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16.03.2018

FC Nöttingen siegt im Derby gegen den 1. CfR Pforzheim

Wieder hat ein Tor das Derby in der Fußball-Oberliga entschieden, wieder heißt der Sieger FC Nöttingen. Wie im Hinspiel auf dem Holzhof gewannen die Lila-Weißen auch im eigenen Stadion mit 1:0. Das Tor des Tages erzielte Michael Schürg in der 53. Minute. Einen großen Anteil am Siegtreffer hatte aber Eray Gür, der auf der rechten Seite ein Solo gestartet hatte – seinen Schuss konnte der starke Manuel Salz im CfR-Tor noch parieren, den Abpraller aber drückte Schürg über die Linie.

Rassig und hitzig

Es war ein rassiges und teilweise hitziges Spiel, natürlich nicht so überwältigend wie das 4:4 vor knapp drei Jahren an gleicher Stelle. Aber die 1216 Zuschauer – für ein Derby eine eher enttäuschende Kulisse - wurden in der spannenden Begegnung gut unterhalten. „Für mich war es von den Spielanteilen her ein hochverdienter Sieg“, sagte der FCN-Vorsitzende Dirk Steidl am Ende. Wenig verwunderlich, dass Sportvorstand Torsten Heinemann vom CfR das etwas anders sah: „Dieses Spiel hatte eigentlich keinen Sieger verdient.“

Die Pforzheimer agierten wie zuletzt daheim gegen Göppingen mit einer Fünferkette. Mit langen Bällen wurde immer wieder Stoßstürmer Dominik Salz gesucht. Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger ließ vor der Viererabwehrkette bei gegnerischem Ballbesitz oft mit drei Mann das zentrale Mittelfeld dicht machen, vorne unterstützten Leutrim Neziraj über die linke Seite und Eray Gür über rechts Mittelstürmer Michael Schürg.

„Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Jetzt machen wir das ganz gut“, analysierte der CfR-Vorsitzende Markus Geiser zur Pause treffend die erste Halbzeit und ergänzte: „Beide hatten ihre Chancen, Nöttingen etwas mehr Spielanteile.“ Tatsächlich begannen beide Teams sehr engagiert und laufstark, nach zerfahrenem Beginn mit vielen Zweikämpfen und Fouls bekam Nöttingen mehr Zugriff und hatte die ersten guten Chancen. Als Colin Bitzer von links aus spitzem Winkel abzog, lenkte Pforzheims Keeper Manuel Salz den Ball gerade noch an den Pfosten (15.). Nur zwei Minuten zog Leutrim Neziraj nach einem abgewehrten Ball zentral vor dem Tor ab, dieses Mal lenkte Salz den Ball mit einer schönen Parade um den Pfosten.

Dann waren die Pforzheimer dran. Zuerst spielte Serach von Nordheim den auffälligen Kreshnik Lushtaku schön im Nöttinger Strafraum frei, doch Andreas Dups verkürzte geschickt den Winkel und parierte (21.). Vier Minuten später ging Lushtaku mit einem langen Pass auf und davon, seine Hereingabe landete bei Dominik Salz – erneut parierte Dups in höchster Not. Vor der Pause verfehlte der CfR-Angreifer zudem mit einem Drehschuss das Tor knapp.

Auch nach der Pause hatte Nöttingen die ersten Chancen. Beim Schlenzer von Leutrim Neziraj parierte Manuel Salz einmal mehr prächtig (51.), zwei Minuten später schlugen die Gastgeber dann aber eiskalt durch Schürg zu. „Danach haben wir mehr riskiert“, so Pforzheims Trainer Gökhan Gökce. Der CfR übernahm zunehmend das Kommando. Aber ein Schuss von Tim Schwaiger (66.) wurde in höchster Not geblockt. Und in der Pforzheimer Schlussoffensive war einmal mehr Andreas Dups der Fels in der Brandung – er lenkte den 25-Meter-Schuss von Anthony Coppola über die Latte (88.).

Insgesamt bot das Spiel fast alles, was ein Derby braucht. Vollen Einsatz, viele Zweikämpfe, sportliche und verbale Gefechte. Auch eine Rudelbildung war zwischenzeitlich zu sehen. Auch nach dem Schlusspfiff gab es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Schön aber, dass die meisten der Spieler fair und freundschaftlich miteinander umgingen – während der 90 Minuten ebenso wie nach dem Schlusspfiff.