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Überragender Mann auf dem Platz: Riccardo Di Piazza (rechts). Becker
Überragender Mann auf dem Platz: Riccardo Di Piazza (rechts). Becker
01.05.2013

FC Nöttingen zeigt gegen Balingen starke Leistung

Es gibt Fußball-Weisheiten, über deren Wahrheitsgehalt gestritten werden darf. Die Weisheit zum Beispiel, dass der Gefoulte den Elfmeter nicht selbst schießen soll. Riccardo Di Piazza hat es dennoch getan – mit Erfolg.

Beim 4:1 (1:0)-Erfolg des Fußball-Oberligisten FCNöttingen gegen die TSG Balingen brachte er sein Team mit diesem Foulelfmeter unmittelbar vor der Pause in Führung, legte später per Freistoß – auch da war er selbst gefoult worden – das 3:0 nach (57.). Timo Brenner mit einem abgefälschten Schuss und Jannik Froschauer in der Nachspielzeit erzielten die weiteren FCN-Treffer, Tonny Madegwa traf zwischenzeitlich zum 1:3 (75.).

Das Wetter war trist, die Kulisse am Dortmunder Champions-League-Abend mehr als bescheiden, für beide Teams geht es in der Oberliga um nichts mehr – doch die knapp 300 Zuschauer im Nöttinger Panoramastadion mussten ihr Kommen nicht bereuen. Sie sahen ein ungemein intensives Spiel, ein munteres Hin und Her. Zwei starke Mannschaften, engagierte Zweikämpfe, viele Torszenen – all das hatte Nöttingens Trainer Michael Wittwer auf dem Platz ausgemacht. Und Timo Brenner sagte: „Wir haben zuletzt nicht so gut gespielt und wollten etwas wieder gutmachen.“ Dabei fehlten beim FCN mit Mario Bilger, Reinhard Schenker und Mario Hohn drei Akteure verletzt. Die Gäste wirkten nicht minder ehrgeizig, nutzten aber in den ersten 20 Minuten ihre drei Großchancen durch Marc Wissmann und Felice di Lucia nicht. Dann kam Nöttingen mit aller Macht. Ein Schuss von Di Piazza (29.) und ein Kopfball von Thorben Schmidt (35.) wurden auf der Linie geklärt. Dann der Elfmeter. Die Statistiker haben längst widerlegt, dass der Gefoulte nicht schießen soll. Das weiß auch Di Piazza. „Ich habe das kürzlich gelesen“, sagt er genau so gelassen und entspannt, wie er zuvor den Strafstoß verwandelt hat.

Nach der Pause blieb Nöttingen am Drücker. Ein abgefälschter Schuss von Brenner zum 2:0 und ein schöner Freistoß von Di Piazza zum 3:0 bedeuteten die Vorentscheidung. Aber die unermüdlichen Gäste kamen durch Madegwa noch zum 3:1-Ehrentreffer.

Noch so eine alte Fußball-Weisheit, deren Verfallsdatum längst überschritten ist: „Ein Spiel dauert 90. Minuten.“ Als der gerade erst eingewechselte Froschauer mit dem 4:1 den Schlusspunkt setzte, lief bereits die 93. Spielminute.