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21.12.2008

FC Nöttingen spielt jung, torhungrig und erfolgreich - Hochspannung bis zur letzten Minute

Spannung bis zur letzten Minute und dazu noch sieben Tore – so aufregend kann Fußball sein. Wenn die Fußballfans in der Region geahnt hätten, wie unterhaltsam das Oberliga-Nachholspiel des FC Nöttingen gegen den 1. FC Normannia Gmünd wird, dann wären sicherlich mehr als nur knapp 200 Zuschauer ins Stadion gekommen. Mit einem munteren Adventskick hat sich der FCN aus dem Jahr 2008 verabschiedet.

Es gibt Spiele, die lassen die Zuschauer frierend zurück, erwärmen aber die Herzen der Trainer. Ein 0:0, taktisch und technisch auf hohem Niveau erspielt, zum Beispiel. Und es gibt Spiele, die unterhalten die Fans bestens, währen die Trainer im Geiste schon mal eine Mängelliste erstellen. Dazu zählt das 4:3 (2:1), das die Zuschauer am Samstag im Nöttinger Panoramastadion zu sehen bekamen.

Abwehrspieler Moritz Bischoff mit seinem ersten Oberliga-Doppelpack (5. und 90.) sowie Riccardo Di Piazza (23.) und Dejan Svjetlanovic (48.) hatten die Treffer zum Sieg erzielt, Giuseppe Catizone (30. und 83.) sowie Benjamino Molinari (53.) trafen für Gmünd.

Zornigers Mängelliste

Dass die Mängelliste von Gäste-Trainer Alexander Zorniger deutlich länger ausfiel als die von Nöttingens Übungsleiter Michael Fuchs, hat sicherlich auch mit dem Ergebnis zu tun. „Halbherzig“, „fahrlässig“, „unkonzentriert“ – mit diesen Worten charakterisierte Zorniger den Auftritt seiner Mannschaft, die sich nach einem 0:2 und einem 1:3-Rückstand herangekämpft hatte, nach dem vierten Gegentor in der letzten Spielminute aber doch mit leeren Händen da stand.

Michael Fuchs konnte die Partie schon wesentlich entspannter Revue passieren lassen. Schließlich hatte der FCN-Trainer praktisch auf eine komplette Mannschaft (Dörrich, Wildersinn, Helfrich, Buschmann, Ricciardi, Ritter, Burkart, Trick, Reith, Simon, Reule) verzichten müssen. Doch seine junge Not-Elf schlug sich mehr als wacker. „Teilweise haben wir uns unbedarft und uneingespielt präsentiert, aber die Jungs haben alles gegeben. Deshalb ein Riesenkompliment an die Mannschaft“, so Fuchs.

Ein Sonderlob verdiente sich das junge und groß gewachsene Innenverteidiger-Duo mit Moritz Bischoff (23) und Oberliga-Debütant Lennart Sens (19). Sens, der im Trikot von Marco Wildersinn auflief, spielte abgeklärt wie ein Routinier und war „sehr zufrieden, auch wenn ich beim zweiten Gegentor einen Schritt zu spät gekommen bin“.

Tor mit Ansage

Bischoff traf nach einer Ecke zum 1:0 (5.) und erzielte im Anschluss an einen Freistoß auch den Siegtreffer (90.). Beide Male hatte er am langen Pfosten gelauert. „Am Anfang der Saison habe ich bei Standards eher hinten abgesichert. Jetzt bin ich vorne immer dabei. Und die Standards sind eine echte Waffe von uns“, freute sich der zweifache Torschütze, dem der Trainer vor der Partie sein erstes Saisontor vorhergesagt hatte.

Dass die Tore des Nöttinger Abwehrspielers Gäste-Trainer Zorniger wütend machten, ist aber auch verständlich: „Schließlich ist Bischoff mit seiner Größe nicht ganz unsichtbar.“ Vor allem das Gegentor zum 3:4 wurmte den Gmünder Coach, denn den vorangegangenen Freistoß empfand er als „im höchsten Maße zweifelhaft“.

Gestritten wurde auch darüber, ob der Ball nach Bischoffs zweitem Versuch hinter der Linie war, nachdem Torhüter Matthias Gruca den ersten Kopfball mit einem Reflex geklärt hatte. Doch der Linienrichter entschied ohne Zögern auf Tor.

Nöttingen sah dank der Tore von Riccardo Di Piazza (23.) nach Vorarbeit von Felix Zachmann sowie Dejan Svjetlanovic (48.) nach feiner Einzelleistung lange wie der sichere Sieger aus. Doch Gmünd gab nicht auf und nutzte in einer flotten Partie, in der beide Mannschaften immer den Weg nach vorne suchten, Unaufmerksamkeiten in der Nöttinger Abwehr.