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Viel Ballbesitz, nichts Zählbares: Nöttingens Timo Brenner (rechts) im Derby gegen Pforzheims Joao Tardelli. Das soll bei den Stuttgarter Kickers anders werden. 

FC Nöttingen jetzt bei Topfavorit Stuttgarter Kickers gefordert

Remchingen-Nöttingen. Für Michael Wittwer stand in dieser Woche Videostudium auf dem Programm. Der Trainer des Fußball-Oberligisten FC Nöttingen hat am Bildschirm noch einmal die bittere 0:3-Derbyniederlage gegen den 1. CfR Pforzheim analysiert. Für ihn geht es darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Blick nach vorne zu richten

Erkenntnis Nummer eins für Wittwer: „Wir sind trotz dieses Resultates nicht an die Wand gespielt worden.“ Vielmehr hätte sein Team das Spiel über weite Strecken gemacht. Aber, und das ist Erkenntnis Nummer zwei: „Wir sind kaum zu Chancen gekommen. Und wir haben die Gegentore teilweise begünstigt.“ Ein Patzer vor dem 0:1, ein Stellungsfehler vor dem 0:2. „Und dann noch ein Sonntagsschuss zum 0:3“, zählt Wittwer auf. Unterm Strich steht Erkenntnis Nummer drei: „Auch wenn der CfR sonst nicht viele Chancen hatte, hat er doch verdient gewonnen.“

Für die ambitioniert gestarteten Nöttingen läuft es in dieser Saison nicht nach Wunsch. Daheim sind die Nöttinger noch sieglos, sind defensiv anfällig, wie 13 Gegentore dokumentieren. Aber auch am anderen Ende des Spielfeldes läuft es nicht rund. In der Vergangenheit waren die Nöttinger auch nicht gerade Abwehr-Weltmeister, haben aber vorne deutlich mehr Tore erzielt. Auch da hapert es in dieser Runde mit elf Treffern in acht Begegnungen.

Zum Topfavoriten

Und jetzt geht es am Samstag auch noch zum Liga-Topfavoriten Stuttgarter Kickers. Nur gut, dass sich das FCN-Lazarett etwas gelichtet hat und es vor der Fahrt in die Landeshauptstadt nicht mehr so viele Fragezeichen gibt. Das erhöht die Chance, dass die Mannschaft langsam ihren Rhythmus wiederfindet. Die Außenseiterrolle nimmt Michael Wittwer in diesem Fall gerne an. „Die Mannschaft hat schon oft gezeigt, dass sie gegen starke Gegner über sich hinauswachsen kann“, sagt er und erinnert an den 1:0-Erfolg zum Saisonauftakt beim ebenfalls hoch gehandelten VfB Stuttgart II sowie an die beiden Remis in der vergangenen Saison gegen die Kickers. „Da“, so erinnert der Trainer seine Spieler, „haben alle 100 Prozent oder mehr gebracht.“

Personell überlegt sich Wittwer die eine oder andere Umstellung. Leutrim Neziraj und Ricardo di Piazza könnten in die Startelf zurückkehren. Möglich ist auch eine Systemumstellung, um gegen offensivstark erwartete Gastgeber die eigene Defensive sattelfester zu machen.