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Keine Chance:  Nöttingens Torjäger Metin Telle verliert auch diesen Zweikampf gegen dem Waldhöfer Christian Gmünder (links). FCN-Trainer Michael Wittwer mochte schon gar nicht mehr hinsehen (rechts).
Keine Chance: Nöttingens Torjäger Metin Telle verliert auch diesen Zweikampf gegen dem Waldhöfer Christian Gmünder (links). FCN-Trainer Michael Wittwer mochte schon gar nicht mehr hinsehen (rechts). © Eibner
17.04.2011

FC Nöttingen verliert Waldhof-Spiel wegen schwacher Offensive

NÖTTINGEN. Ein guter Angriff gewinnt Spiele, eine gute Abwehr gewinnt Meisterschaften. Glaubt man dieser alten Fußballweisheit, dann hat der SV Waldhof im Titelrennen der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg sehr gute Karten.

Zweiter gegen Erster, beste Abwehr gegen besten Angriff, lautete am Freitagabend im Mannheimer Carl-Benz-Stadion das Duell, als der SV Waldhof den Spitzenreiter FC Nöttingen empfing. Vom besten Angriff der Oberliga, dem der Nöttinger (52 Tore in 27 Spielen), sah man nicht viel an diesem denkwürdigen Abend vor 8 380 (!) Zuschauern. Vielleicht auch deshalb, weil die beste Abwehr, die der Waldhöfer (17 Gegentore in 26 Spielen), mit hoher Leidenschaft und Effektivität fast alle Offensivbemühungen der Gäste schon im Keim erstickte. So war der 2:0-Sieg der Gastgeber durch Treffer von Torjäger Hans Kyei (42. Minute) und Benjamin Waldecker (72.) durchaus verdient.

„Über 90 Minuten war der SV Waldhof vorne einfach durchschlagskräftiger. Wir haben da zu wenig gemacht“, legte Nöttingens Trainer Michael Wittwer den Finger in die Wunde. Die Spitzen Metin Telle und Leutrim Neziraj blieben stumpf. Thomas Ollhoff mühte sich redlich, konnte sich aber auch nicht entscheidend durchsetzen und fand bei seinen Pässen keine Anspielstationen. „Wir haben fast alle Zweikämpfe verloren, konnten vorne die Bälle nicht halten. Die Mannheimer waren einfach aggressiver“, meinte Ollhoff nach dem Spiel an alter Wirkungsstätte. Dem pflichtete Metin Telle bei: „Wir kamen bei den Zweikämpfen immer zu spät. Dass nach vorne nichts lief, lag aber nicht nur an den Stürmern.“

Da hatte Telle zweifellos recht. Auch aus dem Mittelfeld kamen zu wenige Impulse für die Offensive. Viktor Kärcher und Dejan Svjetlanovic konnten über die Außenbahnen keinen Druck entwickeln. Felix Zachmann war in der Defensive gefordert. Innenverteidiger Holger Fuchs und Rechtsverteidiger Timo Brenner versuchten, sich ab und zu in die Angriffsaktionen einzuschalten. Doch auch sie wurden meistens von den leidenschaftlich kämpfenden Waldhöfern, deren Fans die Mannschaft 90 Minuten lang enthusiastisch antrieben, früh gestoppt.

„Diese Kulisse war faszinierend. Die Fans honorieren unsere Leistungen“, freute sich SVW-Trainer Reiner Hollich über den siebten Sieg in Serie. Dass seine Mannschaft durch diesen Erfolg im Prestigeduell der Oberliga einen psychologischen Vorteil habe, glaubt Hollich nicht. „Wir haben eine Etappe gewonnen, aber noch lange nicht das Rennen.“

Der FC Nöttingen hat bei einem Spiel mehr immer noch drei Punkte Vorsprung. Über Ostern muss Waldhof zweimal auswärts antreten (Neckarelz und Balingen). Der FCN darf zweimal zuhause spielen (Kirchheim und Neckarrems). „Da müssen sechs Punkte her, alle anderen Rechnungen interessieren mich nicht“, sagt Michael Wittwer. Einiges spricht dafür, dass das Fernduell um die Meisterschaft womöglich erst am letzten Spieltag (11. Juni) entschieden wird.