jeder macht sein Ding“, so der 35-Jährige, dessen Zukunft in Nöttingen noch offen ist.

Egal, wie der heutige Spieltag verlaufen wird, für Ollhoff steht eines fest: „Wir haben eine tolle Runde gespielt und sollten diese, auch wenn es nicht zur Meisterschaft reichen sollte, feiern. Aber jetzt schauen wir mal...“