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Volle Pulle: Nöttingens Mario Bilger (oben) wird morgen gegen Singen wieder alles geben.  Ripberger
Volle Pulle: Nöttingens Mario Bilger (oben) wird morgen gegen Singen wieder alles geben. Ripberger
29.11.2012

FC Nöttingen startet Angriff auf die Spitze in der Fußball-Oberliga

Skifahren ist nicht Michael Wittwers Ding. „Das machen meine Knie nicht mehr mit“, sagt der Trainer des Fußball-Oberligisten FC Nöttingen, der als Profi 174 Spiele für den Karlsruher SC bestritten hat. In der Winterpause wird es den 45-Jährigen deshalb nicht in die Berge ziehen, sondern in wärmere Gefilde. Kapstadt heißt sein Reiseziel – wenn die Hinrunde zu Ende gespielt ist.

Bis dahin muss er mit seiner Mannschaft allerdings noch zwei Spiele bestreiten. Am morgigen Samstag steht das Heimspiel im Panoramastadion (Anpfiff 15.00 Uhr) gegen den Tabellenletzten FCSingen auf dem Programm, eine Woche später wartet das Auswärtsspiel beim derzeitigen Spitzenreiter SV Walldorf.

Fällt das Spiel womöglich aus?

Klar, dass Wittwer gegen beide Teams die volle Punktzahl einfahren möchte, schließlich könnte man weiter an die Spitze heranrücken. Derzeit belegen die Lila-Weißen den sechsten Platz. Sechs Punkte (und ein Spiel weniger) beträgt der Rückstand auf Walldorf.

Die volle Konzentration gilt jedoch erst einmal dem morgigen Heimspiel gegen Singen. Und der Frage, wird man bei der derzeitigen Wetterlage im Nöttinger Panoramastadion überhaupt spielen können? „Wenn’s nicht mehr aus Kübeln schüttet, wird man wohl spielen können“, meinte Michael Wittwer gestern Mittag nach einer Platzbesichtigung. Eine Absage käme dem Nöttinger Coach völlig ungelegen, denn seine Mannschaft ist, wie der jüngste 2:1-Sieg im Spitzenspiel gegen Neckarelz zeigt, in blendender Verfassung. „Es wäre schade, wenn wir nicht spielen könnten. Wir sind gut drauf, haben Selbstvertrauen getankt und wollen dies in die nächsten Spiele mitnehmen.“

Vom Papier her ist die morgige Aufgabe eigentlich ein Selbstläufer, denn Singen findet sich in der Oberliga überhaupt nicht zurecht. Der Aufsteiger hat nach 17 Spielen erst sechs Punkte (einziger Saisonsieg gegen Spielberg, 3:2) auf dem Konto, einen Trainerwechsel schon vollzogen und auswärts bisher nur vier Punkte geholt. Gründe genug also, um Singen zu unterschätzen. Und für einen Trainer immer eine schwierige Situation, die Mannschaft auf den Gegner einzustellen. „Dass man eine Mannschaft im Vorfeld unterschätzt, hat es schon immer gegeben“, weiß Michael Wittwer. „Man muss seine Spieler nur öfters darauf ansprechen, dies nicht zu tun, dann geht das auch in die Köpfe rein.“

Dass seine Jungs den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen, davon ist der Nöttinger Trainer überzeugt. Seine Spieler wüssten, was man in den letzten verbleibenden Spielen vor der Winterpause noch erreichen könnte, und dafür würden sie voll konzentriert zur Sache gehen und sich voll reinhängen, glaubt er.

Ob dies auch Holger Fuchs morgen von Beginn an machen wird, ist noch fraglich. Der Abwehrspieler hatte sich vor zwei Wochen gegen Freiburg am Kopf verletzt, wobei auch einige Zähne ihre Festigkeit verloren. Gegen Neckarelz verzichtete der 21-Jährige auf einen Einsatz, mit einer Zahnschiene trainierte er aber diese Woche voll mit. „Holger entscheidet, ob er spielen kann oder nicht“, sagt Wittwer, der ihm bei einem Okay aber keinen Platz in der Startelf versprechen kann.

Sollte Fuchs nicht von Beginn an spielen, wird wohl Timo Brenner wieder den Part auf der linken Abwehrseite übernehmen. Da diese Position seit Sommer eh eine Baustelle beim FCN ist, will sich der Verein in der Winterpause diesbezüglich noch mal auf dem Spielermarkt umschauen. „Wenn ein Transfer machbar ist, werden wir ihn tätigen“, so Michael Wittwer. Wohin es Metin Telle verschlägt, der Stürmer wird den FCN in der Winterpause verlassen, ist weiterhin offen.

Gespannt wird man morgen in der Halbzeitpause auf das Ergebnis des Spiels Neckarelz – Walldorf warten. Die Partie wird schon um 14.00 Uhr angepfiffen. Wittwer wünscht sich ein Unentschieden – und gleichzeitig ein Sieg gegen Singen, um eine Woche später den Angriff auf die Top-Plätze starten zu können. Ein Dreier dann gegen Walldorf – Michael Wittwer könnte seinen Urlaub in Kapstadt in vollen Zügen genießen.