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Der FC Viktoria Enzberg (in Blau) mit Ricardo Caruso, zuletzt Dritter, trägt das Hallen-Stadtturnier 2018 ungewohnt spät aus. Hier sind die Enzberger im Spiel gegen den TSV Ötisheim (gestreifte Trikots) zu sehen. Foto: Fotomoment
Der FC Viktoria Enzberg (in Blau) mit Ricardo Caruso, zuletzt Dritter, trägt das Hallen-Stadtturnier 2018 ungewohnt spät aus. Hier sind die Enzberger im Spiel gegen den TSV Ötisheim (gestreifte Trikots) zu sehen. Foto: Fotomoment
21.12.2017

FC Viktoria Enzberg bringt Schwung in Terminfragen bei Fußballturnieren

Mühlacker. Sorgt der FC Viktoria Enzberg in Sachen Stadtturnier für eine weitere Termin-Revolution? Rückblick: Inzwischen ist die Freiluft-Variante als Vorbereitungsturnier zur neuen Saison etabliert. Doch erstmals fand ein Stadtturnier 2010 im Viktoria-Sportpark im August statt – nach langen Diskussionen trotz großer Unzufriedenheit über Jahre. Ursprünglich wurde Mühlackers inoffizieller Stadtmeister jeweils nach der Saison ausgespielt, an Terminen, die vor allem in WM- und EM-Jahren ungünstig waren. Anfang 2018 sind die Enzberger mal wieder Gastgeber des Hallen-Stadtturniers.

In der Enztalsporthalle wird gewöhnlich am ersten Wochenende eines Jahres gespielt– nicht aber 2018. Für die Alten Herren und danach für die Aktiven geht es erst am 13./14. Januar um den Titel.

„Das gab es noch nie“, sagt Karlheinz Mannhardt. Er ist in Enzberg zu Hause, jedoch Teil des Führungs-Trios des TSV Phönix Lomersheim. Einen Tick zurückhaltender äußert sich Sergio de Sousa von der Fußballvereinigung 08 Mühlacker. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es mal so spät war“, sagt der Chef dieses Senderstädter Traditionsvereins.

Frank Alber vom FC Viktoria, der großen Anteil an der sommerlichen Termin-Revolution hatte, glaubt nicht, dass Enzberg nun auch für den Winter die Richtung vorgibt. Zum späten Termin komme es nur, da der Dreikönigs-Tag dieses Mal aufs Wochenende (Samstag) fällt. Am Feiertag könne man nicht in die Halle, sagt Vorstandsmitglied Alber. Das heißt, dass die zweitägige Veranstaltung nicht am ersten Januar-Wochenende über die Bühne gehen kann. „Für 2019 gilt dasselbe“, verdeutlicht Petra Mauser, die sich seitens der Stadtverwaltung um die Belange der Sportvereine kümmert.

Dass Mühlackers Vereine in den Ferien nicht in die Hallen kommen, ist zwar die Regel, aber eben nicht in Stein gemeißelt. Traditionell fällt ja das Hallen-Stadtturnier mit der Weihnachtspause der Schüler zusammen. Erst erweisen müsste es sich, so es fürs allgemeine Interesse an der Veranstaltung von Vorteil ist, wenn die Azusrichter die Ferien umgehen.

Vorbereitungsbeginn folgt bald

Der spätere Termin 2018 bedeutet, dass aufs Hallen-Stadtturnier zeitig der Start der Vorbereitung auf die Rückrunde folgt. In der zweiten Januarhälfte beginnen die Vereine, sich auf die Punktspiele einzustimmen, die ab Sonntag, 25. Februar, anstehen.

Würde das Kräftemessen der Senderstädter Fußballer auf Dauer nach hinten wandern, könnte das wahrscheinlich bedeuten, dass die Vereine noch seltener bei anderen Hallenturnieren anzutreffen wären. Was die Enztalsporthalle angeht, könnte sich in diesem Fall die winterliche Terminnot verschärfen: Im Januar und Februar wollen dort nicht nur der Handballclub Blau-Gelb und die TVM-Basketballer ihre Punktspiele austragen – auch die Fußballer sind dann auf Termine aus. Sie haben das Anliegen, Jugendturniere zu veranstalten, allerdings eher nicht in den Faschingsferien, die nächstes Jahr übrigens auch vergleichsweise früh beginnen.

Bei den Aktiven hat inzwischen auch das Hallenturnier der Nullachter einen festen Platz im Kalender. Für die nächste Auflage der Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Clubchef Richard Walz, am Sonntag, 21. Januar, hofft de Sousa noch auf weitere Zusagen. In Sachen Halle sagt der 44-Jährige mit portugiesischen Wurzeln allgemein: „Der sportliche Erfolg steht nicht im Vordergrund.“ Manche Spieler, wie etwa Salman Öztürk, spielten ganz generell lieber nicht in der Halle.

Einig sind sich die Vereinsvertreter, dass der ungewöhnliche Stadtturnier-Termin kein Problem darstellt. „Uns ist das egal“, sagt Phönix-Vertreter Mannhardt, wenngleich er zu verstehen gibt, dass dem Club eine Austragung am ersten Wochenende eines Jahres dennoch einen Tick lieber ist.

Aber Phönix wäre nicht Phönix, würde man nicht jedes Kräftemessen ambitioniert angehen: „Wenn wir antreten, wollen wir auch gewinnen, zumindest aber ins Finale kommen“, sagt Mannhardt.