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Obenauf: Nöttingens Niklas Hecht-Zirpel (links) im Kopfballduell mit Oberacherns Kapitän Sinan Gülsoy.   Becker
Obenauf: Nöttingens Niklas Hecht-Zirpel (links) im Kopfballduell mit Oberacherns Kapitän Sinan Gülsoy. Becker
12.05.2016

FC Nöttingen wahrt mit gutem Auftritt gegen Oberachern Titelchance

Als die Fußballer des FC Nöttingen am Mittwochabend den Rasen des Panoramastadions verließen, war ihre Fußballwelt in der Oberliga wieder in Ordnung. Gerade hatte die Mannschaft den SV Oberachern souverän mit 2:0 (2:0) geschlagen. Und weil der große Konkurrent im Titelrennen, der SSV Ulm, zu diesem Zeitpunkt im Heimspiel gegen den FSV Bissingen mit 0:1 hinten lag – die Partie der Schwaben hatte eine halbe Stunde später begonnen – waren die Nöttinger plötzlich sogar wieder virtueller Spitzenreiter.

Das mit der Tabellenführung hatte sich eine halbe Stunde später schon wieder erledigt, weil Ulm doch noch siegte und Tabellenführer bleibt. Doch die Nöttinger liegen einen Punkt dahinter in Lauerstellung.

Platz zwei schon sicher

Wichtiger war an diesem Abend für die Lila-Weißen eine andere Erkenntnis: Sie können es doch noch. Sie können doch noch guten, ansehnlichen und dominanten Fußball spielen. Trainer Gerd Dais durfte unwidersprochen von einer „hervorragenden Leistung“ sprechen, die durch die frühen Tore von Mario Bilger (9./Foulelfmeter) und Sascha Walter (19.) in drei Punkte veredelt wurde. Positiver Nebeneffekt des Ganzen: Platz zwei und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde ist dem FCN definitiv nicht mehr zu nehmen.

Ob es sogar noch der Titel und damit der direkte Aufstieg wird, das haben die Nöttinger nicht selbst in der Hand. Dazu braucht es Schützenhilfe. Die könnte Lokalrivale 1. CfR Pforzheim bereits morgen liefern, wenn er im Holzhofstadion die Ulmer empfängt.

Doch Gerd Dais will an den letzten beiden Spieltagen gar nicht lange nach rechts und links schielen. „Wir müssen punkten und schauen, was am Ende unter dem Strich steht. Wir schauen, dass wir unsere Aufgaben erledigen. Dann können wir immer noch nach Pforzheim schauen“, stellt der FCN-Trainer vor dem Spiel beim SV Sandhausen II (Samstag, 15.30 Uhr) klar. Dass sich die Aufgabe bei der Sandhausener Reserve nicht im Vorbeigehen erledigen lässt, weiß keiner besser als Dais. Er hat den Verein einst von der Oberliga bis in die 2. Liga geführt. Und die in der Oberliga beheimatete zweite Mannschaft zählt zu den heimstärksten Teams der Oberliga.

Doch die Nöttinger brauchen sich als auswärtsstärkste Mannschaft der Liga auch nicht zu verstecken, mit der Leistung vom Oberachern-Spiel sowieso nicht. Dais hatte mit Michael Schürg, Leo Neziraj, Eray Gür, Niklas-Hecht-Zirpel und Mario Bilger eine angriffslustige Aufstellung gewählt. „Diese etwas offensivere Ausrichtung liegt uns besser“, gab der starke Gür später zu Protokoll.

Startelf spielt fast durch

Auch defensiv ließen die Lila-Weißen fast nichts anbrennen. Torhüter Andreas Dubs war selten gefordert – aber zur Stelle, wenn er benötigt wurde. Gerd Dais war vom Auftritt seiner Startelf so angetan, dass er fast ohne Wechsel durchspielen ließ – trotz englischer Woche. Erst als Niklas Hecht-Zirpel, der im zentralen Mittelfeld weite Wege gegangen war, von Wadenkrämpfen geplagt wurde, tauschte der FCN-Trainer kurz vor Spielende erstmals – und verwies später auf die gute Vorarbeit seiner Vorgänger: „Dank der Wintervorbereitung von Michael Wittwer und Rainer Krieg ist die Mannschaft fit. Ein Wechsel war deshalb nicht notwendig. Und ich wollte die gute Ordnung auf dem Platz beibehalten.“

Der Kampf um Platz eins ist noch offen. Platz zwei haben die Nöttinger im Fall des Falles schon sicher. Für Oberacherns Trainer Thomas Leberer steht der Aufstieg des FCN unabhängig von der Abschlusstabelle so gut wie fest: „Ihr geht auch als Zweiter hoch. Die Truppe hat genügend Potenzial“, ließ er zum Abschied wissen.