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Motiviert in die kommende Landesliga-Saison starten die neuen Spieler des FC Nöttingen II. Hinten von links: Spielleiter Ralf Möhle, Marco Heidecker, Deniz Nedzhmiev, Heiko Staffl, Trainer Adolf Weidlich. Vorne von links: Lukas Hecht-Zirpel, Tim Fischböck, Maximilian Pfeiffer und Gaetano Scalpello.  Foto: Hecht
Motiviert in die kommende Landesliga-Saison starten die neuen Spieler des FC Nöttingen II. Hinten von links: Spielleiter Ralf Möhle, Marco Heidecker, Deniz Nedzhmiev, Heiko Staffl, Trainer Adolf Weidlich. Vorne von links: Lukas Hecht-Zirpel, Tim Fischböck, Maximilian Pfeiffer und Gaetano Scalpello. Foto: Hecht © Ketterl
04.08.2011

FC Nöttingen in der ungewohnten Rolle des Top-Favoriten

Nach einer starken Runde, die mit der Vizemeisterschaft endete, geht der FC Nöttingen als Top-Favorit in die neue Saison der Fußball-Oberliga. Welche Chancen bieten sich dem Team von Cheftrainer Michael Wittwer? Und welche Risiken lauern? Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Auftaktspiel am Freitag (18.30 Uhr) beim Aufsteiger Offenburger FV.

 

Im Endspurt der Saison 2010/11 wurde der FCN im Titelrennen noch vom SV Waldhof Mannheim abgefangen. Wirkt das nach?

Für den Trainer ist die Sache abgehakt. „Da denkt man noch ein paar Tage drüber nach, aber irgendwann muss es auch gut sein“, sagt Michael Wittwer. Und Vereinschef Dirk Steidl ergänzt: „Die Mannschaft hat es verdaut. Das sieht man daran, wie die Spieler mitziehen. Die wollen es wissen.“

 

Was lief nach einer starken Saison am Ende schief?

Während die Waldhöfer vor allem hinten stabil standen und oft zu Null spielten, kassierte Nöttingen zu viele Gegentore. „Vielleicht fehlte die Erfahrung und die körperliche Frische. Schließlich haben wir weitgehend mit einer Stammformation durchgespielt“, hat Wittwer Ursachenforschung betrieben. Er weiß auch: Viele Dinge wie Tagesform und Spielverlauf kann man nicht planen, Glück und Pech gehören ebenfalls dazu.

Ist die neue Nöttinger Mannschaft stärker als die alte?

Einiges spricht dafür. Alle Stammspieler sind geblieben, hinzu kamen vielversprechende Verstärkungen. „Wir sind in der Breite besser aufgestellt“, sagt der Trainer. Verletzungspech könnte aber alle Planungen zunichte machen. Und Dirk Steidl gibt zu bedenken: „Wir müssen abwarten, in welcher Form die Schlüsselspieler im Team sind.“

 

Wer von den Neuzugängen hat die Chance auf einen Stammplatz?

Natürlich Marcel Rapp. Der aus Ersingen stammende Abwehrspieler war zuletzt Kapitän beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers. So einen Mann holt man nicht für die Bank. „Wenn die Leistung stimmt, spielt er“, sagt Wittwer. Gute Einsatzchancen hat auch Mario Bilger. Der schnelle Außenbahnspieler kam vom FC Heidelsheim. Ebenfalls höherklassig gespielt haben Torhüter Sascha Rausch (SG Sonnenhof-Großaspach), Angreifer Spetim Muzliukaj (SSV Ulm) und Mittelfeldmann Umut Erdogan (zuletzt Türkei). Aber Rausch ist noch verletzt, Muzliukaj und Erdogan haben Trainingsrückstand. Auch Angreifer Marius Schäfer (SV Spielberg), von dem man sich viel erhofft, ist verletzt. Nachwuchsspieler wie Philipp Frisch (1899 Hoffenheim), Baransel Yurttas (1. CfR Pforzheim Junioren) und Thorben Schmidt (2. Mannschaft) lauern ebenfalls auf ihre Chance.

Fast alle Konkurrenten nennen Nöttingen als Titelfavorit. Wie kommt der Dorfverein mit dieser Rolle klar?

Das weiß noch niemand. Michael Wittwer fordert die Spieler dazu auf, die Rolle anzunehmen: „Dass die Konkurrenz uns diese Rolle zuschiebt, um von sich selbst abzulenken, war abzusehen. Damit müssen wir leben.“ Klar ist, dass Nöttingen mit dieser Mannschaft auch vorne mitspielen will.

 

Wer sind die Konkurrenten?

Für Dirk Steidl ist das klar die Spvgg Neckarelz. Das Team aus dem Odenwald hat kräftig investiert und mit Stürmer Christian Haas vom Drittligisten VfR Aalen einen Top-Mann verpflichtet. Auch der FC Villingen ist mit seiner starken Jugendarbeit zu beachten. Und Steidl rechnet auch mit einer Überraschungsmannschaft: „Uns hatte vergangene Saison ja auch niemand auf der Rechnung.“

 

Wo liegen die größten Hürden für den FC Nöttingen?

Die erste könnte gleich der Saisonauftakt mit zwei Spielen bei den Aufsteigern Offenburger FV und VfR Mannheim sein. Das Heimspiel dazwischen wurde auf September verschoben, weil der neue Nöttinger Rasen im Stadion noch nicht bespielt werden kann. „Aufsteiger sind immer unbequem. Sie leben von der Euphorie und haben die Zuschauer hinter sich“, weiß auch Neuzugang Marcel Rapp. Die Frage ist auch, ob Nöttingen die spielerische Leichtigkeit der Vorrunde 2010/11 wiederfindet – oder eher die Zweifel aus dem Saisonendspurt hochkochen.

 

Wann kann der neue Rasenplatz im Panoramastadion bespielt werden?

Ab 26. August. Dann bestreitet der FCN sein erstes Heimspiel gegen den Bahlinger SC.