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Freudige Gesichter im Vereinsheim des FC Nöttingen: Gerade hat Glücksfee Viola Odebrecht Hannover 96 als Gegner für die erste Runde des DFB-Pokals gezogen. Tilo Keller 

FC Nöttingen trifft beim DFB-Pokal auf Hannover 96

Das absolute Traumlos wie etwa der FC Bayern München oder Borussia Dortmund blieb dem FC Nöttingen zwar verwehrt. Dennoch war die Begeisterung über den Gegner in der ersten DFB-Pokalrunde (17. bis 20. August) bei den Anhängern des Fußball-Oberligisten mit Händen zu greifen.

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DFB-Pokal: FC Nöttingen trifft auf Hannover 96

Bereits wenige Minuten nach der Auslosung gingen bei der FCN-Geschäftsstelle die ersten Kartenbestellungen ein. Doch vor dem 9. Juli, so Dirk Steidl, werde der Vorverkauf nicht beginnen. Denn zum einen muss der DFB für den Holzhof als Spielstätte noch grünes Licht geben, zum anderen müssen die genauen Spieltermine der insgesamt 32 Begegnungen festgelegt werden.

Beim Holzhof denkt der Macher in Nöttingen besonders auch an die logistische Seite mit VIP-Bereich und Sicherheitsaspekten. „Die Stadt favorisiert wie wir einen Sonntagstermin. Dann wäre wohl auch das Parkplatzproblem gelöst“, weiß Steidl, der ab sofort in die Planungen für die Großveranstaltung einsteigt und sogar über Zusatztribünen nachdenkt. „Mit diesem Gegner werden wir das Stadion auf alle Fälle vollkriegen“, jubilierte FCN-Kicker Timo Brenner, der auf dem Holzhof das Fußball-Abc gelernt hat. Die Spielstätte an der Enz ist allerdings auch Hannover-Trainer Mirko Slomka ganz gut bekannt. Vor drei Jahren besuchte der 45-Jährige die DFB-Trainer-Konferenz in Pforzheim und joggte dort jeden Morgen in den Enz-Auen.

Dass der FC Nöttingen mit dem Bundesliga-Siebten und Euro-League-Halbfinalisten einen dicken Fisch an der Angel hat, passt auch Michael Wittwer bestens ins Konzept. „Wir haben die Überraschungsmannschaft der letzten Saison gezogen. Da ist die Aufgabe für mich als Trainer am leichtesten“, verrät der Nöttinger Trainer. „Jeder, der im Kader steht, wird alles versuchen, um in die Mannschaft zu kommen.“

Auf Lars Stindl freut sich der gebürtige Dietlinger am meisten, weil er ihn noch von gemeinsamen KSC-Tagen kennt. Und auch beim Nöttinger Torhüter Sascha Rausch ist die Spannung seit Samstag merklich gestiegen, bekommt er es im August doch mit Angreifern wie Jan Schlaudraff, Didier Ya Konan oder Mohammed Abdellaoue zu tun. „Ich werde mit meinem Torwart-Trainer Jan Maag noch ein paar intensive Einheiten absolvieren“, verspricht der FCN-Schlussmann. Dasselbe gilt auch für seinen Teamkollegen Viktor Kärcher, der es trotz seines geplanten Studienaufenthalts in den USA zeitlich schafft, gegen Hannover dabeizusein. „Das ist ein absolutes Highlight“, betont der Nöttinger Kapitän. „Mehr kann man sich als Amateur-Fußballer kaum wünschen.“

So sehen das auch die Anhänger der Lila-Weißen. „Es hätte deutlich schlechter kommen können“, weiß Edel-Fan und Team-Betreuer Matthias „Matze“ Schäfer: „Und vielleicht schaffen wir gegen Hannover ja sogar die Sensation!“