nach oben
Oben und unten: Nöttingens Tolga Ulusoy überspringt in dieser Szene den Spielberger Angreifer Ryotaro Tomizawa im Kopfballduell. Foto: Ripberger
30.09.2018

FC Nöttingen mit Glück im Derby gegen den SV Spielberg

Karlsbad. Noch bevor die Partie begonnen hatte, da schien es, als wolle der SV Spielberg die Fans in die Flucht schlagen. Auf der Clubhausseite ging am Spielfeldrand plötzlich der Rasensprenger in Betrieb. Weil aber ein kräftiger Ostwind blies, wurde ein Gutteil des Wassers als feiner Sprühnebel auf die Zuschauerränge geweht.

Die meisten Besucher ergriffen rennend die Flucht, von der kleinen Holztribüne wurden ein paar lautstarke Flüche Richtung „Wassermeister“ geschickt. Was die wenigstens Zuschauer mitbekommen hatten: Der feine Wassernebel hatte einen wunderschönen Regenbogen erzeugt, der sein Ende scheinbar direkt auf dem Spielberger Fußballrasen hatte. Doch dieses Hoffnungszeichen galt wohl eher den Gästen als den Gastgebern. Nach 90 Minuten und einer Partie, die sie nicht hätten verlieren müssen, gingen die SVS-Kicker wieder einmal mit hängenden Köpfen vom Platz. Das 0:1 (0:1) gegen den FC Nöttingen war schon die sechste Niederlage im neunten Saisonspiel für die Karlsbader.

Bildergalerie: Gewerbeschau und Freundschaftslauf in Neuhausen

Nun ist Spielberg für den FC Nöttingen so etwas wie der Lieblingsgegner. Die Statistik der vergangenen Jahren belegt das. „Aber heute waren die Nöttinger schlagbar“, ärgerte sich SVS-Coach Tobias Winter über die Niederlage. „Das mit dem Lieblingsgegner mag ja stimmen“, erklärte Nöttingens Michael Wittwer, „aber heute hat man gesehen, wie zäh so ein Spiel sein kann.“

Tatsächlich sahen die rund 400 Zuschauer bei sommerlichem Herbstwetter eine über weite Strecken wenig ansehnliche Partie. Die Nöttinger gingen durch Ernesto de Santis schon nach 15 Minuten in Führung, und verwalteten diesen Vorsprung mit überschaubarem Aufwand. „Nach vorne waren wir zu umständlich, aber wir haben gut verteidigt“, fasste Wittwer das Spiel recht treffend zusammen.

Für die Spielberger hingegen war das Gegentor irgendwie symptomatisch für die ganze Saison. Das Team verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung, weil das Spielgerät von den Beinen des Unparteiischen zum FC Nöttingen prallte. De Santis ließ dann im Strafraum einen Gegenspieler stehen und traf ins kurze Eck. Dieses kurze Eck ist eigentlich der Zuständikeitsbereich des Torhüters, und da sind wir beim derzeit größten Spielberger Problem. Stammkeeper Matthias Moritz ist verletzt. Zuletzt stand Yannik Dressler zwischen den Pfosten, der patzte aber immer wieder, zuletzt beim 1:5 in Bissingen sogar mehrfach.

Also stand gegen Nöttingen Valentin Heß im Tor und machte seine Sache eigentlich nicht schlecht. Aber beim Gegentor ließ er das kurze Eck, seinen Kernbereich der Zuständigkeit, halt ein wenig aus den Augen.

Nur in der kurzen Drangphase vor der Pause hatte Spielberg die Chancen, die Partie noch zu drehen. Doch die Hereingabe von Robin Müller für Edmond Kapllani (30.) war etwas zu ungenau, der Schuss von Stefan Müller (35.) landete am Außenpfosten und Kapllanis Heber (37.) nur auf dem Tornetz statt im Tor. Auf der Gegenseite traf Jonas Marten (70.) freistehend nur den Pfosten.

Beim FCN waren sie froh über die drei Punkte, setzten sich mit der Leistung aber durchaus kritisch auseinander. „Es fehlt uns einfach, die Fähigkeit, den Sack zuzumachen“, ärgerte sich nicht nur Niklas Kolbe, der wieder aus Linksverteidiger aushelfen musste. „Es war kein schönes Spiel, aber die Punkte zählen“, assistierte Mittelfeldmann Tolga Ulusoy.

Ihr Trainer hofft nun, dass der Sieg weiterhilft. „Zuletzt gab es aus zwei Heimspielen nur ein Punkt. Die Mannschaft war schon ein wenig verunsichert. Aber für ein Auswärtsspiel haben wir nicht schlecht verteidigt“, bilanzierte Michael Wittwer.